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Review: Coldspell
 
INFINITE STARGAZE

Album:
 INFINITE STARGAZE, 2009, Escape

Stil:
 Melodic Hard Rock

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.H., 14.04.2008

Review:
 Wenn ich mich schon an Ostern an ein Review machen und das Wetter so toll ist, muss die CD, die ich teste, schon was besonderes sein. Die Schweden Coldspell (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Band aus Deutschland) bieten auf ihrem Debüt entsprechend sehr gutes und überzeugendes Futter aus dem Hard Rock, das mich mal für eine gute halbe Stunde davon abhält das tolle Wetter an diesen Ostern zu genießen.
Wie schon geschrieben, Coldspell kommen aus Schweden und spielen harten, aber melodischen Rock, der teils an Rainbow, teils an die frühen Gotthard erinnert. Das liegt vor allem daran, dass im Line Up Matti Eklund nicht an dem Keyboard sondern auch an der Hammond Orgel steht, so dass viele der Songs einen gewissen epischen Anstrich erhalten haben.
Trotzdem stehen die kernigen und antreibenden Gitarrenriffs im Vordergrund, die sich perfekt mit der hohen Stimme von Sänger Niclas Swedentorp ergänzen. Übrigens ist Gitarrist und Songwriter Mick Larsson kein unbeschriebenes Blatt im Rockbiz, denn er war schon Mitglied bei R.A.W.

Doch nun gehen wir mal auf einige Songs etwas näher ein und vor sonst als beim Opener sollte man beginnen? Nun, "Keep on believing" klingt wie ein Mischung aus dem klassischen 70er-Rock, zitiert aber gekonnt auch Anleihen aus dem Symphonic Metal, was einfach dran liegt, dass ein antreibender Gitarrenriff auf einen epischen Keyboardteppich und einem hymenhaften Refrain trifft - grandioser Start, meine Herren.
Das nachfolgende "Solid Ground" geht da schon schneller und härter zur Sache, da wird mächtig auf das Gaspedal getreten, so dass man unweigerlich zum headbangen anfängt, erneut ist aber der Refrain etwas hymnisch gehalten.
Bei "Raving mad" wird es dann mal gar nicht hymnisch, sondern einfach nur richtig schön dreckig und blueslastig, eine sehr gelungene Rocknummer.
Nach diesen 3 etwas härteren Songs beginnt "Eye of the Storm" mit einem zurückhaltenden Akustikintro, was aber schnell wieder in einem antreibendem Gitarrenriff wiederfindet. Trotzdem wird hier etwas mehr Wert auf eingängige Melodien gelegt, so dass das ganze etwas weniger härter daher kommt, aber sich trotzdem verdammt gut anhört.
Während "Straight Things out" dann wieder ein lupenreiner Rocker ist, der an die frühen Songs von Thunder erinnert, wird es bei "Night falls" mal etwas ruhiger. Außerdem kann hier Sänger Niclas Swedentorp mal zeigen, dass er mehr kann als nur zu rocken. Seine Stimme erinnert mich hier sogar ab und an einen jungen Ozzy Osbourne. Um es kurz zu machen: Die Nummer ist eines der ganz großen Highlights auf dieser CD.
"Fade away" beginnt dann wieder mit einem groovigen Gitarrenriff, geht dann aber in eine leicht spährischen Sound über, während der Refrain einen sehr hohen Hitfaktor hat und sich als lupenreinen Ohrwurm entwickelt.
"Greed" und "Shot down" fallen dann leicht ab, das könnte auch daran liegen, dass beide Nummern sich sehr ähnlich anhören, trotzdem ist das wahrlich kein Füllermaterial, was man da hört.
"All I want" erinnert dann erneut an Thunder, was daran liegt, dass man hier eine klassische blueslastige Rockhymne hört.
Bei "Surrouned" machen Coldspell keine Gefangene und hier hört man dann wieder eine schnelle und kernige Rocknnummer.
Der Titelsong "Infinite Stargaze" beendet dann den Silberling und während man zuerst wieder sehr kernigen Rock im Intro hört, geht der Song danach eine anderen Weg und entwickelt sich zu einer epischen und progressiven Rocknummer, klar mit fast 7 Minuten Spielzeit will man noch was bieten. Einfach nur großes Kino für die Ohren ist das.

Fazit: Grandios! Anders kann man das, was Coldspell bei ihrem Debüt vorlegen nicht bezeichnen, hier stimmt einfach (fast) alles: Antreibende Gitarrenriffs, epische Arrangements, die Hammondorgel, Zitate aus dem Bluesrock, ein gut aufgelegter Sänger und vor allem: Eine verdammt druckvolle Produktion! Tja, und da auch noch fast jeder Refrain ein wahrer Earcatcher ist, schrammt INFINITE STARGAZE verdammt knapp an der Höchstnote vorbei. Warum? Nun, es ist immer noch Luft nach oben und ich freue mich schon auf den nächsten Output der Schweden. Trotzdem: ZUGREIFEN!

Anspieltipps:
 "Keep on believing", "Night falls", "Fade away", "Infinite Stargaze"

Tipp:
 Jeder, der auf den klassischen und groovigen Hard Rock steht, kommt hier auf seine Kosten. Im Prinzip also Fans von solchen Acts wie Rainbow, Thunder, Gotthard etc.

Titel-Liste:
 
  1. Keep on believing
  2. Solid Ground
  3. Raving mad
  4. Eye of the Storm
  5. Straight Things out
  6. Night falls
  7. Fade away
  8. Greed
  9. Shot down
  10. All i want
  11. Surrounded
  12. Infinite Stargaze

Laufzeit:
 60:02 Min.

Band-Infos:
 
  • www.coldspell.se 

  • Probehören und Kaufen:
    Coldspell: INFINITE STARGAZE

     
     
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