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Review: The Claymore
 
DAMNATION REIGNS

Album:
 DAMNATION REIGNS, 2010, Black Bards

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 14.01.2011

Review:
 Sie haben ihren Systemtakt erhöht, gemeint sind die Power Metal-Freunde The Claymore. Nach zwei recht beachtlichen Alben SYGN und MONUMENT in den ersten acht Jahren ihres Bandbestehens ist nun nach zwei Jahren bereits das dritte Album DAMNATION REIGNS fertig gestellt. In wie weit sich der Neuling von den ersten beiden Werken des Quintetts aus Castrop-Rauxel unterscheiden wird und ob Steigerungen möglich waren, wird der Test zeigen. Ich bin schon einmal sehr gespannt.

Schon der Opener "Ashes of the Wicked" kann als typischer Claymore-Song punkten. Flottes Tempo, melodische Hooklines, hymnisch angehauchte Chöre und mehrstimmige Gesangslinien geben dem Song jede Menge Fülle, wobei die Gitarrenfront nach meinem Geschmack etwas zu sehr zu Gunsten eines dominanten Schlagwerks "nach hinten" gemischt wurde.
"Oceans" fügt sich nahtlos an und kann sogar noch einen Tick mehr überzeugen, da das Riffing deutlich treibender ausgefallen ist und der Song somit flüssiger wirkt.
Eines der Highlight des Albums ist der recht toughe Up-Tempo-Kracher "Behind Enemy Lines" mit Gaststar ex-Judas Priest-Shouter Tim 'Ripper' Owens, der sich mit Frontmann Andreas Grundmann ein recht gelungenes und in sich schlüssiges Duett liefert. Und so scheint es, das der Highspeed-Tross trotz seiner viereinhalb Minuten viel zu schnell an einem vorbei donnert...
Nach dem instrumentalen Zwischenspiel "Frozen Voices" wird es wieder Ernst, denn mit dem gitarrenlastigen Mid-Tempo-Groover "Return to Zero" und dem anschließenden treibenden Up-Tempo-Marschierer "Silent Scorn" lauern zwei Höhepunkte für die Headbanger-Fraktionen auf diesem Album, egal ob gemäßigt oder wild gewünscht wird.
Bei "(E)scapegoat" hat der Rage-Gitarrenvirtuose Viktor Smolski sein Gastspiel und verleiht den ansonsten sowieso schon gut gitarrenlastig bestückten Songs noch mehr Volumen und innovative Soli. Wäre Viktor selbst nicht überzeugt von den Qualitäten des Fünfers, hätte er es sich vermutlich überlegt, seinen Beitrag zu leisten.
Sicherlich überraschend und deshalb auch etwas gewöhnungsbedürftig der doch recht besinnliche Ausklang des Albums. Mit "As Twilight falls" werden das erste Mal auch ruhige Töne angeschlagen. Nach einem gesangslastigen ersten Teil mit dezenter Klavier- und E-Gitarrenbegleitung folgt ein energiegeladenes Zwischenspiel, bevor man den Song besinnlich ausklingen lässt.
So ganz schwülstig möchte man die Fans dann doch nicht verabschieden und legt mit dem Bonus-Track, dem W.A.S.P.-Cover "Chainsaw Charlie" noch schnell einen richtigen Nackenbrecher nach, der als einziger der bisher gehörten Songs auch sofort zündet und mit stadiontauglichen Chören sofort zu mitgröhlen einlädt. Immerhin ist damit gerade noch der standesgemäße Ausstieg gelungen, wenn auch zugegebenermaßen erst in der Verlängerung.

Fazit: Man hat kräftig gearbeitet, das lässt sich unzweifelhaft bescheinigen. Besonders der Wackelkandidat und Frontmann Andreas Grundmann hat schwer geschuftet und stimmlich aufgerüstet, was vor allem das gelungene Duett im Tim Owens zeigt. Trotzdem bin ich zwiegespalten, denn wenn es auch technisch über weite Strecken recht gelungen erscheint, man damit also in jedem Fall den Vorgängern Paroli bieten kann, man sogar Neuland betritt und sich auch an ruhigeren Klängen versucht, so fehlen mir einfach die zwingenden Ohrwürmer des Vorgängers, wie "Soulseeker" und "Dawn on the Road".
Der Bonus-Track das W.A.S.P.-Cover "Chainsaw Charlie" und allenfalls "(E)scapegoat" kommen meinen Vorstellungen wohl sehr nahe, ebenso wie das bereits genannte Duett mit Tim bei "Behind Enemy Lines".
So richtig gezündet hat jedoch bei mir bisher kaum einer der Songs, auch wenn ich inzwischen mehr als ein halbes Dutzend Durchläufe an verschiedenen Tagen und Stimmungen hinter mir habe. Das soll jedoch die Leistung der Teutonen-Truppe keineswegs schmälern, aber Geschmäcker sind eben individuell.

Anspieltipps:
 "Behind Enemy Lines", "(E)scapegoat" und der Bonus-Track "Chainsaw Charlie"

Titel-Liste:
 
  1. Ashes of the Wicked
  2. Oceans
  3. Behind Enemy Lines (feat. Tim 'Ripper' Owens)
  4. Damnation Reigns
  5. Frozen Voices
  6. Return to Zero
  7. Silent Scorn
  8. Children of the Nile
  9. Oblivion
  10. (E)scapegoat (feat. Viktor Smolski)
  11. As Twilight falls
    - - - Bonus Track - - -
  12. Chainsaw Charlie (W.A.S.P. Cover)

Laufzeit:
 51:51 Min.

Band-Infos:
 
  • www.theclaymore.de 

  • Probehören und Kaufen:
    The Claymore: DAMNATION REIGNS

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