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Review: Coastland Ride |
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Album:
| | ON TOP OF THE WORLD, 2011, Avenue of Allies |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | V.R., 15.01.2012 |
Review:
| | Erinnert sich noch Jemand an Coastland Ride? Im Jahr 2003 machte die 1997 gegründete schwedische Band erst mal von sich reden, als ihr Debüt-Album COASTLAND RIDE in die Läden kam. Die Kritiken fielen allerdings nicht allzu positiv aus, da die Band damals doch sehr zurückhaltend und bieder zu Werke ging und die Scheibe zudem mit einer schwachen, extrem drucklosen Produktion gesegnet war. Dementsprechend folgte auf die Scheibe eine lange Zwangspause, die bis zum Dezember 2011 anhielt. Nun sollen Coastland Ride aber noch einmal eine zweite Chance beim Label Avenue of Allies erhalten und beweisen können, dass sie mehr drauf haben als langweilige Kaufhausberieselungs-Dudelmusik. Ob die Band ihre Chance genutzt hat, um ihren Namen in einem wesentlich besseren Licht dastehen zu lassen, wird sich nach dem Genuss des Zweitwerks, welches den klangvollen Namen ON TOP OF THE WORLD trägt, aufklären lassen.
Genuss ist dann auch gleich das Stichwort, denn schon der Opener "Of Faith (one Million Reasons)" zeigt, dass Coastland Ride die lange Pause genutzt haben, um an ihren musikalischen Fähigkeiten zu feilen. Die eingängigen AOR-Klänge fallen zwar nach wie vor sehr poppig, aber doch viel professioneller und abwechslungsreicher als auf dem Debüt-Album aus. Letzten Endes sind es die wunderschönen Melodien, die auch die ärgsten Zweifler von der Tatsache überzeugen werden, dass sich die Band seit 2003 enorm weiterentwickelt hat. Insbesondere der mitsing-kompatible Refrain wird den Hörer sofort mitreißen und ihn zu einer Zeitreise in die 80er Jahre entführen, als ähnliche Bands wie Toto oder Foreigner Hochkonjunktur hatten.
Der zweite Song mit dem prägnanten Namen "Wait" geht dann noch stärker in die Pop-Richtung und ist selbst für AOR-Verhältnisse eher zahm ausgefallen. Wer mit dieser Tatsache allerdings umgehen kann, dem werden sich die Qualitäten des Titel jedoch schnell erschließen. Derart melodiöse ohrwurmlastige Pop-Klänge bekommt man heutzutage jedenfalls nicht unbedingt im Radio geboten, so dass der Titel eine sehr angenehme Alternative zum ‚das Beste von Anno Dazumal bis Übermorgen’-Dudelfunk darstellt.
Auch der Titeltrack "On Top of the World" hat eher wenig mit AOR, aber dafür umso mehr mit gutklassiger Popmusik zu tun. Erneut bietet die Band dem aufgeschlossenen Hörer einen eingängigen Gute Laune-Song, der in den 80ern durchaus Hit-Chancen gehabt hätte.
"Second Chance" kann das hohe Niveau der ersten Songs dann zwar nicht ganz erreichen, besitzt mit einem verspielten Saxophon-Solo aber immerhin einen Höhepunkt ganz eigener Art.
Zumindest ansatzweise rockig gehen Coastland Ride dann bei "Made up my Mind" zu Werke, da man Schlagzeug und Gitarrenklänge hier immerhin deutlich im Gesamtsound wahrnehmen kann. Dennoch bietet auch dieses Song in erster Linie wieder wunderbar eingängigen Mitsingpop, der auch der älteren Generation (Ü60) gefallen könnte.
Mit "Sandra" haben Coastland Ride dann einen weiteren reinrassigen Popsong im Programm, der mit seiner durchschnittlichen Melodieführung allerdings eine Klasse unter den anderen Titeln anzusiedeln ist.
Eine wirkliche Überraschung stellt "Save you from yourself" dar. Zwar ist auch dieser Titel wieder im Popbereich angesiedelt, doch im Gegensatz zum Rest des Albums mutet der Titel tatsächlich innovativ an und weiß den Hörer im Refrain mit ungewöhnlichen Melodien und verspielten Rhythmen zu begeistern.
Dagegen fällt "Lodestar" wieder eher gewöhnlich aus, doch trotzdem kommt man als Hörer auch bei diesem Titel, dank gewohnter Coastland Ride-Zutaten wie eingängige Melodien und einschmeichelnder Gesang, nicht umher, dem Song eine positive Benotung zu geben.
Bei "Strange Confusion" versuchen sich Coastland Ride dann an modernen Rhythmen und Sprechgesang, doch der Schuss geht nach hinten los, denn hier stimmt so gar nichts! Schuster, bleibe bei deinen Leisten – und Coastland Ride bei der 80er Jahre-lastigen Popmusik, denn ihre wahren Stärken liegen nun mal in jenem Genre.
Glücklicherweise besinnen sich Coastland Ride bei "Jericho falls" noch mal auf ihre Stärken und liefern einen astreinen Popsong ab, der im positiven Sinne altmodisch klingt, während sie beim abschließenden "Nail me to the Cross" doch noch mal den AOR-Bereich betreten. Letztgenannter Titel gehört allerdings zu den schwächeren Songs des Albums, da Coastland Ride hier die eingängigen Melodien weitgehend außer acht lassen und dadurch zu sehr ins Belanglose abdriften.
Fazit: Es ist nicht einfach, die neue Scheibe von Coastland Ride zu bewerten. Aus Rock-Gesichtspunkten mag das Album versagt haben, da es auf der Platte, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, fast ausschließlich Popmusik mit lediglich geringfügigen AOR-Anleihen zu hören gibt. Aber diese Melodien, die reißen es einfach raus! Klar, für ON TOP OF THE WORLD muss man gegenüber der Popmusik der 80er Jahre schon aufgeschlossen sein. Harte Gitarrenriffs darf man hier nicht erwarten, denn Coastland Ride haben mit ihrem Zweitwerk ein recht handzahmes Album abgeliefert, welches man auch problemlos beim nächsten Bingo-Abend im Seniorenstift auflegen könnte. Reinrassige Melodic Rock-Bands wie Survivor, Asia, Toto oder Foreigner bieten und boten da phasenweise schon deutlich Härteres als sämtliche Lieder auf ON TOP OF THE WORLD. Qualitativ ist an der Scheibe aber wirklich nichts auszusetzen, da Coastland Ride hier einfach unglaublich eingängige, stellenweise sogar überaus ohrwurmlastige Popmusik abliefern. Innovativ ist das nicht, gutklassig dagegen schon. Wenn man also zwischen zwei Hard Rock- oder Metal-Scheiben mal wieder eine kleine Atempause zum Entspannen einlegen möchte, dann würde sich die neue Coastland Ride-Scheibe definitiv als sehr gute Wahl herausstellen. Leider hat sich zwischen den vielen guten bis sehr guten Songs aber auch der eine oder andere schwache Titel versteckt, was die Gesamtnote natürlich etwas nach unten zieht, doch für gute fünf Punkte sollte es immer noch reichen. Verglichen mit dem Debüt-Album stellt ON TOP OF THE WORLD jedenfalls eine unglaubliche Steigerung dar und somit bleibt zu hoffen, dass Coastland Ride auf diesem Qualitätsniveau noch die eine oder andere Scheibe hinterher schieben. |
Anspieltipps:
| | "Of Faith (one million Reasons)", "Wait", "On Top of the World", "Made up my Mind", "Save you from yourself", "Lodestar", "Jericho falls". |
Tipp:
| | Wer beim Einschalten des Radios die Popmusik der 80er Jahre vermisst, der sollte sich diese Scheibe holen, denn Coastland Ride bieten hier genügend Material im altgewohnten Stil. |
Titel-Liste:
| | - Act of Faith (One Million Reasons)
- Wait
- On Top of the World
- Second Chance
- Made up by Mind
- Sandra
- Save you from Yourself
- Lodestar
- Strange Confusion
- Jericho falls
- Nail me to the Cross
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/coastlandride  |
Probehören und Kaufen:
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