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Review: Chickenfoot
 
CHICKENFOOT III

Album:
 CHICKENFOOT III, 2011, Ear Music

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.A., 24.01.2012

Review:
 Knapp zwei Jahre haben sich die Herren Satriani, Hagar, Anthony und Smith Zeit gelassen, um den Nachfolger ihres zwar kommerziell recht erfolgreichen, jedoch in Kritikerkreisen eher umstrittenen Debüts einzuspielen. Die verhältnismäßig lange Pause war vor allen Dingen der Tatsache geschuldet, dass Drummer Chad Smith mit seiner Hauptband am neuen Album tüftelte. So geht der kompositorische Löwenanteil auch auf das Konto von Joe Satriani und Sammy Hagar. Nun, sie haben die Zeit in jedem Fall sinnvoll genutzt, was sich neben dem druckvolleren und klareren Sound auch in wesentlich ausgereifteren Kompositionen niederschlägt.

Was beim irritierenderweise "III" betitelten Album sofort auffällt, ist die Geschlossenheit, mit der sich Chickenfoot auf ihrem zweiten Werk präsentieren. Hier hat sich aus einem anfänglichen Projekt mittlerweile eine richtige Band entwickelt. Angesichts der ausgiebigen Live-Auftritte im Anschluss an die Veröffentlichung des Debütalbums ist diese Entwicklung aber andererseits auch nicht sonderlich überraschend.

Der knallharte Powerhouse-Sound des treibenden Eröffnungsstücks "Last Temptation" zeigt zum Auftakt mal eben wo der Frosch die Locken hat. Grandios!
Mit dem ein wenig nach AC/DC klingenden Follower "Alright Alright" beweist Sammy Hagar der Welt dann mal wieder, zu welch großartigen Hooklines er immer noch fähig ist. Obwohl die Nummer kompositorisch sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss ist muss man sich beim Refrain einfach geschlagen geben. Das Teil pfeift man sofort mit!
Mit "Different Devil" folgt dann der schwächste und - oder gerade deswegen- kommerziellste Song von III. Die Midtempo-Nummer ist ganz klar auf Radio-Airplay ausgelegt und hätte ebenso gut Platz auf einer beliebigen Van Halen Scheibe der späten Achtziger/frühen Neunziger gefunden.
Zum Glück hält das Formtief nicht lange an, denn mit dem stampfenden Beat und dem fetten Gitarrensound von "Up next" und "Lighten up" zeigen Chickenfoot den Kritikern die lange Nase und geben dem Fan, wonach er verlangt. Nach fetten Gitarren, treibenden Drums und unschlagbaren Hooklines. Nebenbei haut Satriani auf beiden Songs wahre Killer-Soli raus. Fantastische erste Halbzeit
Zu Beginn der zweiten Hälfte folgt mit der atmosphärischen Halb-Ballade "Come Closer" einer der Höhepunkte des Albums. Die famos groovende Rhythmusarbeit legt den Grundstein für die gefühlvollen Vocals von Meister Hagar, während Satriani hier durch dezentes und unwiderstehliches Einzelnotenspiel die Melodielinie liefert. Gänsehaut pur!
Gnadenlos geht dann "Three and a half Letters" mit fetten Riffs und Power-Vocals von Mr. Hagar nach vorne und untermauert die Erstklassigkeit der Beteiligten.
Mit "Big Foot" folgt der nächste und leider auch letzte Höhepunkt. Der grandios groovende Riffer geht sofort in die Beine und rockt das Haus nieder. Satriani entlockt seiner Axt auch hier wieder einige teuflische Licks.
Mit dem bluesigen "Dubai Blues", folgt dann ein eher durchschnittlicher Hardrocker, der sicherlich nicht schlecht ist, im Vergleich zum bisher gehörten jedoch klar abstinkt.
Zum Abschluss kommt uns der fantastische Vierer dann noch mal mit der wunderschönen und bluesigen Akustik-Ballade "Something going wrong" ums Eck, deren Refrain sich wiederholt sofort in den Gehörgängen festsetzt. Gelungener Abschluss eines überaus gelungenen Albums.

Zusammenfassend muss man den vier - nicht mehr ganz taufrischen - Herren daher attestieren, sich mit dem zweiten Album wesentlich gesteigert zu haben. Nicht nur was die geschlossene Bandleistung angeht. Auch die Songs sind durchweg stärker und individueller ausgefallen, als dies auf dem Erstling der Fall war. Bin positiv überrascht und letztendlich doch noch ein großer Chickenfoot-Fan geworden!

Fazit: Obwohl es sich hier um das zweite Werk der Allstar-Kapelle um Joe Satriani und Sammy Hagar handelt, trägt es den Titel "III". Humor haben die Jungs ja, dass muss man ihnen lassen. Im Gegensatz zum Debüt servieren die Jungs auf dem neuen Album auch die stärkeren Songs und einen klareren und druckvolleren Sound. III bietet handwerklich perfekt inszenierten und aufrichtigen Mainstream-Hardrock, nicht mehr, nicht weniger. Auch wenn einige wenige Nullnummern dabei sind muss man sich spätestens bei Songs wie "Big Foot", "Up next" oder "Come Closer" geschlagen geben bzw. diese Scheibe einfach gut finden.

Anspieltipps:
 "Last Temptation", "Up next", "Come Closer", "Big Foot", "Something going wrong".

Tipp:
 Die Limited Edition enthält neben der regulären CD eine DVD mit einer Making of-Doku, Interviews, Behind the Scenes-Material + Video Clips. Zudem wurden dem Digi-Pack 3-D-Fotokarten von jedem Bandmitglied beigefügt, die man sich mit der ebenfalls beigefügten 3-D-Brille anschauen kann. Nettes Gimmick!

Titel-Liste:
 
  1. Last Temptation
  2. Alright Alright
  3. Different Devil
  4. Up next
  5. Lighten up
  6. Come closer
  7. Three and a half Letters
  8. Big Foot
  9. Dubai Blues
  10. Something going wrong

Laufzeit:
 45:17 Min.

Band-Infos:
 
  • www.chickenfoot.us 

  • Probehören und Kaufen:
    Chickenfoot: CHICKENFOOT III

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