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Review: Cellout |
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Album:
| | SUPERSTAR PROTOTYPE, 2011, Nuerra |
Stil:
Wertung:
| |  3 von 7 Punkten | | V.R., 05.01.2012 |
Review:
| | Vor etwa 10 bis 15 Jahren war die schwermetallische Welt ganz schön durcheinander gerüttelt. Nachdem Anfang der 90er die Grunge-Welle zum temporären Aussterben klassischer Metalbands führte, war damit generell der Startschuss für die kommerzielle Phase des Alternative Rock gesetzt. Nach und nach schossen neue Stilrichtungen aus dem Boden, die sich zumeist dadurch auszeichneten, dass sie für kurze Zeit unglaublich erfolgreich bzw. gehypt waren und sich einige Jahre später Niemand mehr dafür interessierte, ja, sich manche sogar dafür schämten, jemals so etwas gehört zu haben. Eine Zeit lang war das die Kreuzung aus Rap und Metal nach der Art von Bands wie Rage Against the Machine, später waren es Stilrichtungen wie Emo oder Metalcore. Und um die Jahrtausendwende herum war der Trend der Stunde eben Nu Metal und Bands wie Linkin Park, Papa Roach oder Limp Bizkit konnten riesige Charterfolge feiern. Heutzutage gibt es nur noch wenige, die diese Musikrichtung zu ihren Favoriten zählen, bei den meisten ist sie eher in Vergessenheit geraten. Nicht so bei den vier schwedischen Jungs von Cellout, welche sich vor einigen Jahren zusammentaten, um genau dieser Stilrichtung zu frönen. Nun ist es ja oft nicht ganz einfach, unvoreingenommen an Platten aus ehemals weit über das normale Level hinaus gehypten Musikrichtungen heranzugehen, insbesondere, wenn man sonst eher der klassischen Rock- und Metalszene zugewandt wird. Dennoch stellt diese Review den Versuch dar, hier einfach nur die Musik zu bewerten und dies so objektiv wie eben möglich. Beginnen wir an dieser Stelle also unsere Reise in die Welt der schrammeligen Gitarren, des Sprechgesangs und der Kurzhaarfrisuren.
Cellout können mit allen genannten Ingredienzien dienen (wobei das nicht ganz stimmt, hat sich unter das Quartett doch immerhin ein Langhaarträger gemischt) und dies zeigt sich auch gleich beim Opener "Dark Days". Percy Mejhagen spricht mehr als er singt, manchmal schreit er auch, während sich die Gitarren auf eher simples Riffing beschränken. Immerhin greift der Sänger im Refrain auf seine normale Gesangsstimme zurück, was dann gleich deutlich angenehmer klingt, sich aber auf dem ganzen Album leider zumeist auf die Refrains beschränkt. Die Zutaten, die Fans der Richtung erwarten werden, sind jedenfalls alle vorhanden und dennoch fehlt diesem Titel etwas, nämlich eine zündende Melodie oder einfach die eine oder andere Stelle, die nach dem Hören des Songs hängen bleibt.
"All my Demons inside" ist da schon ein ganzes Stückchen stärker ausgefallen. Cellout klammern sich hier nicht so steif an den eng gesteckten Nu Metal-Rahmen und blicken auch über den Tellerrand hinaus. Auf diese Weise entsteht ein interessanter Song im Spektrum zwischen Nu Metal und beinahe schon klassischem Speed Metal, wobei der Schwerpunkt natürlich eindeutig beim Nu Metal liegt. Da sich der Titel nach einigem Hören auch deutlich im Ohr festklammern kann und im Pre-Chorus sogar Ohrwurmansätze vorhanden sind, haben wir es hier mit einem eindeutigen Anspieltipp zu tun.
Weiter geht es mit dem Midtempo-Song "The Gift", der stellenweise stark an Bands wie Linkin Park erinnert, ohne allerdings deren Klasse zu erreichen. Auch hier sind die typischen Nu Metal-Zutaten wieder vorhanden, aber es fehlt einfach an interessanten Melodien, der Refrain ist sogar unglaublich anstrengend ausgefallen. Nächster Titel bitte.
Und eben jener nächste Song trägt den Namen "Flooded". Cellout zeigen sich hier von ihrer ruhigen Seite und präsentieren dem Hörer eine entspannte Alternative-Ballade, die durchaus als gutklassig zu bezeichnen ist, stellenweise kommt sogar richtig Stimmung auf, zumal Percy Mejhagen hier gänzlich auf seinen Sprechgesangsstil verzichtet. Ein bisschen erinnert der Song an die früheren Charterfolge der Band Creed. Das Balladenfach beherrschen Cellout also eindeutig ziemlich gut.
Doch ein Album besteht ja nicht nur aus Balladen und so geht "Set Things straight" in eine ganz andere Richtung. Die Nu Metal-Basis wird hier mit Metalcore-Elementen vermengt, was den Song zwar ziemlich aggressiv, aber damit ja noch nicht unbedingt gut macht. Immerhin kann der Titel aber eine richtig nette Refrainmelodie mit sehr schönen Gesangspassagen aufweisen. Leider fallen die Strophen dafür ein wenig anstrengend aus, so dass für den Song keine 100%ige Empfehlung ausgesprochen werden kann. Dennoch haben wir es hier eindeutig mit einem der besseren Titel der Platte zu tun.
Über den nächsten Song "Blow" gibt es leider nicht viel Positives zu sagen. Die Melodien fallen langweilig aus, die Gitarren lärmen und ein richtiger Höhepunkt ist Nirgendwo auszumachen. Irgendwie plätschert der ganze Song lustlos im gemäßigten Tempo vor sich hin.
Gleiches gilt auch für den Titel "Breathe", welcher zwar etwas schneller, aber kein Stückchen besser als der letzte Song daherkommt. Musikalisch erinnern Cellout hier ein wenig an Limp Bizkit, doch während man sich über die Qualität der Musik jener Band ja noch streiten kann, fällt dieser Song eindeutig durch, da es nirgendwo eine besondere oder interessante Passage zu entdecken ist, die aufhorchen lässt.
Wie es besser geht, beweist "As I fall". Der Song ist zwar stellenweise etwas unmelodisch, doch ist er ziemlich abwechslungsreich ausgefallen. Softere Passagen wechseln sich mit härteren ab, hier und da wird ein Tempiwechsel eingestreut und der Refrain ist dann sogar richtig harmonisch ausgefallen und kann sich, im Gegensatz zu vielen anderen Titeln des Albums, schnell im Ohr festsetzen.
Die wenigen Höhepunkte des Albums wären hiermit abgearbeitet, denn die letzten drei Titel, welche die Namen "Fake", "In my Arms" sowie "The Tragedy in you" tragen, sind kaum der Rede wert und plätschern ohne nennenswerte Höhepunkte im Midtempo vor sich hin. Somit bleibt es jedem Hörer selbst überlassen, ob er den CD-Spieler nach Song Acht einfach ausschaltet oder ob er persönlich vielleicht doch Gefallen an genannten abschließenden Titeln findet.
Fazit: Ob man Nu Metal nun etwas abgewinnen kann oder nicht, ist ja zuallererst Geschmacksache. Fakt ist aber, dass auch diese Musikrichtung neben viel Mist auch sehr starke Songs hervorgebracht hat. Nur finden sich solche Perlen leider kaum auf diesem Album. Insgesamt sind es vier Lieder auf SUPERSTAR PROTOTYPE, die aus der sonstigen Durchschnittsware hinausragen und es bleibt jedem selbst überlassen, ob vier von elf gutklassige Songs für einen Albenkauf reichen. Insgesamt sind Cellout von der Qualität bekannterer Nu Metal-Bands jedenfalls noch eine ganze Ecke entfernt, beweisen stellenweise aber zumindest ein bisschen Eigenständigkeit, indem sie ihren recht gewöhnlichen Sound mit gelegentlichen Einsprengseln aus Musikrichtungen wie Metalcore oder, wie beim zweiten Lied, sogar Speed Metal vermengen. Dennoch kann das Gesamtfazit leider nicht sonderlich positiv auffallen, da Cellout einfach kein gutes Gespür für Eingängigkeit oder gute Melodien besitzen. Zumeist plätschern ihre Songs einfach uninspiriert vor sich hin und das ist keine typische Nu Metal-Problematik, da andere Bands wie beispielsweise Linkin Park bewiesen haben, dass es auch anders geht. Eine wirkliche Kaufempfehlung kann für SUPERSTAR PROTOTYPE also nicht ausgesprochen werden und es sieht momentan auch nicht danach aus, dass Cellout das Zeug dazu haben, sich zu Superstars der Nu Metal-Szene zu entwickeln, dafür ist ihre Musik zur Zeit einfach noch zu unausgegoren. |
Anspieltipps:
| | "All my Demons inside", "Flooded, Set Things straight", "As I fall". |
Tipp:
| | Nu Metal-Fans können Cellout ja mal ein Ohr schenken, ob sie mit der Band allerdings glücklich werden, bleibt zu bezweifeln, da sie das Level ehemaliger Szenegrößen bei den meisten Liedern nicht mal ansatzweise erreichen. Den einen oder anderen interessanten Titel enthält die Platte aber trotzdem, so dass sich der Kauf des Albums zumindest für eingeschworene Anhänger der Richtung lohnen oder Alles-Sammler könnte. |
Titel-Liste:
| | - Dark Days
- All my Demons inside
- The Gift
- Flooded
- Set Things straight
- Blow
- Breathe
- As I fall
- Fake
- In my Arms
- The Tragedy in you
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.celloutonline.com  |
Probehören und Kaufen:
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