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Review: Constantine
 
SHREDCORE

Album:
 SHREDCORE, 2010, 7Hard

Stil:
 Shred Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 U.B., 10.11.2011

Review:
 Wenn man Konstantinos Kotzamanis heißt ist zumindest im deutschsprachigen Raum ein Künstlername von Vorteil. Während der Gitarrist Ritchie Kotzen angesichts seines unappetitlichen Namens darauf verzichtet, verwendet Herr Kotzamanis zum Glück das wohlklingende Pseudonym Constantine. Nach dem Ausscheiden von Saitenakrobat Gus G (Firewind und Ozzy Osborne) aus der deutsch- griechischen Band Mystic Prophecy gelang es Bandleader R.D. Liapakis mit Constantine einen weiteren Ausnahme Gitarristen aus seinem Heimatland zu verpflichten. An Arbeitseifer scheint es dem guten Constantine ohnehin nicht zu mangeln spielt er doch neben seinem Job bei Mystic Prophecy auch noch bei Nightrage und Descending. Damit wohl nicht ausgelastet musste mit SHREDCORE noch eine Soloscheibe her auf der er sämtliche Gitarren spielt. Die weitere Besetzung auf diesem Album ist da keine Überraschung, Bob Katsionis (Firewind) am Keyboard und ebenfalls Grieche und Frank Huber (ex Valley´s Eve) an den Drums. Den Kontakt zu Huber dürfte R.D. Liapakis eingefädelt haben spielte er doch mit Huber einige Jahre bei Valley`s Eve. Liapakis übernahm dann auch gleich das Recording und den Mix und zusammen mit Constantine die Produktion.
Was einen auf diesem Album erwartet verrät der Titel treffend, Hardcore Shredding (kein Metalcore!!) mit eingeschaltetem Turbolader. Wer dann noch einen Blick ins Booklet wirft und sieht, wen Constantine als Vorbilder nennt: Satriani, Vai etc., dem dürfte endgültig klar sein was hier abgeht, eine Griffbrettorgie der besonderen Art.

Tempo ist angesagt und mit "2 fast 2 furious" geht es sofort auf den Hochgeschwindigkeits- Highway. Nach klassisch bombastischen Keyboard Klängen tritt dann der junge Grieche das Gas voll durch nur um zwischenzeitlich das Tempo kurz raus zunehmen dann haben die Keyboards ihren Auftritt. Oft habe ich das Gefühl die Drums heizen mit den Gitarren um die Wette. Der Song kommt mit einer guten Melodie daher, erstaunlich bei der Raserei.
"Distracted" gehört ebenso zur High Speed Schiene. Da prasseln Drums und Sechssaiter um die Wette. Da erklingen hyperschnelle Licks gepaart mit Neoklassik Einlagen die einem Malmsteen zur Ehre gereichen würden.
Mit harten Stakkato Riffs startet "Rational Chaos". Die Nummer hat einen leichten Prog Einschlag, ohne aber wie der Titel nahe legt, wirklich chaotisch zu werden. Die Gitarrensoli erinnern an Eddy van Halen. Zwischenzeitlich wird das Tempo reduziert dann duellieren sich Gitarren und Keyboard.
Ob man einen Song "Jihad" (heiliger Krieg) nennen muss lasse ich unkommentiert. Betrachtet man die arabisch-orientalische Musik so ist der Titel aber sehr passend. Hier steht nun auch die Melodie mehr im Vordergrund und die Soli sind nicht mehr das Dominierende.
Bei "A fine day to die" wird die Melodie erneut betont, besonders durch den ungewohnt langsamen Start mit akustischer Gitarre. Die Nummer hat einen melancholischen Touch mit eingestreuten düsteren Riffs. Zum Ende wird die Melodie des Anfangs aufgegriffen so, dass Anfang und Ende wie ein Kreislauf wirken.
Auf die Dauer hilft nur Power, ist das Motto bei "The Blame Game". Mit reichlich verzerrten Gitarren wieseln die Flitzefinger über das Griffbrett.
Nach getragener Keyboard Einleitung bei "A Rose for Rejection" melden sich die Stromgitarren zu Wort und die stehen garantiert unter Starkstrom. Das Stück besitzt eine schöne Melodie die besonders in der ruhigen Mitte zum Tragen kommt. Hier werden die sanften Gitarrenklänge vom Keyboard umschmeichelt. Das Ende fällt dann wieder heftig aus.
Auf "A Tear in the Open" dürfen wir die emotionale Seite des Axtschwingers kennen lernen. Gleich zwei Akustikgitarren werden langsam von einer E-Gitarre abgelöst. In der Mitte gibt es so etwas wie eine Hommage an Joe Satriani. Das Stück erinnert mehrfach an die Songs "Always with me, always with you" und "The Crush of Love" des Meisters.
Shred meets Prog, das ist "Playing with Fire". Hier kommt zum Abschluss eine geballte Ladung, schnell, viele Tempo- und Rhythmuswechsel, galoppierender Sound. Fast so als wollte Constantine hier dem Hörer ein letztes Mal seine gesamte Instrumentalbeherrschung demonstrieren.

Fazit: Constantine wandelt auf den Spuren seines Landsmanns Gus G. Technisch gibt es wahrhaftig nichts zu meckern. Er beherrscht sein Instrument ausgezeichnet und auch das Songwriting kann überzeugen. Dabei macht er nicht den Fehler sein Instrument zu penetrant in den Vordergrund zu stellen wie es Maestro Malmsteen ständig zelebriert. Keyboard und in noch größerem Maße die Drums sind wichtiger Bestandteil der Songs. Klar hier wird gefrickelt das es nur so qualmt und man jeden Augenblick auf den Überschallknall wartet. Doch in einigen Tracks kann sich Herr Constantine durchaus zurück nehmen und abschnittweise auch mal sanftere Töne anstimmen. Hier merkt man er hat mehr drauf als nur gnadenloses Griffbrett Stakkatos. Da alle Songs rein instrumental sind ist der Fokus sehr stark auf den Gitarren, mit dem Einsatz eines Sängers bei einigen Liedern hätte man (noch) mehr Abwechslung erreicht, betrachtet man die Gitarrentechnik allein so ist aber für Vielseitigkeit gesorgt. Die Produktion ist druckvoll, der Sound klar, da zeigen beide Daumen nach oben. Das Album ist wie ein Ritt auf einem Rollercoaster, rasant, aufregend und atemberaubend aber leider ist beides zu schnell vorbei. Im Falle von SHREDCORE ist das Ende bereits nach 36 Minuten erreicht. Sorry, das ist zu wenig und kostet einen halben Punkt Abzug bei der Wertung. Ich bin mir aber sicher von Constantine und seinen ESP Gitarren wird man in Zukunft noch mehr hören. Man sieht, aus dem von Krisen geschüttelten Griechenland gibt es zur Abwechslung auch mal Gutes zu vermelden.

Anspieltipps:
 "2 fast 2 furious", "A fine Day to die", "A Rose for Rejection", "A Tear in the Open".

Tipp:
 Für eingefleischte Shred Metal Fans die Satriani, Steve Vai, Rusty Cooley und Michael Angelo Batio als ihre musikalische Lieblingsspeise bezeichnen ist SHREDCORE ein gefundenes Fressen. Das Album dürfte aber auch Anhängern von Speed Metal zusagen.

Titel-Liste:
 
  1. 2 fast 2 furious
  2. Distracted
  3. Rational Chaos
  4. Jihad
  5. A fine Day to die
  6. The blame Game
  7. A Rose for Rejection
  8. A Tear in the Open
  9. Playing with Fire

Laufzeit:
 36:30 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/constantine3000 

  • Probehören und Kaufen:
    Constantine: SHREDCORE

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