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Review: By Blood Alone
 
SEAS OF BLOOD

Album:
 SEAS OF BLOOD, 2008, Jericho Hill

Stil:
 Progressive Gothic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 22.07.2008

Review:
 Bei so viel Blut im Bandnamen und Albumtitel wird so mancher Musikfreund hier eine Death Metal Truppe vermuten. Falsch! Die bereits 2004 gegründete Band spielt eine Mischung aus Progressive- und Gothic Metal. Na, das nenne ich eine ausgefallene Stilrichtung. Nachdem 2005 eine EP mit dem Titel ETERNALLY erschien ist nun der erste Longplayer am Start. In den Staaten erschien SEAS OF BLOOD allerdings schon im letzten Jahr.

Mit Gitarrenriffs und Violine startet "Serpentarius". Die Violine ist gewöhnungsbedürftig und verleiht dem Song einen leichten Folk Touch. Hervorstechendes Merkmal ist das variantenreiche Drumming, das hauptsächlich für den progressiven Anteil zuständig ist. Nach einer ruhigen Phase nur mit Bass und verhaltenen Drums setzen die Keyboards ein und auch die Gitarre kommt stärker zum Einsatz. So ungewöhnlich es ist Prog und Gothic zu verschmelzen, hat die Sache durchaus ihren Reiz und klingt hier wirklich gut.
Mit galoppierendem Rhythmus und sehr eingängiger Melodie wartet "Wants me dead" auf. Im Gegensatz zum guten Zusammenspiel von Keys und Gitarre sind mir die Vocals nicht ausdrucksstark genug. Die vielfach verwendeten Orgelklänge des Keyboards tönen sehr nostalgisch.
"Undead Friend" beginnt sehr sparsam instrumentiert nur mit Piano und dazu die Vocals. Diese klingen in diesem ruhigen Song erheblich besser als in der vorangegangenen Nummer. Die Drums setzen erst spät ein und unterstreichen die geheimnisvolle Atmosphäre die etwas bedrohlich Schleichendes an sich hat und mich an alte schwarz-weißen Horrorstreifen erinnert.
"Nidhogg" ist stark von den Keyboards geprägt die ständig präsent sind. Die Gitarre ist wie bei den meisten Tracks eher verhalten, Soli gibt es kaum. Die Drums sind weit im Vordergrund, schön abwechslungsreich ohne die anderen Instrumente zuzudecken. Ruhige Abschnitte werden abgelöst durch stärkeren Instrumenteneinsatz. Das Resultat ist ein gefälliger Song der erneut wie der Soundtrack eines alten Films klingt. Die Atmosphäre ist wirklich gelungen, es wird die Geschichte eines gewaltigen Drachen erzählt.
Ungewohnt harte Riffs läuten "Lovely Lies" ein. Die orgelartigen Keys spielen gefällige Harmonien und die nachdenklich stimmenden Vocals gehen in die Richtung eines Lana Lane Songs. Im Verlauf legen Drums und Keys deutlich zu. Nach einem harten Break ist dann nur noch der Gesang und ein Piano zu vernehmen bevor der Bass seinen Auftritt hat. Abermals steigert sich der Song zum Ende hin.
Das Titelstück "Seas of Blood" beginnt mit starkem Akzent auf dem Rhythmus wird dann sehr getragen mit Piano und Vocals. Die Gitarre drängt sich vermehrt nach vorn und sorgt für eine ausgeprägt melodische Seite der Nummer. Die Drums sind noch facettenreicher als bisher ohnehin schon, da ist von Percussion Einlagen bis zu deftigem Double Bass Geballer alles vertreten. Abwechslungsreich und ein würdiger Titelsong.
Auf "Deny yourself" treiben die Drums das Stück unermüdlich an. Wieder mit viel Keyboards sind die Gitarren nur im Hintergrund. Der erste Teil gehört zum Schnellsten was dieses Album zu bieten hat. Harte Drum Attacken stehen in hartem Kontrast zum ruhigen zweiten Teil. Hier dominieren leise Keyboard Klangteppiche und melodisches Gitarrenspiel. Wie bereits erwähnt sind die Vocals am besten in diesen sanften Abschnitten und tragen viel zur Atmosphäre bei. Zum Ende geht es nochmals schnell und heftiger zur Sache. Eine der besten Nummern auf diesem Album.
An "Little Lady Lillit" dürften sich garantiert die Geister scheiden. Nur mit Piano und mehrstimmigem Gesang (dieselbe Stimme auf mehreren Spuren) wird in einer Art Kindermelodie die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, dass so niedlich es auf den ersten Blick erscheint,ein wahrer Teufelsbraten ist. Hier lohnt es sich auf die Lyrics zu achten und es läuft einem kalt den Rücken runter. Da passt das diabolische Gelächter zum Abschluss sehr gut.

Fazit: By Blood Alone hat eine stilistische Lücke entdeckt und füllt sie konsequent aus. Die Verschmelzung von Prog und Gothic und noch vielen anderen Stilelementen ist interessant und sicher eine Bereicherung der Szene. Die eingebrachten Prog Anteile werden fast ausschließlich durch die Drums vertreten. Da beide Stile nicht zu sehr ausgeprägt sind spricht die Musik einen größeren Käuferkreis an. Durch die weiblichen Vocals ist man aber auch der Konkurrenz von Bands wie Nightwish, After Forever, Epica, Lunatica und Within Temptation ausgesetzt die zumindest ähnlich klingen. Und genau hier liegt eine kleine Schwäche von By Blood Alone. Die Stimme von Frontfrau Cruella hat mich nicht voll überzeugt, speziell in den schnelleren und heftigeren Passagen ist mir die Stimme nicht kraftvoll genug und oft zu dünn. Bei den ruhigen Songs sieht es viel besser aus, aber zu den Gesangskünsten der Damen die bei den oben genannten Bands am Mikro stehen ist es doch noch ein Unterschied. Auch die Texte sind, um es positiv auszudrücken, manchmal von naivem Charme und doch sehr simpel gestrickt. Sonst ist SEAS OF BLOOD ein stimmiges Album geworden. Die verbreitete Atmosphäre ist melancholisch, ein wenig düster und stellenweise mit einem kleinen diabolischen Einschlag, das gefällt mir ausgesprochen gut.

Anspieltipps:
 "Undead Friend", "Nidhogg", "Seas of Blood", "Deny yourself"

Tipp:
 Reine Gothic und Prog Liebhaber sollten vor einem Kauf die Songs antesten, zum Beispiel auf der Homepage der Band. Wer mit beiden Musikrichtungen etwas anfangen kann macht hier nichts falsch. Der romantische, leicht doomige Tenor ist das Besondere. Natürlich muss man weibliche Vocals mögen und keine Abneigung gegen Keyboards haben. Der Organ Sound des Tasteninstruments ist nämlich reichlich vertreten und sorgt zu einem Großteil für den wohligen Gruselfaktor mancher Lieder, da werden sofort Erinnerungen an alte Horrorfilme wach bei denen die Bilder mit solch, aus heutiger Sicht, nostalgischem Sound untermalt wurden.

Titel-Liste:
 
  1. Serpentarius
  2. Wants me dead
  3. Undead Friend
  4. Nidhogg
  5. Lovely Lies
  6. Seas of Blood
  7. Deny yourself
  8. Little Lady Lillit

Laufzeit:
 50:19 Min.

Band-Infos:
 
  • www.bybloodalone.com 

  • Probehören und Kaufen:
    By Blood Alone: SEAS OF BLOOD

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