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Review: Clairvoyants |
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Album:
| | WORD TO THE WISE, 2008, Point Music |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | U.B., 18.03.2009 |
Review:
| | Bei Clairvoyants denkt mancher Musikfreund an den gleichnamigen Song von Iron Maiden vom Album SEVENTH SON OF A SEVENTH SON und liegt damit schon mal nicht verkehrt. Unter dem Namen The Clairvoyants (man achte auf den Artikel) wurde die Truppe aus Italien seit 2001 zur bekanntesten Maiden Tribute Band in ihrem Heimatland und spielte schon auf vielen Festivals auch außerhalb Italiens. Nun versucht man sich am ersten Album mit eigenen Songs und läßt den Artikel im Bandnamen weg.
Wie zu erwarten klingt "Journey to the Stars" stark nach Maiden. Die ständigen Rhythmuswechsel und das energische Drumming erinnern deutlich an die Vorbilder. Die Vocals von Gabriele Bernasconi riegeln in den Höhen viel früher ab als bei einem Dickinson, auch dessen berühmtes Vibrato sucht man hier vergeblich. Neben der druckvollen Rhythmus Fraktion gefallen vor allem die wechselnden Leadgitarren mit ihren schnellen Läufen. Hier ist es gelungen den Song um eine gute Melodie herum aufzubauen, was im weiteren Verlaub des Albums leider viel zu selten ist.
"The Lone" setzt in erster Linie auf die Gitarren die schon im Intro heftig loslegen. Ein Stück bei dem es deftig zur Sache geht mit teils mehrstimmigen Vocals.
Sehr improvisiert wirkt "Choose the Truth". Viel Gitarren Power steht ein ziemlich chaotisches Konzept gegenüber. Das Stück verträgt noch gehöriges Feintuning.
Nach ruhiger Einleitung steigen auf "Pain of Sight" die Gitarren und Drums dann vehement ein. Die Vocals klingen rau und konturenlos wie der ganze Song. Die eingeschobenen getragenen Passagen heben die kraftvoll schreddernden Gitarren noch zusätzlich hervor ändern aber auch nichts an der 08/15 Melodie.
"Sheer Hate" offenbart nochmals die Schwächen im Songwriting. Es bleibt nichts hängen, die Vocals sind wenig ausdrucksstark. Die Drums haben mächtig Zug und die Gitarren gefallen mir in den Soli doch sonst sind die Akzente zu spärlich gesetzt.
"Back to my Dreams" besitzt gute Gitarren aber die Vocals sind schon sehr eingeschränkt, nur in mittleren Tonlagen ist zu wenig. Zumindest hat man mit mehreren Gesangsspuren für mehr Volumen gesorgt, das geht im Studio prima aber wie sieht das live aus, kommt da der Rest vom Band? Bei den progressiven Elementen, hier sind vor allem die abwechslungsreichen Drums zu nennen, schimmert wieder der Einfluss der Eisernen Jungfrauen durch doch beim Gesamtkonzept ist man weit von den Vorbildern entfernt.
Etwas besser macht das "Step aside". Das Akustikgitarren Intro ist eine willkommene Abwechslung. Nach diesem verhaltenen Auftakt riffen die E-Gitarren mit Macht zu den stampfenden Drums. Dieses Stück ist im Refrain gottlob ansatzweise melodisch und eingängig. Die Wechsel von ruhigen Abschnitten und aggressiven Gitarren Attacken besitzen erneut etwas von Maiden.
Mit "Closure" gibt es eine Ballade. Als Gastmusiker spielt Olver Palotai der Keyboarder von Kamelot. Seine Piano Töne in Moll kommen recht klassisch daher und drücken dem Stück deutlich seinen Stempel auf. Die nachdenklich gestimmten Vocals gefallen mir ausgesprochen gut und endlich gibt es eine vernünftige Melodie. Einer der besten Songs.
Das Titelstück "Word to the Wise" startet mit mehrstimmigen Gesang bevor die Gitarren und Drums in einen prächtig galoppierenden Rhythmus verfallen. Eine Nummer die Kraft ausstrahlt. Am Mikro steht kein Geringerer als der ehemalige Angra Sänger Andre Matos und der zeigt in den Höhen was einen guten Metal Frontmann auszeichnet, eine unverwechselbare Stimme mit großer Bandbreite. Unterstützt wird er dabei von guten Backing Vocals. Die wild losstürmenden Gitarren mit pfeilschnellen Läufen runden die Sache prima ab. Starke Nummer.
Zum Abschluss präsentieren Clairvoyants mit "Hallowed be thy Name" ein Cover des Maiden Klassikers. Als wenn eine Last von ihren Schultern gefallen wäre spielt die Truppe frisch auf. Die Gitarren wechseln sich in den Leads ab und fetzen im Turbo Gang dahin. Die Drums sind noch eine Spur härter als sonst. Man bleibt eng am Original und verzichtet auf eine eigene Interpretation des Stückes. Sogar die Vocals legen hier deutlich zu. Endlich mal in großen Höhen warum nicht bei den Stücken zuvor?
Fazit: Man hört sofort, dass hier erfahrene Musiker zu Werke gehen die ihre Instrumente beherrschen doch der Sänger verfügt nur über eine passable Stimme. Als Clairvoyant bezeichnet man eine Person die über einen übernatürlichen Sinn verfügt und zum Beispiel in die Zukunft sehen kann. Ob Gitarrist Luca Princiotta der alle Songs schrieb (bis auf das Cover) über so einen Sinn verfügt wage ich zu bezweifeln, zumindest nicht über einen speziellen Sinn was das Songwriting betrifft. Iron Maiden zu covern ist eine Sache aber eigene Songs zu schreiben eine andere. Und genau hier liegt die größte Schwäche von WORD TO THE WISE. Einige Stücke sind zu belanglos und nichts sagend. Zu wenige Songs haben das gewisse Etwas, eine eingängige Melodie sucht man oft vergeblich. Die Italiener spielen traditionellen Heavy Metal aber der Widererkennungswert und vor allem die Eigenständigkeit bleiben vielfach auf der Strecke. Ich habe ständig das Gefühl, man will zu viel in ein Lied packen und das Ergebnis ist ein Track der wie aus Stücken zusammengeschustert wirkt. Die Gesangsleistung von Bernasconi ist so gar nicht typisch für einen Metal Sänger aus dem Stiefelland, wenn ich bedenke was da andere Leute für ein Feuer entfachen. Erst beim Cover Song zeigt die Truppe was in ihr steckt. Die Gitarren preschen wie entfesselt los und ex Angra Frontmann Andre Matos zeigt wie stark ein Stück gewinnt wenn ein Könner am Mikro steht und seine Stimmbänder in höheren Regionen mit prima Tremolo schnurren lässt. Kein Wunder, dass The Clairvoyants Italiens beliebteste Maiden Cover Band sind, hier spielen sie befreit auf, bei den eigenen Stücken wirken sie vielfach gehemmt. Handwerklich gut gemacht mit deutlichen Einflüssen der NWOBHM ist das Album aus meiner Sicht nur etwas über dem Durchschnitt, aber das ist für ein Debüt ja auch nicht übel. |
Anspieltipps:
| | "Journey to the Stars", "Closure" und "Word to the Wise" |
Tipp:
| | Wer auf Heavy Metal der alten Schule steht und Iron Maiden liebt, erhält hier ein solides Album bei dem das Songwriting noch verbesserungsbedürftig ist. |
Titel-Liste:
| | - Journey to the Stars
- The Lone
- Choose the Truth
- The Pain of Sight
- Sheer Hate
- Back to my Dreams
- Step aside
- Closure
- Word to the Wise
- Hallowed be thy Name (Iron Maiden Cover)
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.clairvoyants.it  |
Probehören und Kaufen:
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