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Review: Coronatus |
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Album:
| | PORTA OBSCURA, 2008, Massacre |
Stil:
Wertung:
| |  3,5 von 7 Punkten | | J.G., 06.01.2009 |
Review:
| | 2007 konnten Coronatus mit ihrem Debüt-Album LUX NOCTIS bereits einen gewissen Achtungserfolg verbuchen, was nicht zuletzt an einer blitzsauberen Produktion in den Finnvox-Studios und einem Plattenvertrag mit Massacre liegen mag, denn musikalisch gesehen, war das Album nun doch etwas limitiert. Angespornt von diesem Erfolg kann selbst die Schwangerschaft von Frontfrau Carmen Schäfer die Band nicht davon abhalten, den Nachfolger PORTA OBSCURA aufzunehmen, der Ende November 2008 über die Ladentheke gewandert ist.
Gothic Metal? Da kommen gleich Fragen auf, wie weit oder auch wie nahe man sich an Vorbildern wie Nightwish, Theatre of Tragedy, Tristania oder Within Temptation angelehnt hat. Carmens klassische Sopranstimme und die ansonsten recht flotte und druckvolle musikalisch Umsetzung legt zumindest die Vermutung nahe. Aber hoppla, da gibt es schließlich auch noch Frontfrau Ada Flecher, die mit klarer Rockstimme ihrer Sopran-Kollegin häufig Paroli bietet. Hier unterscheidet man sich schon wesentlich, wenn auch die Idee mit zwei Frontfrauen zu arbeiten auch nicht gänzlich neu ist, man denke nur an Two of a Kind mit den beiden Sängerinnen Esther Brouns und Anita Craenmehr. Zugegeben das Beispiel hinkt etwas, da sich die letztgenannten mehr im Melodic Rock bewegen.
Aber egal, immer dann, wenn Namen wie Nightwish & Co. fallen, muss eine Band beweisen, dass man sich mit dem Songwriting durchaus mit den "Originalen" auf gleicher Augenhöhe bewegt, deutlich zu übertreffen ist bisher ein Wunschtraum für die meisten Nachfolgebands geblieben.
Nach standesgemäßem "Intro", welches mit seiner Gewitterstimmung nichts wesentlich Neues bringt, wird es weniger gothic-like sondern vielmehr mittelalterlich, aber durchaus stimmungsvoll.
Leider unterbricht die Sprechszene zu Beginn von "Exitus" die stimmungsvolle Atmosphäre und es dauert etwas, bis der genretypische Double-Bass mit getragenem Gesang wieder für Stimmung sorgt. Der Refrain mit seinen Chören klingt voll und gefällig, mag jedoch nicht so recht mit den Heavy-Gitarren harmonieren.
Pianoklänge liefern die Einleitung für "Fallen", das musikalisch durchaus punkten kann sich jedoch textlich als Aussetzer erweist. Falls man hier auf den Spuren von standesgemäßem Herzschmerz wandeln wollte, so ist das - gelinde gesagt - etwas daneben gegangen. Es mag vielleicht an den deutschen Texten liegen, dass man genauer hin hört, jedoch ändert dies nichts an dem Ergebnis.
Deutlich rockiger als bisher klingt "In Silence" vor allem durch das Duett der beiden Frontfrauen abwechslungsreich und ansprechend. Warum man jedoch bei den Synthieklängen nicht etwas mehr Wert auf Authentizität gelegt hat, ist mir schleierhaft, denn die billigen Fanfaren-Samples werten leider das Gesamtwerk unnötig ab.
Inzwischen sind wir schon bei "Beauty in Black", dem vierten Song angelangt und ich kann mich kaum an das bisher gehörte erinnern. Trotz guter Ansätze mangelt es den Songs bisher einfach an Dauerwirkung - und die Fanfaren nerven ebenfalls erneut. Schade nur um die beiden Frontfrauen, die durchaus eine interessante und solide Performacne zeigen.
"Cast my Spell" ein weiteres Beispiel, dass es nicht genügt, gut klingende Schnipsel beliebig aneinander zu reihen in der Hoffnung es entstünde zwangsläufig ein toller Song. Hier überzeugt mich beispielsweise zum ersten Mal der eingängige Refrain, den man schon nach dem ersten Durchlauf mitsummen könnte, wäre da nicht die etwas konfuse Aneinanderreihung der restlichen Strophen.
Etwas aus dem Rahmen fällt das mit Klavier begleitete balladeske "In your Hands". Musikalisch gibt es hier wirklich nichts zu meckern, wenn auch der Song nicht viel mit Gothic zu tun hat.
Hätte ich Fallen noch als Ausnahme-Aussetzer durchgehen lassen, so fällt es mir schwer, die ein zweites Mal zu tolerieren. Mir schmerzt zumindest "Mein Herz" beim "Genuss" von "Mein Herz". Ob hier englische Texte wirklich für Linderung gesorgt hätten, ist mir inzwischen egal.
Nach zwei weiteren deutschen Ergüssen "Der vierte Reiter" und "Strahlender Erster" folgen noch die beiden Bonus-Songs "Flos Obscura" und "Volles Leben", die weder Neues bringen, geschweige denn das Ruder noch herum reißen könnten.
Fazit: Zwei engagierte Frontfrauen und ambitionierte Musiker sind bei weitem nicht ausreichend, möchte man in diesem anspruchsvollen Genre wirklich bestehen. Dazu ist die Konkurrenz einfach zu stark als dass man sich kompositorisch und auch textlich solche Durchhänger leisten kann. Ich hoffe nur, dass dieses Album für die Band nicht unangenehme Konsequenzen nach sich zieht. Da haben Labels in der Vergangenheit Bands schon fr geringere Vergehen vor die Türe gesetzt. Aber vielleicht liege ich auch total falsch und es gibt genügend Genrefans, die von dieser Performace begeistert sind? Wer weiß... |
Titel-Liste:
| | - Prologue
- Exitus
- Fallen
- In Silence
- Beauty in Black
- Cast my Spell
- In your Hands
- Mein Herz
- Der vierte Reiter
- Strahlender Erster
- - - Bonus-Tracks - - - - Flos Obscura
- Volles Leben
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.coronatus.de  |
Probehören und Kaufen:
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Bandinfos |
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