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Review: Mike Campese
 
ELECTRIC CITY

Album:
 ELECTRIC CITY, 2010, Mike Campese Music

Stil:
 Fusion Rock

Wertung:
 2 von 7
2 von 7 Punkten
 M.A., 10.09.2010

Review:
 Mike Campese hat am renommierten GIT (Guitar Institute of Technology), einer 1977 gegründeten Musikschule in Hollywood, Kalifornien gemeinsam mit so bekannten Größen wie Paul Gilbert (Mr. Big) Gitarre studiert und einen Abschluss mit Auszeichnung erworben. Über seine technische Versiertheit auf der Gitarre muß man daher nicht weiter referieren. Jedoch ist Technik nicht alles. Was vielen dieser sogenannten "Gitarren-Virtuosen" nämlich fehlt, ist Feeling und das Talent zum Songwriting. Offenbar hat Mike Campese während seines Studiums die ein oder andere Vorlesung im Fach "Kompositionslehre" geschwänzt und stattdessen Tonleitern und Hochgeschwindigkeitsläufe gebüffelt, bis die Finger bluteten.

Mike Campese haut einem derart zahlreiche Noten um die Ohren, dass man sich bereits nach dem 2. Song am Rand eines Nervenzusammenbruchs befindet. Songstrukturen sucht man vergeblich. Hier ist alles einzig und allein auf die Gitarre ausgerichtet. Bass und Drums sind allenfalls Beiwerk eines beinahe 77 Minuten andauernden "Gitarren-Workshops". Die "Kompositionen" wirken unausgegoren, die Arrangements sind oftmals geradezu dilettantisch ausgefallen. Hier steht ganz klar im Vordergrund so viele Noten wie möglich zu machen! Feeling und Groove sucht man hier vergeblich. Komplizierte Breaks sollen hier offensichtlich über kompositorische Mängel hinweg täuschen. Der undifferenzierte Sound der Platte, der kaum über Demo-Niveau hinauskommt, tut sein übriges dazu.

Die Songs bewegen sich überwiegend im Uptempo-Bereich, mit Metal-, Jazz-, Progressive- und sogar orientalischen Einflüssen. Aber auch einige ruhigere Songs, teilweise mit Vocals, werden eingestreut. Über die Stimmqualitäten von Mike Campese kann man jedoch getrost den Mantel des Schweigens ausbreiten...

Weniger wäre hier ganz klar mehr gewesen. Vielleicht sollte sich Mike Campese einmal FLYING IN A BLUE DREAM von Joe Satriani zu Gemüte führen. So hört sich abwechslungsreicher, mit Spielwitz, Gefühl und Groove angereicherter und songorientierter Gitarrenrock an!

Fazit: Leider kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei ELECTRIC CITY um Demo-Aufnahmen und nicht um ein professionell produziertes Album handelt. Der Löwenanteil der Stücke spiegelt bestenfalls Song-Skizzen wieder. Die Tracks klingen unfertig und mit dem Holzhammer zusammengekleistert. Hier konzentriert sich alles einzig und allein auf die Gitarre. Der Sound des Albums kommt über Demo-Niveau nicht hinaus.

Anspieltipps:
 "Eleventh Degree", "Heavy Thing"

Tipp:
 Wer sich mit "2 Millionen Tönen/Minute" nicht überfordert fühlt, mag ansatzweise auf seine Kosten kommen. Ansonsten muß man sich hier einmal ernsthaft fragen, wer so etwas heute eigentlich noch braucht. Finger weg!

Titel-Liste:
 
  1. Eleventh Degree
  2. Shred Machine
  3. Heavy Thing
  4. Cruisin' Across the Mojave
  5. Over the Top
  6. Kauai Blue
  7. Closer to the Sun
  8. Napali Coast
  9. Punk Ass
  10. Landshark
  11. Shred
  12. The Bitch Upstairs
  13. Butterfingers
  14. Camelryde

Laufzeit:
 76:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.mikecampese.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Mike Campese: ELECTRIC CITY

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