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Review: Cable 35
 
LOUDER

Album:
 LOUDER, 2011, Eigenvertrieb

Stil:
 Alternative Rock, Punk Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 W.W., 31.01.2012

Review:
 Junge, das ist aber mal ein wirklich anstrengendes Album... LOUDER von Cable 35 aus Malta (!!) ist ein räudiger, kratziger, stellenweise unsympathischer und doch von Grund auf ehrlicher Bastard aus alten Nirvana und der Punk-Attitüde des frühen Grunge, a la Tad oder den Screaming Trees.

Kommt also eigentlich 20 Jahre zu spät, das Album, möchte man feist grinsend anmerken, nur um vom Opener "Cow Head" und dem direkt darauf folgenden "Can I" gleich einmal abgewatscht und eines Besseren belehrt zu werden. Das ist authentisch, was da aus den Boxen strömt, zwar nicht wirklich schön, aber das muss Kunst ja bekanntlich nicht sein.
"Bobby Funk" hat mit Funk nun gar nichts am Hut, ist aber ein eindrucksvoller Song, genau wie das schnelle "Fact in Spain", das mit einem jener sperrigen und lärmenden Soli glänzt, für die die Grunge-Szene berühmt und berüchtigt ist.
"Factory Floor" weiß dann mit hypnotischen Gitarren und irgendwie andersartigen Vocals zu überzeugen. Hat definitiv was, der Song.
"Come down to Party" ist dann eher das, was nach der Party noch übrig ist – leise, reduziert, irgendwie chillig, wie man heute wohl sagt.
"Lost City" gibt es in zwei Versionen, einmal der normalen und dann noch eine sogenannte Pussy-Version, was nichts anderes als eine Akustik-Version dieses ohnehin schon sehr langsamen Songs ist. Hätte man sich in den 90ern sehr gut zwischen den Smashing Pumpkins und Nirvana in den Charts vorstellen können. Schönes Lied!
Dann wird es aber wieder ruppiger, "Saturated" ist von einem sehr prägnanten Bassspiel von Kriz geprägt, der zusammen mit den schnörkellosen Drums von Chris ein gutes Rhythmusfundament zusammenzimmert, auf dem sich die schrammeligen Gitarren von Jeff, der auch die Vocals übernimmt, nach Herzenslust austoben können.
"House of Fire" hat nichts mit dem gleichnamigen Klassiker von Alice Cooper zu tun – aber das wäre doch wirklich mal was, wenn eine Band wie Cable 35 so einen Hardrock-Klassiker covern würde...
"Surfing Africa" geht straight nach vorne los und gefällt durch den Einsatz des altbekannten Wechselspiels von laut und leise.
Beim letzten regulären Song "Matonto" will sich ein ganz subtiler Ska-Einfluss ausbreiten, wird aber doch von den bandtypischen straight-forward-Gitarrenriffs schnell wieder nieder gebügelt.

Fazit: Irgendwie will ich mit diesem Album nicht so recht warm werden, auch nach wiederholtem Anhören bleibt das indifferente Gefühl des Anachronistischen übrig. Handwerklich ist alles in bester Ordnung und auch die Songs haben jede Menge Energie. Trotzdem: braucht man das nach 20 Jahren und gefühlten hunderttausend Nirvana-Epigonen wirklich im Jahr 2012 noch? Nun ja, es wird genug Abnehmer geben, denn wirklich schlecht ist LOUDER natürlich keineswegs!

Anspieltipps:
 "Lost City", vor allem in der Pussy-Version, denn die ist wirklich prima. "Fact in Spain" und "Saturated" sind ziemlich gut gelungene Beispiele für den Sound des Trios aus Malta.

Tipp:
 In erster Linie gehören natürlich diejenigen zur Zielgruppe, die den Tod des Grunge nie so wirklich verschmerzt haben, ja, die sogar vom kommerziellen Erfolg schon mehr oder minder genervt waren. Denn unkommerziell ist sicherlich eine Vokabel, die einem beim Anhören von LOUDER durch den Sinn geht. Die Eckpunkte könnten Nirvana, Screaming Trees, Tad und die Smashing Pumpkins sein.

Titel-Liste:
 
  1. Cow Head
  2. Can I
  3. Bobby Funk
  4. Fact in Spain
  5. Factory Floor
  6. Come Down to Party
  7. Lost City
  8. Saturated
  9. House of Fire
  10. Abducted
  11. Surfing Africa
  12. Memories
  13. Fat Snowman
  14. Crops
  15. Matonto
  16. Lost City (Pussy Version)

Laufzeit:
 48:33 Min.

Band-Infos:
 
  • www.cable35.co 

  • Probehören und Kaufen:
    Cable 35: LOUDER

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