 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Cavalera Conspiracy |
 |
| |
Album:
| | INFLIKTED, 2008, Roadrunner |
Stil:
| | Thrash Metal, Experimental Metal |
Wertung:
| |  7 von 7 Punkten | | M.K., 27.03.2008 |
Review:
| | Das langerwartete Album der wiedervereinigten Cavalera-Brüder Max und Iggor (ja, neuerdings mit zwei "g") steht ab Ende März mit INFLIKTED endlich in den Läden. 12 Jahre nach ROOTS, dem letzten gemeinsamen Album, damals noch im Dienste von Sepultura, haben die Brüder wieder zueinander gefunden. Unterstützt werden sie von Soulfly-Gitarrist Max Rizzo und Gojira-Gitarrist Joe Duplantier. Der Franzose greift jedoch bei den Cavaleras in die Basssaiten.
An Soulflys PROPHECY erinnernd startet der Titelsong, also "Inflikted". Im Mid-Tempo wird nun gegroovt, wie man es von Soulfly kennt. Simples Riffing und Max' Shouts werden mit progressiveren Parts abgewechselt, immer wieder kommen Samples hinzu. Der erste der insgesamt elf Stücke bietet also einen typischen Soulfly-Stampfer, der in dieser Form auch auf PROPHECY oder 3 gut in die Tracklist gepasst hätte. Ein flottes Gitarrensolo darf nicht fehlen und der Opener kann als Erfolg gewertet werden.
Eine Spur brutaler und schneller geht es mit "Sanctuary" weiter. Iggor verdrischt sein Drumset hier als hätte es ihm was angetan während Max wütend shoutet. Ja, hier werden Erinnerungen an Killeralben wie ARISE oder CHAOS A.D. wach. Richtig oldschool Sepultura gibts hier aufs Gehör, allerdings dennoch anders: Die Cavaleras sind in punkto Songwriting deutlich variabler geworden als noch in den frühen 90ern: Eine groovende Bridge sowie mehrere Gitarrensoli finden sich in den Song ein und nach diesem Mittelpart geht es mit einer weiteren Bridge weiter. Kurz darauf ist auch schon Schluß. Wunderbares Stück Musik, auf den Punkt gespielt. Und das hierfür produzierte Video kann man nur empfehlen.
Sehr ruhig, mit Tribal-Drumming, beginnt "Terrorize". Langsame Gitarrenleads und -riffs kommen hinzu und der Spannungsbogen wird weiter aufgebogen, bis es mit einem richtig gut groovenden Riff und tieferen Vocals von Max weiter geht. Nach gut anderthalb Minuten wird das Tempo ordentlich angezogen, der Refrain kommt mit Double Bass-Unterstützung und schnellem Snaregeknüppel daher. Hiernach ist wieder Zeit für einen sehr chilligen und ruhigen Part, welcher jedoch nicht wirklich lange anhält. Wieder Zeit für den Refrain und danach gibt es quasi eine Art Drumsolo, nur unterbrochen von langsamen Riffs. Hiermit endet das interessante Stück dann auch.
Sehr experimentell startet das nachfolgende "Dark Ark". Schnelleres Tribaldrumming und gesampelte Vocals beginnen den Song, wonach es mit Max' Vocals und einem deutlich härteren Part weiter geht, welcher nur von einem kurzen Gitarrensolo unterbrochen wird. Max' Sohn, Richie Cavalera, sponsort hier raue Vocals. Vater, Sohn und Onkel, zwei Generationen einer für den Metal wichtigen Familie in einem sehr ausgefallenen Song. Der Mittelteil zum Beispiel ist extrem doomig ausgefallen und lässt sich Zeit in diesem fast fünf Minuten langen Stück. Einzigartig und doch so typisch Cavalera, so lässt sich "Dark Ark" zusammenfassen.
"Ultra-Violent" groovt ohne Ende. Mitverantwortlich hier am Bass als Gast: Down-/Pantera-Viersaiter Rex Brown. Ein Mid-Tempo-Death-Metal-Stück, welches von Double Bass-Attacken und schweren Riffs geprägt ist. Für das Gitarrensolo wird das Tempo leicht angezogen. Nach dem Solo wird das Gaspedal dann endgültig durchgedrückt und es geht in angenehm flotten Tempo weiter, bis ein zweites Solo eingestreut wird. Hindert Max aber nicht am wütenden Shouten. Mit dem groovenden Part vom Beginn endet das fünfte Stück auf INFLIKTED.
Richtig Gas gegeben wird direkt im knapp zweieinhalb Minuten langen "Hex". Hier gehts wieder oldschool Sepu-technisch zu, Iggor knüppelt wieder lustig vor sich hin während der Rest der Truppe schnelle Riffs abfeuert und Max so derbe shoutet wie schon lange nicht mehr. In der zweiten Hälfte geht es etwas langsamer, dafür groovender, weiter. Dann ist auch schon Feierabend.
Mit 02:12 Minuten ist "The Doom of all Fires" das kürzeste Stück auf Cavalera Conspiracy's Debütalbum. Hier erinnert das Quartett wieder an Max' Soulfly. Es wird gegroovt und Max shoutet ziemlich schnell, während das Stück gemütlich im gehobenen Mid-Tempo alles niederwalzt. Trotzdem findet sich noch Zeit für eine Bridge und einem extremen Tempowechsel, vor allem was die Vocals angeht ist Max hier richtig flott unterwegs. Auch das folgende Gitarrensolo wird schnell gespielt und beendet diesen Nackenbrecher.
Nach dem kürzesten folgt mit dem fast sechs Minuten langen "Bloodbrawl" das längste Lied auf INFLIKTED. Dieses beginnt ordentlich groovend im Mid-Tempo und ja, ich erwähne das Wort "Groove" hier irgendwie ziemlich oft. Aber so ist das halt beim Namen Cavalera, der steht für groovende Qualität. So auch hier. Freunde von Soulfly werden von "Bloodbrawl" begeistert sein, mir sagt vor allem der an den Hardcore erinnernde Refrain zu. Ein wuchtiger, langsamer Mittelteil mäht die letzten Überlebenden der vorherigen zweieinhalb Minuten um, Platz für ein weiteres Solo wird geschaffen. Nach dem ruhigeren Part wird es noch stiller, akustische Gitarren und Streicher kommen zum Einsatz. World Music, wie man es von Max halt so kennt. Selbst Chorgesang wird hier im Hintergrund geboten. Die Cavalera-Verschwörung kennt keine musikalischen Grenzen und überzeugt mit dem "Bloodbrawl" auf ganzer Linie.
Knappe zwei Minuten dauert das punkige "Nevertrust". Max Cavalera hat hier zu allen möglichen Themen seine angepisste Meinung mitzuteilen und dieses wird mit schnellen Drums und simplen Riffs unterstrichen. Hinzu kommen kurze Gitarrensoli und Double Bass-Attacken. Hier wird live der Moshpit toben, wenn auch nur 02:22 Minuten lang. Dafür haben es die letzten dreißig Sekunden in sich, hier wird das Tempo angezogen. Dann ist Ende. Mehr ist nicht.
Wieder stampfender geht es mit "Hearts of Darkness" weiter und abgehackt geshoutete Vocals treffen mit harten Riffs und Double Bass auf schnell gespielte Soli. Man kann gar nicht anders, hier wippt alles im Takt mit. Nach gut anderthalb Minuten ist Schluß mit Groove, das Gaspedal regiert für den Zeitraum des Refrains, hiernach folgt das nächste Solo. Abwechslungsreiches Songwriting zeichnet "Hearts of Darkness" aus, Langeweile kommt während der knapp viereinhalb Minuten keinesfalls auf. Viele Breaks und Tempovariationen sorgen für Überraschungen, ein weiteres, gelungenes Stück auf INFLIKTED. Selbst Industrialsampling am Ende ist drin, hier werden Erinnerungen an Nailbomb wach.
"Must kill" stellt den abschließenden Song auf INFLIKTED dar und entpuppt sich als weiterer Thrash-Nackenbrecher. Wütend, packend und groovend, so klingt die Band auch im letzten Stück. "Must kill" erinnert leicht an die frühen Werke von Soulfly ud bietet dementsprechend kritische Texte, ein langes Gitarrensolo und eine wütende Truppe, die sich in gut fünf Minuten im Gehörgang verewigt. Live darf hier wieder gehüpft werden, der Groove kommt nicht zu knapp. Guter Abschluss.
Fazit: Eins vorab: Besser hätte die Reunion von Max und Iggor nicht klingen können: Druckvoll von Ex-Machine Head-Mitglied Logan Mader produziert bieten die Gebrüder Cavalera hier elf Songs, die allesamt überzeugen können. Kein einziger Ausfall findet sich auf INFLIKTED. Auch die Gäste, Rex Brown und Richie Cavalera, machen einen gescheiten Job und tragen zu der guten Note, die dieses Album von mir bekommen hat, bei.
Experimentell, brutal, punkig, von Groove durchtränkt und wütend, so kann man INFLIKTED beschreiben. Max holt hier alles aus seinem Stimmorgan heraus während Iggor sein Drumset teilweise aufs übelste verprügelt. Marc Rizzo sorgt wieder einmal für astreine Gitarrensoli während Joe Duplantier für den Vibe, der jeden Song auf INFLIKTED hörenswert macht, verantwortlich zeichnet.
Fans von Soulfly, Sepultura, Nailbomb und sowieso dem Schaffen der Cavaleras sollten, nein müssen hier zugreifen. ARISE, CHAOS A.D. und ROOTS waren großartig, PROPHECY und DARK AGES sind genial...INFLIKTED reiht sich nahtlos in diese Liste ein. Absolute Kaufempfehlung und mit Recht die volle Punktzahl! |
Anspieltipps:
| | "Sanctuary", "Black Ark", "Bloodbrawl" und der Titelsong stechen für mich heraus. |
Titel-Liste:
| | - Inflikted
- Sanctuary
- Terrorize
- Black Ark
- Ultra-Violent
- Hex
- The Doom of all Fires
- Bloodbrawl
- Nevertrust
- Hearts of Darkness
- Must kill
|
Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Bandinfos |
 |
 |
Neue Reviews |
 |
|