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Review: Crystallion
 
HATTIN

Album:
 HATTIN, 2008, Dockyard 1

Stil:
 Melodic Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 01.05.2008

Review:
 Crystallion wurden 2003 von Bassist Stefan Gimpel und Drummer Martin Herzinger mit der Absicht gegründet, ihre musikalischen Vorstellungen mit ihren lyrischen Lieblingsthemen, den Templer-Mythen und Kreuzzügen, zu verbinden.
Unterstützt werden sie in ihrem ehrgeizigen Projekt von Florian Ramsauer (Gitarre), Patrick Juhász (Gitarre), Manuel Schallinger (Keyboard) und Thomas Strübler (Gesang).
HATTIN ist das zweite Album der sechs Jungs aus Oberbayern. Es ist ein Konzeptalbum, dass die Schlacht von Hattin behandelt, in der die Kreuzritter ihre größte Niederlage gegen die Muslime kassierten. Diese Niederlage leutete im 12. Jahrhundert auch das beginnende Ende der christlichen Herrschaft im Nahen Osten ein.

Nach der epischen, dem Thema entsprechenden, Einleitung "The Ambush" präsentiert sich "Wings of Thunder" als ein typischer Power Metaler im Stile Helloweens oder Sonata Arctica. Die Double-Bass-Drums hämmern den Rhythmus im Eiltempo voran, während Leadgitarre und Keyboard für die eingängige Melodie sorgen. Auch der Refrain geht gut ins Ohr.
"Vanishing Glory" startet erst dynamisch, dann folgt ein ruhigerer Aufbau, in dem die Stimmung sich nach und nach wieder druckvoller entwickelt. Sehr gut gefällt mir Thomas Strüblers Gesang, der zwischen mittlerer und hoher Stimmlage wechselt und auch beide beherrscht. Auch die Gitarrensoli sind vom Feinsten.
Mit einem orientalisch angehauchtem Intro beginnt "Under Siege", doch schon bald regiert auch hier europäischer Power Metal. Der Rhythmus ist nicht ganz so Up-Tempo, dafür geben die Riffs eine druckvolle Stimmung vor, während die Melodie wieder von Keyboard und Lead-Gitarre geführt wird.
Bei "The Battle - Onward" wird nochmal ein Zahn zugelegt und der Beat ordentlich nach vorne gepeitscht. Hier scheinen wieder die deutlichen Anleihen bei früheren Helloween-Stücken durch. Aber Chrystallion performen dies genauso stark wie ihre vermeintlichen Vorbilder. Die Füße wippen ganz automatisch mit und der Headbang-Faktor steigt erheblich. Lediglich die ganz hohen Gesangspassagen stören mich ein wenig.
Nach einer schönen, melodischen Keyboard-Einleitung geht "The Battle - Higher than the Sky" äußerst druckvoll weiter. Allerdings zeichnet hier wieder mehr das Riffing für die Dynamik verantwortlich. Lediglich, wenn es auf den Refrain zugeht, wird auch das rhythmische Up-Tempo-Keule ausgepackt. Der Song hat mit einen der stärksten gesanglichen Höhepunkte und glänzt auch mit einem gelungenen Lick zum Refrainausklang.
Der dritte Abschnitt der "Battle"-Trilogie, "The Battle - Saracen Ascension", kommt mit einer sehr langen instrumentellen Einleitung, sodass ich schon fast vermute, ein Instrumental vor mir zu haben (wäre übrigens nicht schlecht gewesen). Doch nach über einer Minute genialer Riff-Berieselung, setzt schließlich auch der Gesang ein. Der Song entwickelt sich dann etwas verhaltener, als im intrumentellen Part, aber keineswegs schlechter. Das Gitarrenspiel ist äußerst virtuos und kann bei diesem Track besonders glänzen. Zum Ende hin geht man dann auch rhythmisch nochmal in den High-Tempo-Bereich über.
Der Rausschmeißer "Preach with an iron Tongue" beginnt balladesk ruhig, entwickelt sich dann immer kräfiger bis zu einer recht druckvollen Powerballade. Als Zwischenspiel gibt es einen interessanten Akustik-Part, bevor der strukturierte Aufbau wieder aufgefasst wird.
Es ist ein abwechslungsreiches Stück, das mit verschiedenen emotionalen Eindrücken spielt und - auch wegen seiner Länge von über elf Minuten - gut ans Ende solch eines Konzept-Albums passt.

Fazit: HATTIN ist ein Album ohne musikalische Mängel. Die Songs sind gut konstruiert und sehr ausgefeilt, und alle Musiker beherrschen ihr Metier. Obwohl Lyrics für mich oft eine untergeordnete Rolle spielen, muss ich Crystallion für die textlichen Zusammenhänge und deren musikalische Umsetzung ein klares Lob aussprechen.
Als Kritikpunkt fiel mir lediglich auf, dass man stilistisch nicht gerade innovativ vorgeht, sondern zu sehr im Fahrwasser von Helloween, Gamma Ray, Sonata Arctica, Insania usw. fährt. Auch der Gesang - obwohl er zur Musik passt und gut rüberkommt - ist halt sehr genretypisch. Ich hoffe, dass Crystallion in der Hinsicht noch etwas mehr Eigenständigkeit entwickeln.

Anspieltipps:
 Die Songs bewegen sich auf allesamt auf einem hohen Level. Ergo gilt als Anspieltipp: das gesamte Album.

Tipp:
 Wer auf eingängigen Power Metal im Stile der genannten Vergleiche steht, wird sicherlich auch von HATTIN begeistert sein.

Titel-Liste:
 
  1. The Ambush
  2. Wings of Thunder
  3. Vanishing Glory
  4. Under Siege
  5. The Battle - Onward
  6. The Battle - Higher than the Sky
  7. The Battle - Saracen Ascension
  8. Preach with an iron Tongue

Laufzeit:
 54:52 Min.

Band-Infos:
 
  • www.crystallion.net 

  • Probehören und Kaufen:
    Crystallion: HATTIN

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