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Review: Châlice
 
BARE

Album:
 BARE, 2007, Rock Phone Records

Stil:
 Hard Rock, Heavy Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.W., 05.08.2007

Review:
 BARE ist das Dankeschön der Band an alle treuen Fans, die sich schon lange nach einem Unplugged-Album der Truppe sehnten. Jetzt ist es endlich da, mit den bekannten Stücken ihrer Alben und einem sogar bisher unveröffentlichten Track.

Den Anfang macht hierbei "Body & Soul" von CHAMELEONATION. Statt Keyboards wartet die Band mit einem echten Piano und Akustikgitarren auf. Bläser unterstreichen das Ganze. Der Grundrhythmus ist eingängig, der Gesang teilweise vorhersehbar, aber schön kombiniert mit dem weiblichen und männlichen Part. Das Pianosolo erinnert stark an Jazz.
Es folgt "I'll be there", der bisher unveröffentlichte Song, der nur für diese LP entstand. Der startet nicht so kraftvoll wie Track eins, sondern setzt auf ein moderates Intro, bei dem sich alle Instrumente in Hintergrund halten. Einigt sich gut für romantische Abende zu zweit, diese Liebesballade.
"Shotgun Alley" stellt sich mit ruhigen Akustikgitarren vor. Der Gesang wirkt sehr variabel, der Grundrhythmus bleibt im Ohr. Auch dies ist wieder ein recht ruhiges Stück. Außer Akustikgitarren und Percussioninstrumenten spielt noch eine Flöte ihr Solo ein. Insgesamt erscheint das Stück nicht gerade spannend.
Bei "Turn into" mischen sowohl Piano als auch Bläser wieder mit. Letztere tun aber zeitweise weh im Ohr. Die Strophe ist ruhig und gefühlvoll eingesungen, die volle Konzentration liegt auf dem hervorragend präsentierten Text. Auch hier ist der Backgroundgesang gut abgestimmt. Alles in allem ein sehr melodischer Teil der Platte, bei dem mich persönlich aber die Bläser nerven.
"Hollywood Daze" kehrt diese Störung aber schnell aus dem Weg. Druckvoll und enthusiastisch zeigt sich Song fünf. Die Gitarren sind perfekt auf die Percussion abgestimmt. Hier kommt richtig Stimmung auf. Ein Dauerbrenner mit gaaaanz viel Ohrwurmcharakter!
Auch "Run for Cover" weist ein höheres Tempo auf als der zweite und dritte Track. Hier bilden Piano und Percussion-Elemente die Basis. Die Gitarren ergänzen die instrumentale Seite gut, allerdings ist die Entwicklung des Stückes zu vorhersehbar. Trotzdem zählt es nicht zu den schlechten Songs, der instrumentale Part rückt es ins Mittelfeld.
"Somewhere" ist aber dann doch wieder mehr auf die Balladenseite ausgerichtet, was direkt zu Anfang durch die Flöte deutlich wird. Melodisch-schmalziger Gesang wird von einfachen Gitarrenriffs begleitet. Die Flöte vermittelt den Eindruck, man sei in einem fernen Elfenland und läge entspannt auf einer saftig grünen Wiese. Für mich ist die kreierte Atmosphäre eindeutig zu kitschig.
Mehr Drive weist da schon "Can't you feel it" auf. Auch wenn die Strophe wieder recht ruhig einsteigt, findet sich doch eine Klimax hin zum Refrain. Besonders gut sind die unterschiedlichen Gesangsparts arrangiert. Die weibliche und männliche Stimme fügen sich gut zusammen. Die Melodie betont wieder die gefühlsreiche Seite dieses Stückes. Auf jeden Fall hörenswert.
Mit "Kick it" kommt der Rock'n'Roll zurück! Das Piano bringt Schwung und auch der positiv eingestellte Gesang schafft Bewegung. Jetzt ist Zeit zum Abgehen. Einfach nur geil! Bester Song ever, doch leider nur von relativ kurzer Dauer!
Daran schließt sich mit 5:10 Minuten der längste Song der Platte an, "Falling". Er wirkt ein wenig traurig, vielleicht sogar depressiv und erneut sehr melancholisch. Erinnert mich zum Teil an Bon Jovi's Schmalzballaden, sowohl textlich als auch instrumental. Muss man drauf stehen, ansonsten rate ich eher ab.
Quirlige Akustikgitarren schaffen das Intro zu "T.W.I.M.T.B.". Vor allem die Vocals bringen Tempo in das Stück. Instrumente halten sich bis auf die Gitarren zurück bzw. fehlen ganz. Trotz einfachem Aufbau erscheint dieses Werk durchaus abwechslungsreich. Eines der besseren Stücke für mich. Rockt einen zwar nicht gerade aus den Socken, hat aber tanzbaren Charakter und erinnert ein wenig an Western-Musik.
Man achte bei "Make a Cross" vor allem auf die hervorragenden Gitarrenarrangements. Der Gesang wirkt beruhigend, kurzzeitig auch einschläfernd. Der gute Text ist in unterschiedlichen Nuancen vorgetragen, was den Track hauptsächlich interessant macht. Insgesamt aber doch mittelmäßig.
"My own Paradise" hält, was der Titel verspricht. Sowohl die Instrumente als auch der Gesang fügen sich in Harmonie zusammen. Auch hier tritt der melodisch-schöne Charakterzug von Châlice in den Vordergrund. Für mich gibt es hier musikalisch nichts Neues zu entdecken, das Stück hat aber durchaus seine Berechtigung auf diesem Unplugged-Album.
"Apart" stellt sich mit Ruhigen Gitarren und schönen Melodien vor. Besonders der abwechslungsreiche Gesang fällt ins Ohr. Das Akkordeon im Hintergrund ist zwar ungewöhnlich fügt sich aber positiv ins Gesamtbild ein. Vom Reinhören wird nicht abgeraten, denn besonders der Gesang zum Ende hin kann überzeugen.
In "Wonderland" beginnt das Piano langsam und steigert sich immer schneller. Ausgezeichnete Melodien prägen dieses Stück. Allein das musikalische Intro reißt einen mit. Dieses Stück ist ein reines Instrumental, aber ganz oben bei den Top-Songs dabei.
Den Übergang zum nächsten Song, "Amnesty" nimmt man kaum wahr. Leider hebt dieser sich bis auf das ebenfalls gute Piano und leicht ausgeprägterer Percussion-Sessions nicht wirklich von den anderen ab und erreicht nicht viel auf der Punkteskala. Okay, aber nicht supertoll, dachte ich bis zur Hälfte. Dann kommt aber der druckvollere und doch recht anspruchsvolle Part, so dass man die Nummer doch empfehlen kann.
"The Rain is gone" hat stimmlich und gesanglich wieder starke Ähnlichkeit mit Jon Bon Jovi. Textlich ist dieses Stück von viel Kitsch geprägt, was sowohl durch Streicher als auch die typisch ruhigen Akustikgitarren deutlich wird.
Mit knapp dreieinhalb Minuten beendet "Hold on to the Years" die Unplugged-Scheibe mit Pep, flüssigen Gitarren, ungewohnt lautem Schlagzeug. Hier merkt man der Band ihre Spielfreude richtig an. Dieses Ende lässt alle schlechteren Songs in Vergessenheit geraten. Die Unplugged-Version zeigt in einigen Passagen Ähnlichkeiten mit R.E.M., was mich aber nicht davon abhält, auch diesem Werk ein "Empfehlenswert" aufzudrücken.

Fazit: Wer nicht auf viel Melodik steht, sollte dieses Album nicht anrühren. Für Fans aber ist die Scheibe ein Must-Have und auch für diejenigen, die für alles offen sind. Immerhin entstand die Platte auf Drängen der Hörer hin. Und auch wenn der Unplugged-Boom vorbei ist, können Châlice doch mit emotionalen, aber auch temporeichen Stücken durchaus überzeugen.

Tipp:
 "Hollywood Daze", "Can't you feel it", "Kick it", "Wonderland", "Hold on to the Years"

Titel-Liste:
 
  1. Body & Soul
  2. I'll be there
  3. Shotgun Alley
  4. Turn into
  5. Hollywood Daze
  6. Run for Cover
  7. Somewhere
  8. Can't you feel it
  9. Kick it
  10. Falling
  11. T.W.I.M.T.B.
  12. Make a Cross
  13. My own Paradise
  14. Apart
  15. Wonderland
  16. Amnesty
  17. The Rain is gone
  18. Hold on to the Years

Laufzeit:
 68:00 Min.


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