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Review: Christ Agony |
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Album:
| | NOCTURN, 2011, Mystic Production |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | V.R., 19.01.2012 |
Review:
| | Auch wenn Polen vielleicht nicht die erste Adresse in Sachen Metal darstellt, so stammen doch einige interessante Bands aus unserem östlichen Nachbarland. Die True Metal-Band Crystal Viper wäre da natürlich zum einen zu nennen, noch wesentlich bekannter dürften inzwischen allerdings die Death-Metaller von Vader sein, welche schon seit Jahren für Furore in der Szene sorgen. Vader ist zum Thema Christ Agony dann auch gleich das richtige Stichwort, hat der heute bei Christ Agony aktive Bassist Reyash doch früher auch mal bei der polnischen Death Metal-Vorzeigeband gespielt. Musikalisch steht die aus der polnischen Kleinstadt Morag stammende Gruppe allerdings für eine andere Richtung - lupenreiner Black Metal der klassischen Schule steht auf dem Programm. Und das schon seit 1990, denn Christ Agony sind bei weitem keine Newcomer mehr und haben im Laufe ihrer 21-jährigen Geschichte schon acht Alben veröffentlicht. Vor Kurzem, genauer gesagt Ende 2011, erschien mit NOCTURN schließlich das neunte Werk der Gruppe. Schauen wir doch mal, ob das Album das Zeug dazu hat, den Bekanntheitsgrad der Gruppe zu erhöhen.
Der Opener "Opus Sacrum / Reign of Chaos" fällt jedenfalls ziemlich solide aus und bietet innerhalb von drei Minuten routinierten melodischen Black Metal, der weitgehend ohne Blastbeat-Attacken auskommt. Qualitativ bewegen sich Christ Agony hier im Bereich gehobenen Mittelmaßes, wobei das atmosphärische Akustikintro zur Auf-, der eintönige, phasenweise auch belanglos anmutende Gesang aber wiederum zur Abwertung führt.
Auch "Frozen Path unholy Fire" bietet weitgehend Mid-Tempo-lastigen Black Metal mit gelegentlichen Ausflügen in Highspeed-Gefilde, aber auch schleppende, überaus finstere Doom Metal-Passagen. Durch diese Abwechslung gewinnt der grundsätzlich recht ordentliche Song ungemein und bietet sich damit ganz klar als Anspieltipp an.
"The Stigma of Hell" ist dann wieder durchgängig im Black Metal-Umfeld zu verorten und fällt besonders durch seine bedingungslose Tradition auf. Christ Agony interessieren sich nicht für irgendwelche Trends und spielen ihren Black Metal so, wie man es schon aus den frühen 90ern gewohnt ist. In diesem Umfeld kann die Gruppe durchaus überzeugen. Zur Oberklasse gehört die Band zwar noch nicht, doch die 21-jährige Erfahrung merkt man ihnen definitiv an.
Von ihrer überaus melodischen Seite zeigen sich Christ Agony bei "Silent Gods of Darkness". Dies alles geschieht aber immer noch im Rahmen des traditionellen Black Metals, symphonische Ausflüge wie bei Dimmu Borgir sind hier also nicht zu erwarten.
Wieder etwas härter, aber dennoch sehr melodisch, geht die Band dann bei "Demonicon Illuminati" zu Werke. Christ Agony beherrschen ihr Handwerk durchaus und liefern mit ihrer Musik genau das ab, was viele Traditionalisten erwarten werden, doch bleiben sie musikalisch hier, wie auch bei den meisten anderen Titeln, innerhalb recht eng gesetzter Grenzen verhaftet.
Bei "Black Star falling" überschreiten sie diese Grenzen dann aber doch noch einmal und stellen sich stilistisch deutlich breiter auf. Verspielte Akustikeinschübe sorgen dabei ebenso für Abwechslung wie kurzzeitige Ausflüge in melodische Death Metal-Gefilde.
Auch ihrem Faible für doomige Klänge geben Christ Agony bei "Flames of several Suns", wie auch schon beim zweiten Titel, noch einmal nach und liefern damit einen sehr intensiven, durchaus finsteren Song in der Schnittmenge aus Black Metal und Doom Metal ab, der mit über sieben Minuten aber ein kleines bisschen zu lang ausgefallen ist.
Waren die bisherigen Songs zwar durchaus gutklassig, aber zu keiner Zeit überragend, so hat sich die Band beim letzten Lied namens "Opus Profanum / Fields of Inferno" voll und ganz auf ihre Stärken besonnen und bietet dem Hörer einen sehr starken, überaus atmosphärischen Black Metal-Kracher und damit auch den perfekten Ausklang für ein insgesamt leider nur leicht überdurchschnittliches Album.
Fazit: Christ Agony beweisen auf NOCTURN, dass sie stilistisch längst ihre musikalische Nische gefunden haben und diese auch perfekt beherrschen. Die Band ist einfach durch und durch im traditionellen Black Metal der 90er Jahre verhaftet und kann innerhalb dieser Grenzen auch durchaus überzeugen. Am interessantesten fällt NOCTURN allerdings dann aus, wenn es Christ Agony gelingt, ein wenig über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Hier und da eingestreute Death Metal-Zitate und finstere Doom Metal-Passagen sorgen nämlich nicht nur für Abwechslung, sondern beweisen auch, dass Christ Agony doch noch mehr drauf haben als gut-klassigen, aber doch etwas variationsarmen Black Metal. Würde die Band diese Variabilität noch häufiger an den Tag legen, dann wäre die Scheibe deutlich stärker ausgefallen, da sie zwischendurch immer wieder recht eintönig anmutet, was durch den gewöhnungsbedürftigen Gesang noch verstärkt wird. Zudem zünden nicht alle Songs der Platte sofort, der eine oder andere tut dies auch nach dem zehnten Hören nicht. Leider gelingt es Christ Agony damit auch auf NOCTURN nicht, zur Black Metal-Oberklasse aufzuschließen, wenn das Album auch durchaus sehr interessante Ansätze enthält. Traditionalisten sollten sich die insgesamt im oberen Mittelfeld angesiedelte Scheibe aber nicht entgehen lassen, da sie dann doch das eine oder andere Highlight enthält, welches sich aber vielleicht nicht gleich beim Antesten zu erkennen geben wird. Für Christ Agony reicht es damit auch dieses Mal nicht zum Durchbruch, für den Status eines Geheimtipps sollte es aber reichen. |
Anspieltipps:
| | "Frozen Path unholy Fire", "Silent Gods of Darkness", "Black Star falling", "Opus Profanum / Fields of Inferno". |
Tipp:
| | Christ Agony richten sich an die traditionellen Black Metal-Fans, die dem Sound der frühen 90er Jahre hinterher trauern und mit neuzeitlich ausgerichteten Black Metal-Bands wie Dimmu Borgir oder Cradle of Filth mal so gar nichts anfangen können. |
Titel-Liste:
| | - Opus Sacrum / Reign of Chaos
- Frozen Path unholy Fire
- The Stigma of Hell
- Silent Gods of Darkness
- Demonicon Illuminati
- Black Star falling
- Flames of several Suns
- Opus Profanum / Fields of Inferno
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.christagony.com/home_en.htm  |
Probehören und Kaufen:
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