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Review: Jack Starr's Burning Starr
 
DEFIANCE

Album:
 DEFIANCE, 2009, Magic Circle

Stil:
 Heavy Metal, True Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 02.02.2010

Review:
 Von Jack Starr hatte ich schon lange nichts mehr vernommen. Keine Ahnung, was das Mitbegründer von Virgin Steele in den letzten Jahren so alles anstellte, jetzt hauchte er jedenfalls seinem 80er-Projekt Jack Starr's Burning Starr wieder neues Leben ein. DEFIANCE ist das erste Studioalbum der Band seit rund zwanzig Jahren. Untergekommen ist die Truppe beim Label Magic Circle Music von Manowar-Boss Joey de Maio.

Die Stücke auf DEFIANCE zeichnen zwei Eigenheiten aus. Entweder folgen sie einem deutlichen NWoBHM-Touch, der mich stark an diverse britische Verfechter dieser Musikrichtung erinnert.
Oder sie sind - und das ist die knappe Mehrheit - vom US-amerikanischem True Metal inspiriert. Hierbei deuten die Anleihen auf die Genre-Vorreiter Manowar zu ihren besseren Zeiten hin. Zum Teil allerdings auch auf Starrs alte Band Virgin Steele zu Frühzeiten.
Eins muss man beiden Arten der Kompositionen zugute halten: sie sind mit viel Überlegung komponiert, klug arrangiert und gehen trotz teilweise komplexerer Konstrukte schnell ins Ohr.
Die straighte, old-schoolige Seite wird durch den knackigen Opener "Inquisitor", das leicht doomige, von frühen Black Sabbath inspirierte "Black Clouds of Thanos" und das wuchtige, etwas Judas-like "The Beast Inside" vertreten.
Mehr auf epische Konstrukte, mächtige Melodielinien und einen nicht unerheblichen Pathos setzen "Once and future King", der wirklich genial erarbeitete Titeltrack "Defiance" oder "The King must die".
Dann gibt es aber auch noch Ausnahmen der beiden Regeln. "Day of the Reaper", der größte Ohrwurm des Albums verbindet auf sehr geschickte Weise die Eigenschaften beider Stile. Und in dem kritischen "Indian Nation" flechten Starr & Co. sehr gekonnt einige Anleihen von indianischen Weisen in den Metal-Sound ein. Stilistisch ist dieser Song mehr bei den NWoBHM-lern anzusiedeln. So ein ganz klein wenig erinnert er mich an eine Metal-Version des Klassikers "Indian Reservation" von den Raiders.
Doch ungeachtet der stilistischen Feinheiten haben alle Songs eins gemeinsam: sie sind richtig gute Metal-Tracks, die nicht nur die handwerkliche Professionalität, sondern auch das kompositorische Händchen der Truppe beweisen.
Apropos handwerkliche Professionalität: neben Jack Starrs tollem und vielseitigem Riffing muss ich da vor allen Dingen die unheimlich variable Gesangsleistung von Todd Michael Hall hervorheben. Mal meistert er Höhen á la Rob Halford, singt dann mit einer ausdrucksstarken Intensität wie Eric Adams himself oder kann auch problemlos in rauhe, kraftvolle Bereiche wechseln. Klasse Leistung des mir bislang unbekannten Shouters.
An einen Cover-Song wagen sich Jack Starr's Burning Starr auch noch: und mit "Catch the Rainbow", einem ganz frühen Song von Ritchie Blackmore's Rainbow, haben sie sich da keine leichte Aufgabe ausgesucht. Doch auch diesen performen die Jungs unerwartet gut und intensiv mit einer sehr emotionalen Note, und auch Hall kann noch mal zeigen, welch sängerisches Potential in ihm steckt.

Fazit: Eins muss ich Magic Circle Music und Mr. de Maio ja lassen: sie hauen in letzter Zeit richtig klasse Metal-Alben unter die Leute. Erst die aufstrebende Symphonic-Metal-Hoffnung Holyhell, dann die neuen True-Götter Metalforce, und nun folgt auch noch der gute alte Jack Starr mit solch einem geilen Album. Nun, dem geneigten Metal-Fan kann es nur recht sein.
DEFIANCE ist - trotz manchmal offensichtlicher Anleihen - ein durchweg gelungenes Werk. Kein einziger Schwachpunkt hat sich eingeschlichen, dafür aber jede Menge Tracks, die sehr gut klug komponiert und arrangiert wurden, und sich richtig schnell in den Gehörgängen breit machen. Also, bei solch einer Leistung bin ich froh, dass nun auch Jack Starr wieder im Geschäft ist. Und wer auf old-schooligen Heavy- oder True Metal steht, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Anspieltipps:
 "Inquisitor", "Defiance", "Day of the Reaper", "Indian Nation" und "The Beast inside" sind imho noch einen Ticken besser als die anderen.

Titel-Liste:
 
  1. Inquisitor
  2. Once and future King
  3. Defiance
  4. Day of the Reaper
  5. Indian Nation
  6. Black Clouds of Thanos
  7. The King must die
  8. Ancient Ones
  9. Catch the Rainbow
  10. The Beast inside
  11. Evil never sleeps (live)

Laufzeit:
 48:21 Min.

Band-Infos:
 
  • www.burningstarr.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Jack Starr's Burning Starr: Defiance

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