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Review: Cooper Inc.
 
PULLING THE TRIGGER

Album:
 PULLING THE TRIGGER, 2009, CTM

Stil:
 AOR, Melodic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 30.12.2009

Review:
 In letzter Zeit ist es in Mode gekommen, sich neben seiner Stammband noch in Projekten und All-Star-Kooperatioen auszutoben. Die deutsch-niederländische Band Cooper Inc. macht dabei keine Ausnahme, tummeln sich doch hier jede Menge erfahrene Musiker, die man schon von anderen Combos oder aus dem Studio kennt. Sänger John Cuijpers tingelt normalerweise mit einer Thin-Lizzy-Tribute-Band durch die Lande und hatte auch schon bei seinem Landsmann Arjen Anthony Lucassen und dessen Projekt Ayreon einen kurzen Auftritt. Die beiden deutschen Christian Tolle und Matthias Rethmann an den Äxten sind erfahrene Session-Musiker, während der Mann an den Drums Hans In't Zandt die Stöcke auch bereits bei Vengeance geschwungen hat. Nicht genug, konnte man als Gastmusiker noch die Gitarristen Vinnie Burns (Dare, Ten) und Doug Aldrich (Bad Moon Rising, House of Lords, Lion, Whitesnake) verpflichten.
Damit auch beim Sound nichts schief gehen kann, hat man sich mit Mad Max-Mastermind Michael Voss den richtigen Experten ans Mischpult geholt.
Wie so oft, stellt sich nun wieder einmal die Frage, ob "bekannte und erfahrene Musiker" alleine ausreichen, damit ein Album zum Hit wird. Zumindest spielerisch sollten keine Ausfälle zu erwarten sein, was der erste schnelle Durchlauf auch unterstreicht. Insider werden sicherlich noch etwas bemerkt haben. Mit Ausnahme des Sängers ähnelt Cooper Inc. doch frappierend Christian Tolles Solo-Projekt - glücklicherweise darf man sagen...

Bereits der Opener "All of you" ist wegweisend für das komplette Album. Melodische Hooklines von Profis umgesetzt, erscheinen einerseits etwas altbacken und andererseits aber auch authentisch und solide. Das Gefühl sich sofort auszukennen und auch wohl zu fühlen mag für den Einstieg noch recht gut sein, nutzt sich jedoch leider im Laufe weiterer Titel schnell ab.
Der Nachfolger "Never let you go" und das spätere zunächst recht rau klingende "Pulling the Trigger" schlagen in die gleiche Kerbe. Alles schon irgendwie tausendmal gehört und für mache mag es immer noch gut sein. Im Geschwingigkeitsbereich von Ballade bis Mid-Tempo wird ein melodisches Riff an das andere angereiht und mit fetten Chören im Refrain in die Gehöhrgänge gekleistert.
Das Album bietet aber nicht nur AOR-kompatible Weichspüler, sondern lässt manchmal auch den Hard Rocker von der Leine. "Déjà Vu", wenn auch mit recht gefälligem Refrain rockt so richtig ab.
Etwas düsterer erscheint "Who gives you the Right", biegt jedoch spätestens beim Refrain mit seinen sehr brav ausgefallenen Chören wieder vom "Evil Way" auf die "Good Guy Street" ein.
Wer etwas mehr Ecken und Kanten mag der kommt sicherlich am ehesten bei Songs mit dem Strickmuster eines "On the Cover" klar, wird dann jedoch den nächsten schon fast an der Grenze des Pop agierenden Titel überspringen.
"Who is the One" mit seinen Synthieklängen bietet Radiokompatibilität bis zum Abwinken und ist mit Abstand der Song mit dem größten Schuss Weichspüler.
Das folgende balladeske "Let me out", mag vielleicht erst bei mehreren Durchläufen seinen wirklich düsteren Kern offenbaren, kann jedoch den Überschuss an Weichspüler nicht vollkommen auswaschen.
Zum Abschluss war man sich offenbar nicht ganz einig, wohin der Weg gehen soll. Eigentlich liebe ich starke Kontraste und bin bei Voices within auch hin und her gerissen. Letztendlich verliert jedoch die Hartwurstfraktion gegen die übermächtige Pop-Macht, da trotz recht flott gespieltem Refrain nicht gänzich auf weibliche Chöre verzichtet wurde. Das gutgemeinte und auch gut in Szene gesetzte Gitarren-Solo kommt da einfach zu spät und wird auch sofort wieder mit viel zu sanften Pop-Klängen niedergebügelt. Schade.

Fazit: Schon angesichts der Zusammenarbeit erfahrener Musiker, gibt es spielerisch wenig auszusetzen. Hervorzuheben sind hier vor allem Sänger Cuijpers und Gitarrist Tolle, die dem Album einen eigenen Stempel aufdrücken können. Nicht zuletzt die Beiden verhelfen dem Debüt qualitativ aus der breiten Menge gleichgesinnter Bands hervorzutreten, wenn auch nur hauchdünn. Mit etwas mehr eigenen Ideen könnte der Zweitling mit Sicherheit Anschluss an die Oberliga finden.

Tipp:
 Fans, die auf AOR und Melodic Rock/Metal eingeschworen sind, bekommen hier soliden Nachschub. Wer allerdings gegen etwas härtere Einlagen nichts einzuwenden hat, wird hier schon genau hinhören und suchen müssen.

Titel-Liste:
 
  1. All of you
  2. Never let you go
  3. Rain
  4. Déjà Vu
  5. Weep
  6. Pulling the Trigger
  7. Who gives you the Right
  8. On the Cover
  9. Rock my World
  10. Who is the One
  11. Let me out
  12. Voices within

Laufzeit:
 50:46 Min.

Band-Infos:
 
  • www.cooperinc-music.com 


  • Probehören und Kaufen:
    Cooper Inc.: Pulling The Trigger

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