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Review: China Blue |
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Album:
| | TWILIGHT OF DESTINY, 2008, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 08.02.2009 |
Review:
| | Wenn es im Guinness Buch der Rekorde einen Eintrag für den längsten Zeitraum zwischen der Gründung einer Band und dem Erscheinen des ersten Albums geben würde, hätte China Blue ihn verdient und damit sogar die Schweden Gypsy Rose geschlagen, die immerhin 24 Jahre (1981-2005) gebraucht haben. Eric Ragno ein Keyboarder gründete zusammen mit einem Freund Ende der Achtziger China Blue. Annähernd zwanzig Jahre später ist nun das Debüt erschienen. Ragno war in der Zwischenzeit für mehrere Bands tätig. Im Sog der vielen Alben die 2008 den Stil der guten Achtziger wieder aufleben ließen, kramte Ragno seine alten Songs hervor überarbeitete sie und schrieb noch einige neue dazu. Mit der Unterstützung bekannter Musiker wie Josh Ramos an der Gitarre, Zane Peterson Drums und vor allem Tony Mills Vocals nur um einige zu nennen, erschien im Dezember 2008 nun endlich das Debüt TWILIGHT OF DESTINY. Gut Ding will Weile haben sagt der Volksmund. Aber ob Rock Songs zwanzig Jahre lagern müssen um wie ein guter Wein noch besser zu werden, oder ob die Nummern inzwischen nur reichlich Staub angesetzt haben, soll dieses Review klären.
Der Opener "What do you need but Love" startet mit wabernden Keyboards, daraus schält sich die markante Stimme von Tony Mills. Die Rhythmusinstrumente treiben an, genau mit dem richtigen Maß, nicht zu stark und nicht zu wenig. Im Refrain, teils unterstützt durch mehrstimmigen Gesang erinnert Mills in den hohen Tonlagen auffallend an Steve Perry von Journey. Vor meinem geistigen Auge erscheint sofort "Who is crying now". Ein Gitarrensolo darf nicht fehlen bevor alles mit leisem Piano ausklingt.
Mit Klavier vom Keyboard geht es auf "I feel like dying" gleich weiter. Die Gitarren sind hier etwas dominanter. Im Chorus hat der Song einen tollen Groove und man wird sofort zum Mitsummen animiert. Dazwischen gibt es ruhige Klavier Passagen und später ein schönes Gitarrensolo.
Zuerst sind auf "Changing Ways" nur rauschende Keyboards und zurückhaltende Drums zu hören bevor die Gitarre mit wunderbar klarem Sound einsetzt. Hervorheben möchte ich das tolle Zusammenspiel von Leadgitarre und Keys, die verstehen sich wirklich blind, speziell in den fließenden Wechseln von einem auf das andere Instrument. Die Melodie und besonders die Vocals könnten auch von einem Journey Album stammen. Gegen Ende wird der Track dann noch intensiver und eindringlicher.
"So wrong" ist ein weiteres melodisches Stück aber weniger eingängig als die Vorgänger. Es ist eher im Bereich AOR mit ganz leichtem progressiven Einschlag angesiedelt. Erst erklingen die Keys wie eine Hammond Orgel dann gesellen sich Gitarren und Drums dazu. Der Bass der auf beinahe allen Songs mehr Raum hat als gewöhnlich, ist hier noch eine Spur mehr im Vordergrund als sonst. Die Vocals sind nach bewährter China Blue Manier im Chorus mehrstimmig.
Sehr balladesk gibt sich "Don`t be a Stranger". Langsam und ruhig mit einschmeichelnder Melodie ist das Lied stark auf den Gesang von Mills zugeschnitten. Ein richtiger Schmusesong bei dem auch die Lyrics das Herz jeder Dame betören: DonŽt be a Stranger, don`t be alone tonight". Dazu kitzelt Josh Ramos die Gehörgänge mit seinem Gitarrenspiel voll mit Emotionen.
Auch "Crimes (of Passion)" hat ein Keyboard Intro. Eine leise Gitarre unterstreicht die traurigen Vocals. Recht sentimental der Anfang gewinnt der Track später deutlich an Fahrt. Die Drums und der Bass ziehen das Tempo an und verpassen dem Ganzen einen dramatischen Anstrich. Jetzt geht es richtig rockig zur Sache.
Mit "Passion" gibt es eine nachdenklich stimmende Halb-Ballade. Zu Piano, Keyboard Streichern und weichem Gesang ist es besonders die gefühlvolle Gitarrenarbeit von Lead- und Rhythmusgitarre die nie zu dominant sind und mit viel Gefühl den Song prägen.
Erneut ist auf "MovinŽon" als Einleitung ein Piano zu hören bevor die anderen Instrumente einfallen. Der Bass wird betont. Typisch für China Blue geht man mit gebremstem Tempo und einer Melodie die gut ins Ohr geht zu Werke. Die tolle Leadgitarre ist nie zu aufdringlich doch ständig präsent.
Überraschung! Der Titelsong "Twilight of Destiny" ist ein kurzes instrumental Stück. Mit leisem Piano und stimmungsvoller Gitarre mit melancholischem Unterton dient die Nummer als Einleitung für "Lost". Die beiden gehen auch nahtlos ineinander über. Hier geht man sehr ruhig und beschaulich vor. Mills kann mit seinen Vocals glänzen.
Nach so vielen leisen Tönen ist es Zeit für mehr Schwung und härtere Töne.
Genau das wird mit "Take me as I am" serviert. Ein Highlight ist das Gitarrensolo bei dem Josh Ramos so richtig schön schreddern darf.
Zum Schluss folgt mit "A last Goodbye", noch ein Instrumental. Neben dem Keyboard ist es vor allem die einsame Gitarre die immer stärker in den Vordergrund tritt und die Szene beherrscht. Mal verhalten, mal schnell wirbelnd mit kristallklarem Gitarren Sound könnte das Stück auch von Joe Satriani stammen.
Fazit: Im Falle China Blue hat sich das Warten gelohnt. Tief verwurzelt in den Achtzigern entführt uns TWILIGHT OF DESTINY zurück in eben diese Zeit und beweist, dass gut gemachter Hard Rock kein Verfallsdatum kennt sondern ganz einfach zeitlos ist. Die Songs gefallen mit eingängigen, nostalgisch romantischen Melodien, die Rhythmusfraktion treibt prima an, das Keyboard untermalt gekonnt übernimmt öfters sogar die Initiative und die beiden Gitarren lassen das Herz jeden Musikfans, der auf eben dieses Instrument steht, höher schlagen. Doch wo Licht ist, ist meist auch Schatten. So hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht, mindestens einen flotten Uptempo Fetzer. Manches klingt sehr ähnlich und ist zu vorhersehbar. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir es mit einem sehr guten Hard Rock Album zu tun haben das auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Die gute Stimme von Tony Mills passt ausgezeichnet zu den Songs. Genau wie bei seiner früheren Band Shy. Ich glaube hier ist Mills sogar besser aufgehoben als bei seiner jetzigen Gruppe TNT. |
Anspieltipps:
| | "What do you need but Love", "Changing Ways", "Twilight of Destiny", "Take me as I am" und "A last Goodbye" |
Tipp:
| | Melodic Hard Rock Fans, AOR Liebhaber und ganz speziell Anhänger von Journey finden hier ein Album das ihnen garantiert viel Musikgenuss beschert. Ältere Semester werden in Erinnerungen schwelgen. Es gibt auch heute noch Musik die die Seele streichelt. Auch so kann knackiger Kuschel Rock aussehen, ganz ohne Schmalz und doch jede Menge Treffer ins Herz. |
Titel-Liste:
| | - What do you need but Love
- I feel like dying
- Changing Ways
- So wrong
- Don`t be a Stranger
- Crimes (of Passion)
- Passions
- MovinŽon
- Twilight of Destiny
- Lost
- Take me as I am
- A last Goodbye
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.chinabluemusic.com  |
Probehören und Kaufen:
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