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Review: Chain Reaction |
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Album:
| | CUTTHROAT MELODIES, 2010, Kolony |
Stil:
| | (Modern) Thrash Metal, Stoner Rock |
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 23.05.2010 |
Review:
| | Nur ein Jahr nach dem letzten Album VICIOUS CIRCLE geht das polnische Quintett bereits mit dem nächsten Album an den Start. Mit einer aggressiven Mischung aus modernem Heavy Metal einer gehörigen Portion Thrash und einer Prise abgespactem Stoner Rock erwartet den Zuhörer ein volles Brett Metal aller erster Güte.
Schon nach dem ersten kurzen Durchhören ist klar, Brüllwürfel Bartosz Szarek drückt des Songs gnadenlos seinen Stempel auf und wird dabei von einer sehr agilen und spielfreudigen Gitarrenfront unterstützt, die neben ihren Powerchords niemals die Melodik vergisst. Getragen wird dies alles von einer treffsicheren Rhythmusfraktion, die jedes Break und jeden Tempowechsel auch rückwärts im Schlaf spielen könnte, so hat es zumindest des Anschein.
Beim Opener "Twinge" und seinem Nachfolger das stampfende "Prime Integers", gibt es schon einmal die erste große Keule auf die Zwölf, wobei man den Knüppel durchaus gezielt kreisen lässt. Mit viel Liebe zur Melodik wird niemals hirnlos drauf los geschlagen, sondern hinter allem stehen recht abwechslungsreiche Melodielinien, die ihren Namen auch verdienen.
Etwas härter gibt sich "God lives too long", das besonders von seinem gnadenlosen Zug nach vorne lebt und immer wieder mit gesprochenen Breaks überrascht, ohne dass der Spielfluss verloren geht.
Bisher ist von dem angekündigten Stoner noch wenig zu hören gewesen. Das ändert sich jedoch spätestens mit dem Song "Elder thrived", der eine interessante Symbiose aus Thrash und psychedelischen Elementen erfahren hat. Wer jetzt denkt, nach ein paar Stoner-Riffs wäre alles erledigt, der hat die Rechnung ohne die brachiale Tempoverschärfung gemacht. Prädikat: Interessant und hörenswert.
Nach so viel modernen Songs regiert bei "Insomnia revised / H.B. Woodrose" zunächst der traditionelle Heavy Metal gewürzt mit ein paar modernen Elementen und aggressiven Shouts. Das wäre aber viel zu einfach und kurz gefasst, denn immerhin hat der Song fast sieben Minuten (die es in sich haben) und liefert so manche Überraschung - erwähnte ich die Akustik-Gitarre?
Es geht aber auch kurz und schmerzvoll mit voller Kraft auf die Murmel. Hohes Tempo und keine Kompromisse kennt "Class 'A' Prisoner", bevor mit alternativen Klängen das etwas langsamere aber dafür umso intensiver groovende "Projecting AM" die Bühne aufmischt.
Etwas aus dem bisherigen Rahmen fällt der rotzfreche und toughe Rocker "When Road & Boozed collide", der überwiegend mit cleanem Gesang und flotten Gitarren punktet. Es zeigt, das die Polen durchaus auch über den Tellerrand hinweg schauen wenn auch noch ein paar Kilometer fehlen, will man die Klasse der Genre-Junkies Volbeat erreichen - muss aber auch nicht sein.
Der Rest "No Logo", "Intra Vires" und das Schlusslicht "Eleven if" mit seinen Akustik-Gitarren bieten nicht wirklich Neues, sind aber abwechslungs- und einfallsreich genug und in keinem Fall schnöde Füllkost.
Fazit: Bisher sind mir weder der Sänger Bartosz Szarek, noch die Gitarristen Piotr Przygoda und Daniel Lechmanski, Bassist Michal Michalski oder Drummer Lukasz Konarski aufgefallen, doch das ändert nichts daran, dass die Polen ihr bestes geben um Größen wie Pantera und Machine Head nachzueifern. Mit diesem Album zeigt das Quintett eindrucksvoll, dass man es ernst meint und man sich durchaus in Augenhöhe mit den derzeitigen Genregrößen messen möchte. Hier bleibt nur ein Urteil: Unternehmen gelungen - Daumen nach oben auf der ganzen Linie.
Dass dabei das Thrash-Rad generell nicht neu erfunden wurde, spielt keine Rolle, denn mit Spielfreude, modernem Anstrich, vielen kleinen frischen Überraschungen, einem durchgehend griffigen Riffing und einer druckvollen Produktion kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Ob das durchgängige Konzept der Analogradio-Sendersuche vor fast jedem Song wirklich einfallsreich war oder nervt, darf jeder selbst entscheiden. |
Anspieltipps:
| | Das stampfend nach vorne marschierende "Prime Integers", das breaklastige "Elder thrived", das Mini-Epos "Insomnia revised / H.B. Woodrose" und der Rotzrocker "When Road & Boozed collide". |
Tipp:
| | Stiloffene Thrash-Fans werden hier sicherlich abwechslungsreiche Kost finden, die eine frische Bereicherung für allzu festgefahrene Bay-Area-Vorlieben bietet. |
Titel-Liste:
| | - Twinge
- Prime Integers
- God lives too long
- Elder thrived
- Insomnia revised / H.B. Woodrose
- Class 'A' Prisoner
- Projecting AM
- No Logo
- When Road & Boozed collide
- Intra Vires
- Eleven if
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.chainreaction.pl  |
Probehören und Kaufen:
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