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Review: Cheeno
 
2 FACE MACY

Album:
 2 FACE MACY, 2010, Soulfood

Stil:
 Alternative Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.U., 09.06.2010

Review:
 Cheeno werden 2005 gegründet und stammen aus Saarbrücken. Die Band besteht aus den beiden Gitarristen Joey Siedl und Phil Hillen, dem Bassisten Carsten Pinkle und Schlagzeuger Mike Müller (alle zuvor bei Autumnblaze) sowie der Sängerin Jennie Kloos. Auch Jennie ist keine Unbekannte mehr. Sie spielte bereits als Solistin im Konzerthaus Dortmund oder mit den Münchner Symphonikern zusammen. 2006 erscheint die erste EP mit dem Titel TRY TO RESCUE. Danach folgen unzählige Auftritte in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Am Ende des gleichen Jahres werden sie zum Sieger des Deutschen Rock- und Poppreises mit ihrem Song SILIZUM in der Kategorie "Best Alternative Rock" gekürt und verweisen knapp 800 andere Bands in ihre Schranken. 2008 erscheint ihr erstes Album unter dem Namen THE NEXT STEP WILL BE THE HARDEST. Und zwei Jahre später schon das zweite Album 2 FACE MACY, zu welchem im Jahre 2009 die Arbeiten beginnen. Erscheinungsdatum ist dann schliesslich im Mai 2010. Passend zum Album erscheint auch ein Comic Buch, welches im Stil des Album Artworks gehalten ist (was richtig klasse gelungen ist) und die Hintergrundgeschichte bildlich illustriert.

Ziemlich rockig startet das Album mit "Macy's Anthem", was auch gleich zum Titelsong küren sollte. Die Stimme von Jennie ist sehr gefühlvoll und sehr melancholisch. Der gesamte wirkt relativ schwerfällig, aber er hat etwas an sich, dass in sehr hörenswert macht. Ein typischer Vertreter des Alternative Rocks.
Ganz im Gegenteil dazu fetzt man mit "No harm Intended" so richtig ab. Tolles Schlagzeug, heavylastige Gitarre und wieder diese Stimme, die auch traurige Nuancen aufweist. Der Song ist eine gute Mischung zwischen ruhigen und harten Passagen. Erinnerungen an die Guano Apes werden wach. Die tendierten auch in eine solche Richtung.
Schon ein bisschen in Richtung Punk und Ska wirkt "The Both of me". Hier werden die Anklänge an die Guano Apes noch hervortretender.. Man merkt, dass Jessie auch schon klassische gesungen hat, denn die Stimme hat eine ungeahnte Macht.
"Chemical Attraction" klingt eher nach Hardrock. Richtig toller Groove, eine tolle Stimmung, die hier herrscht. Auch dieser Song tendiert eher in die Richtung gefühlvoll mit rockigen Einlagen.
Sehr experimentell klingt "Raum 18". Der Song lässt sich anfangs irgendwie nicht so ganz richtig einordnen. Glücklicherweise kehren sie wieder zu ihrer Linie zurück und man fühlt sich fast froh, hier angekommen zusein. Das Schlagzeug ist allgegenwärtig und dominiert den Song. Warum nicht?
So, mal wieder eine Mischung aus Hardrock gepaart mit Ska. Das ist "Disarray". Die Stimme klingt diesmal ziemlich traurig und auch gedrückt. Ihre Qualitäten als Sängerin stellt Jessie wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis.
Na das wollen wir nicht hoffen. Bis "See you next Sunday" warten. Kommt gar nicht in die Tüte. Wir wollen den Song gleich hören. Extrem balladenhaft beginnt der Song und hat sogar ein paar wenige spanisch klingenden Züge. Dies balladenhafte Stimmung dauert fast den ganzen Song über an und der dauert immerhin über sechs Minuten.
Mit dem nächsten Song "One Mile ahead" wird es wieder richtig rockig und fetzig. Das macht richtig Freude da zuzuhören. Aber jedem sei eine kleine Pause gegönnt. Der Song hat definitiv "Ohrwurm"-Charakter.
"Who's the One" ist wieder Fall von klassischer Gitarre und fast schmalzigem Gesang. Es ist verständlich, dass Jessie ihre Stimme in möglichst vielen Facetten darbieten will. Und daher auch die teilweise sehr unterschiedlichen Songs und Stilrichtungen.
Höret man da etwa Anklänge an Heavy Metal? Nun auf den ersten Eindruck scheint es so, dass "Rearviewmirror" einem diesen "Wunsch" erfüllt. Aber bleibt doch lieber beim Alternative Rock.
Gegensätze ziehen sich an. So auch im letzten Song "Hate-Love". Hass und Liebe. Der Sound tendiert eher zu "Hass" während die Stimme eher zu "Liebe" tendiert. Ein gelungene Mischung, die einem so richtig unter die Haut geht.

Fazit: Das vorliegende Album ist kurz und knapp gesagt eine Wucht. Allerdings muss man auch so eine Art Musik mögen. Zum Glück bin ich für fast alle Stilrichtungen offen. Und wenn etwas in Richtung Guano Apes geht, bin ich eh nicht zu halten. Zumal sollte man auch deutsche Bands unterstützen. Die Stimme von Jessie ist genial und ich glaube, der kann keiner wirklich widerstehen. Die muss man einfach lieben. Die Stimmgewalt hat das Vermögen, sich einem bis in die letzten hinteren Gehirnwindungen einzugraben und einem nicht mehr loszulassen. Es ist immer wieder, dass solche klasse Bands eher im Untergrund agieren als an die breite Öffentlichkeit zu gehen.. Mit diesem Album wird "The Next Step Will Be The Hardest" bestimmt nicht der Härteste. Und: Die Webseite ist eine Augenweide! Kein MySpace und so, sondern ein richtiger, professioneller Internetauftritt.

Anspieltipps:
 "Macy's Anthem", "The Both Of Me", "Chemical Attraction", "Disarray", "One Mile Ahead", "Rearviewmirror" und "Hate-Love" sollte man sich auf jeden Fall anhören.

Titel-Liste:
 
  1. Macy's Anthem
  2. No harm Intended
  3. The Both of me
  4. Chemical Attraction
  5. Raum 18
  6. Disarray
  7. See you next Sunday
  8. One Mile ahead
  9. Who's the One
  10. Rearviewmirror
  11. Hate-Love

Laufzeit:
 49:58 Min.

Band-Infos:
 
  • www.cheeno.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Cheeno: 2 FACE MACY

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