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Review: Cirith Ungol |
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Album:
| | KING OF THE DEAD, 1999, Metal Blade |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | U.B., 17.01.2008 |
Review:
| | Lange bevor das monumentale, dreiteilige Kino Epos die Bücher vom Herr der Ringe weltweit bekannt machte und für einen regelrechten Tolkien Boom sorgte, gab es eine Band die sich bei ihrem Namen (und einigen Songs) vom Meister der Fantasy inspirieren ließ. Cirith Ungol heißt in der Elbensprache Spinnenpass. Womit ich mich als Leser dieser dunklen Gattung oute, Edgar Allen Poe liebe ich sogar. Die Band ist zwar nicht sehr bekannt, genießt aber bei den treuen Fans ein sehr hohes Ansehen. Die Musik fällt stark aus dem Rahmen des Üblichen. Bestimmt gibt es einige, die den Stil als Black- oder Doom Metal beschreiben würden, aber das trifft die Sache zu ungenau. Düster und bedrohlich ja, doch das Hochgeschwindigkeits- Geknüppel fehlt auf der einen Seite völlig und es fällt auf, die Gitarren sind bei genauem Hinhören erheblich melodischer als bei Black- Doom üblich. Das Charakteristischste an Cirith Ungol ist jedoch der Gesang von Tim Baker. Sagte ich Gesang? Der hagere Baker kreischt und schreit seinen Sprechgesang hinaus als wäre er der Leibhaftige persönlich. Kann man bei Rob Halford noch von einer Falsett Stimme reden, scheint das Organ bei Baker das eines Dämonen zu sein. Die Vocals sind daher auch der Punkt an dem sich die Geister scheiden. Die Stimme passt aber zum dunklen Charakter der Musik. Bei den Lyrics bewegt man sich im True Metal Death-Fight-and-Kill Fantasy Bereich.
Nach dem Debüt FROST AND FIRE verließ der zweite Gitarrist Greg Lindstrom die Gruppe, er war aber noch am Songwriting einiger Stücke beteiligt. Mit Tim Baker Vocals, Jerry Fogle Gitarre, Michael "Flint" Vujejia Bass und Robert Garvel Drums spielte man KING OF THE DEAD ein. Der Gruppe war nie ein finanzieller Erfolg beschieden und nachdem sich die Band aufgelöst hatte, saß der Frust bei Schlagzeuger Garven dermaßen tief, dass er sofort sein Drum Kit verkaufte und nach eigener Aussage in einem Interview, nie mehr die Sticks in die Hand nahm. Er bezeichnete KING OF THE DEAD als bestes Album ihres Schaffens, dem mochte ich zustimmen. Das finanzielle Budget für die Aufnahme war äußerst gering (kleines Indi Label) und gewisse Mängel bei der Produktion sind nicht von der Hand zu weisen, dem rauen, ungeschliffenen Charme der Aufnahme tut das aber keinen Abbruch. Ein glatt polierter Sound wäre sogar schädlich für die Atmosphäre.
Ursprünglich wurde die Scheibe 1984 von Enigma Records veröffentlicht. Die mir vorliegende CD ist ein Re-Release von Metal Blade aus dem Jahre 1999 und beinhaltet als Bonus Track einen Live Song. Der Sound wurde geringfügig überarbeitet. Neben FROST AND FIRE und KING OF THE DEAD ist auch das dritte Werk ONE FOOT IN HELL als Re-Release erhältlich.
Erwähnenswert ist noch das schöne Cover im Fantasy Stil von Künstler Michael Wehlan.
"Atomic Smasher" eröffnet den Reigen der Hölle. Gitarrenriffs und Drums heizen ein, dazu die heiseren Schreie von Baker. Ein Gitarrensolo ist erheblich freundlicher. Der Bass ist hier, wie auf dem gesamten Album, stärker im Vordergrund als üblich, was auch an der kleinen Besetzung mit (meist) nur einer Gitarre und ohne Keyboard liegt.
"Black Machine" macht da weiter wo "Atom Smasher" aufhörte. Auch hier sind die Gitarrenklänge nicht ganz so abgrundtief dunkel wie der Rest. Gerade im zweiten Teil erscheinen sie eine Spur freundlich. Aber wirklich nur eine kleine Spur.
Mit "Master of the Pit" folgt der vielleicht bekannteste Song von Cirith Ungol. Natürlich bleibt die düstere, bedrohliche Stimmung erhalten. Der Bass poltert und die Gitarre fängt langsam an. Während der sieben Minuten steigert sich die Intensität. Nach einem Break gibt es ein kurzes Basssolo bevor der infernalische Gesang die beklemmende Atmosphäre perfekt macht.
"King of the Dead" beginnt mit psychedelisch waberndem Sound aus dem sich die Gitarre langsam rausschält. Ich weiß nicht ob die zweite Gitarre noch von Lindstrom eingespielt wurde, der noch beim Schreiben einiger Songs beteiligt war aber offiziell nicht mehr zur Band gehörte, oder ob das auch auf das Konto von Fogle im Studio geht. Ein Midtempo Kracher mit traurig anklagenden Vocals.
Mit einem Gongschlag startet "Death of the Sun". Heftige, flotte Riffs begleiten durch den ganzen Song. Die Twin Gitarren legen ausgedehnte Soli hin.
"Finger of Scorn" überrascht mit zwei balladenhaft akustischen Gitarren. Bass und Drums unterstreichen das langsame, schleppende Tempo. Als man glaubt, das Lied sei zu Ende und fade langsam aus, setzen wieder die Akustikgitarren ein.
Wer schon immer wissen wollte wie die Toccata von J.S. Bach auf der E-Gitarre klingt anstatt auf der Orgel, hat hier Gelegenheit zu lauschen. Selbst diejenigen die mit klassischer Musik wenig anfangen können, kennen das Stück von Bach vielleicht aus dem Film Rollerball mit James Caan. Ich meine das Original und nicht das billige Remake. "Toccata in Dm" wird von Fogle meisterlich und sehr virtuos vorgetragen.
Betont schwermütig und dunkel, so richtig doomig topt "Cirith Ungol" die ohnehin schon bedrückende Stimmung der anderen Songs. Man sieht die finsteren Mächte Mordors förmlich vor sich. Ein Solo von Fogle klingt nach Jimmy Hendrix. Zum Teil sind auch zwei Gitarren zu hören die am Ende mit dissonantem Klang den Abschluss bilden.
"Last Laugh" ist der Bonus Track des Re-Release und präsentiert den Song in einer Live Version. Die Band glänzt mit den geschilderten Merkmalen. Besonders Fogle legt einen fulminanten Lauf auf dem Sechssaiter hin.
Fazit: KING OF THE DEAD ist inzwischen ein Stück Musikgeschichte. Ganz sicher nicht für jeden Geschmack, aber Cirith Ungol wollten mit ihrer Musik auch nicht Everybody`s Darling sein. Man musizierte mit dem Herzen und schielte nicht auf den kommerziellen Erfolg. Wenn ich jetzt neugierig gemacht habe, vorher unbedingt in die Scheibe reinhören. Wie gesagt, der derbe, extrem kauzige "Gesang" von Baker ist schon eine Sache für sich. Eine Scheibe die bei mehrfachem Hören deutlich gewinnt. Ansonsten gilt: eigenständig, kraftvoll, bedrohlich, atmosphärisch, mystisch, apokalyptisch, bizarr, psychedelisch. |
Anspieltipps:
| | "Master of the Pit", King of the Dead", "Toccata in Dm" |
Tipp:
| | Als Melodic Anhänger bin ich eigentlich alles andere als ein Verehrer des erweiterten Kreises des Black Genres, aber von Cirith Ungol habe ich mehrere Alben, was aus meiner Sicht auch eine Aussage über die Band darstellt. Anhänger früher Black Sabbath und Blue Öyster Cult Alben die es gern ausweglos düster lieben sei die Platte ans Herz gelegt. |
Titel-Liste:
| | - Atom Smasher
- Black Machine
- Master of the Pit
- King of the Dead
- Death of the Sun
- Finger of Scorn
- Toccata in Dm
- Cirith Ungol
- - - Bonus Track - - - - Last Laugh
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.truemetal.org/cirithungol  |
Probehören und Kaufen:
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