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Review: Cannon
 
METAL STYLE

Album:
 METAL STYLE, 2008, Metal Mayhem

Stil:
 Hard Rock, Heavy Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 26.10.2008

Review:
 Cannon goes Metal? Der Titel lässt dies vermuten. Allerdings wäre es nicht die erste Hardrock-Band, die das Wort Metal dementsprechend "missbraucht". Aber Cannon haben härtemäßig tatsächlich zugelegt. Auf ihrem letzten Werk BACK IN BUSINESS gingen sie nicht ganz so druckvoll zu Werke.
So, aber fangen wir mal von Vorne an: Cannon wurden 1986 in der deutschen Hard-und-Heavy-Hauptstadt Hannover gegründet. 1988 erschien das gelungene Debüt THUNDER AND LIGHTNING, das aber nicht so viel Zuspruch fand, wie es eigentlich verdient gehabt hätte. Danach wurde es lange still um die Truppe. 1996 gab es wohl einen Split und 2003 dann die Reunion. Auf der Bühne meldete man sich 2005 mit dem passenden Albumnamen BACK IN BUSINESS zurück. Und nun drei Jahre später wird METAL STYLE aus der Taufe gehoben.
Im Line-Up hat sich seit der Gründung nicht viel geändert. Nach wie vor gehören Mat-Rein Jähnke (Gesang), Oliver Krüger (Gitarre), Walter Ross Müller (Gitarre) und Steve Carrington (Bass) zur Besetzung. Da der Ursprungsdrummer Mats Toralf nach der Reunion nicht mehr an Bord ging, übernahm Müller auch dessen Part, denn er ist gelernter Schlagzeuger.

Nach dem kurzen Intro knallt bei dem Titeltrack "Metal Style" ein wuchtiger Beat und dynamisches Riffing aus den Boxen. Zwar ist der Groove immer noch Hardrock-getaktet, doch die metalische Power der Gitarren überrascht mich echt. Was Cannon aber von früher auf jeden Fall beibehalten haben, sind die eingängigen Refrains.
Auch "Into the Fire" steht seinem Vorgänger in nichts nach und präsentiert sich druck- und kraftvoll, während der Höhepunkt schön über der Komposition thront.
Deutlich verhaltener, fast etwas episch-doomig kommt "The iron Flag" und erinnert mich irgendwie an Bands wie Doomsword, doch schon mit "Hot Wheels on the Highway" ist die "taktische" Ruhepause wieder vorbei. Gemäß dem Titel handelt es sich um einen ordentlichen Streetrocker in bester Sleaze-Manier. Allerdings gibt es auch hier ziemlich metalisches Gitarrenspiel.
"Out in the Streets" mit seiner Mischung aus bassbetontem Boogie Rock und treibendem Heavy Rock erinnert wieder stark an die Frühphase der Band zu THUNDER AND LIGHTNING-Zeiten. Der Refrain geht super ins Ohr. Am Gesang von Mat-Rein Jähnke werden sich zwar die Geister scheiden, ich finde aber dieses rauh-kratzige Organ mit tendentiell hoher Stimmlage passt gut zur Mucke. Auch wenn die Ausdruckskraft darunter manchmal etwas leidet.
Nach gleich drei Tracks, die eher Filler-Status haben, lässt mich "I canīt get enough" dann wieder aufhorchen, da es wie eine gelungene Heirat aus Accept und AC/DC anmutet.
Ein schön melodisches Leadgitarren-Intro stimmt auf "Sensation - Frustration" ein, bevor ein knackiger Beat die Hauptrollt übernimmt. Parallelen fallen mir zu W.A.S.P. auf, woran die Vocals und der Songaufbau nicht ganz unschuldig sind.
Mit straightem Groove und dynamischer Hookline wird "The wooden House" schön vorangetrieben und mündet in einen melodischen Refrain. Sehr gut gefällt mir hier auch das Solo.
"Bells of Glory" ist nicht nur einer der kraftvollsten und dynamischsten Tracks, sondern auch eine starke Heavy-Rock-Hymne, aber mit exakt drei Minuten leider viel zu kurz geraten.
Als Bonustrack folgt zuletzt die Halbballade "Jennifer", die auf jeden Fall schön emotional anmutet und auch mit starkem Chorus aufwartet. Laut Bandinfo soll es diesen Bonus-Track nur in der Erstauflage des Albums geben.

Fazit: Cannon haben sich nicht nur weiterentwickelt, sie sind auch ein ordentliches Pfund härter geworden. Die Kompositionen verlassen desöfteren die Hardrock-Pfade und tangieren ganz deutlich den Heavy Metal. Das Songwriting ist zum größten Teil sehr gut, nur in der Mitte der Scheibe gibtīs einen leichten Leistungsabfall, der eine noch bessere Wertung verhindert.
Die Produktion ist genauso druckvoll, wie der Auftritt der Band. Besonders den Gitarrenpart muss ich von der instrumentellen Seite loben. Ein wirklich schön dynamisches Riffing.
Bei Cannon scheint es ein bisschen wie beim Wein zu sein: je älter desto besser. Dann warten wir mal ab, was sie uns nächstes Mal präsentieren.

Anspieltipps:
 "Metal Style", "Into The Fire", "The wooden House" und "Bells Of Glory".

Tipp:
 Für Fans von richtig druckvollem Heavy Rock, gespickt mit eingängigen Ohrwurm-Refrains.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Metal Style
  3. Into the Fire
  4. The iron Flag
  5. Hot Wheels on the Highway
  6. Out in the Streets
  7. Waiting
  8. I bet you win
  9. That's what I am
  10. I can't get enough
  11. Sensation - Frustration
  12. The wooden House
  13. Bells of Glory
    - - - Bonus Track - - -
  14. Jennifer

Laufzeit:
 54:24 Min.

Band-Infos:
 
  • www.cannon-the-band.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Cannon: METAL STYLE

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