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Review: D-A-D
 
MONSTER PHILOSOPHY

Album:
 MONSTER PHILOSOPHY, 2008, 3D Entertainment AG

Stil:
 Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.P., 24.04.2009

Review:
 20 Jahre Bandgeschichte, 13 Alben, 4 unterschiedliche Namen und noch kein bisschen müde. So hören sich "Disneyland After Dark" auch noch 2008 an. Über die Jahre hatten die Dänen schon mehrfach die Schreibweise ihres Namens geändert. Es konnte am Anfang doch niemand davon ausgehen, dass dem amerikanischen Groß-Konzern Disney dieser Name nicht gefallen würde, nicht wahr? Daher hatte die Band sich 1989 entschlossen, den Bandnamen einfach in "D.A.D." abzukürzen. Doch auch dabei sollte es nicht bleiben und man änderte es in "D:A:D" und im Jahre 2000 schließlich in "D-A-D". Man kann für alle Beteiligten nur hoffen, dass es dabei bleibt. Die Musik hat sich in den 20 Jahren jedenfalls kaum verändert. Und das ist gut so!

Ein Marsch im Intro von "Revolution" macht schon mal Appetit auf die Dinge die da kommen sollen. Was erst ein wenig theatralisch beginnt, kehrt sich beim ersten Geriffel der Gitarre ins völlige Gegenteil. Hier wird gleich mit dem ersten Song ein D-Böller mit großem Mitsing-Charakter gezündet, dass es einem die Schuhe auszieht. Schade, dass nach knapp 3 ½ Minuten schon wieder alles vorbei ist. Da war eben noch der Fuß am Stampfen und die Mähne am Schütteln, zum Solo noch ein wenig Luftgitarre gespielt und puff, vorbei! Dieser Song würde im mittleren Teil der CD mit Sicherheit besser zur Geltung kommen.
Der zweite Titel "Nightmares in the Daytime" nimmt das Tempo auch schon wieder etwas raus. Dafür bekommt man einen dieser D-A-D typischen, super simplen aber fantastischen Verse serviert, mit der man die weite Skandinaviens schmecken kann. Bass geachtelt, ein stimmungsvolles Thema der Gitarre, 3 Akkorde und die prägnante Stimme von Jesper Binzer transportieren mehr Stimmung als manches Orchester.
"Too deep for me" heißt die dritte Nummer, die wie auch im Song zuvor mit einem simplen Arrangement auskommt und abermals punkten kann. Bis auf den Pre-Chorus, der eine schöne Überleitung auf den Refrain bietet, erlebt man jedoch keine große Überraschung. Ab dem zweiten Vers kommen noch ein paar Effekte dazu, die dem Song ein wenig an Dynamik verleihen.
Weiter gehts mit einer rockigeren Nummer. Wie die ersten Sonnenstrahlen im Frühling macht "Beautiful together" einfach gute Laune. Das schöne Wetter wird daher textlich auch passend verarbeitet. Wie schön es doch sein kann mit dem Partner ein bisschen mit dem Boot zu schippern. Doch was tun, wenn man merkt, dass nur einer der beiden verliebt ist?! Der Effekt vor dem letzten Refrain hört sich ungefähr so an, wie man sich dabei fühlen muss.
Der namensgebende Titel "Monster Philosophy" geht ziemlich schnell ins Ohr, leider. Dieser Track stellt für mich zugleich den Tiefpunkt dieses ansonsten außerordentlich gelungenen Albums dar. Es sind auch hier wieder alle erfolgsversprechenden Elemente zugegen, doch ist der Refrain mit seiner monotonen Gesangsmelodie einfach nur nervtötend. Der nächste Titel bitte.
Und wer sagts denn... man wird mit dem sich anschließenden "Milk and Honey" mehr als nur entschädigt. Während der Titel zuvor sich noch unter dem Schnitt der Platte ansiedelte, so vollzieht dieser Song eine Steilkurve nach ganz oben und darf ohne weiteres als einer der besten Titel der dänischen Kombo angesehen werden. Ein Song zum Träumen und Dahinschwelgen, laut dem Text zum Flüchten in ein anderes Leben. Mehrstimmiger Gesang im Refrain - Athmo pur! Vielleicht trägt auch der Sound seinen Teil dazu bei, doch fühle ich mich abermals an Mark Knopfler erinnert. Die kurzen Abfolgen im Solo, sehr prägnant und sauber gespielt, machen gewisse Ähnlichkeiten hörbar.
Langsam wird es mir unheimlich, ohne Umschweife folgt mit "You won't Change" erneut ein erstklassiger Track. Wenn man eine Beziehung mit Krieg vergleicht, muss dort schon so einiges im Argen liegen. Wie zwei Generäle, die des Kämpfens müde seien - eine passende und fantastische Wortwahl. Unüberhörbar die Emotionen in der Stimme von Jesper Binzer, die man lieben oder hassen kann. Im letzten Refrain hängt er sich nochmal richtig rein und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck, dass man ihm jedes seiner Worte bedenkenlos abnicken kann.
Weiter geht es in "If you had a Head" mit einem recht schrammeligen Riff in bester "Cowpunk"-Manier. Der Song legt ganz gut los und entfaltet sich mit einem schönen Singalong im Refrain. Mehr als 2:46 Min geht der Spaß zwar nicht, ist aber auch nicht nötig. Hier wird trotzdem alles gesagt, die Dynamik wird in der Bridge nochmal auf Drums und Bass runtergefahren, um danach wieder den Chorus zu rocken.
Als mit "I am the River" das Tempo plötzlich wieder abfällt, fühlt man sich doch leicht vor den Kopf gestoßen. Aufgrund der Kürze des Songs zuvor hätte jetzt eine schnellere Nummer echt gut getan. Nun denn, somit kommt der aktuelle Titel leider etwas schleppend daher. Der Vers vermag wieder eine schöne Atmosphäre zu erzeugen, die durch den Refrain leider etwas verloren geht. Eine nette Nummer, die man eher zum Durchschnitt des Albums zählen kann.
Und es darf wieder gerockt werden. "Chainsaw" schlägt erneut in eine etwas rockigere Kerbe. Von Sirenengeheul bis hin zu einem leicht jazzig angehauchten Solo hat dieser Song echt was zu bieten, nur bleibt am Ende nicht so viel davon hängen. Der Refrain komm zwar mal richtig rotzig und dreckig daher, doch ist die Hookline etwas zu kurzlebig.
Ideal passend zu einem Roadmovie startet "Money always takes the Place of Life". Hätte man noch den Sound eines alten Vinylplayers dazugemischt, hätte der ansteigende Lautstärkepegel vielleicht mehr Wirkung erzielt. Der Refrain kommt einem entfernt bekannt vor. Ein starkes Break vor dem letzten Refrain macht nochmal richtig Druck bevor der Song leider etwas verfrüht endet. Auch hier hätte der Titel durchaus noch länger dauern dürfen.
Nach den bisherigen Tracks kommt mit "Nightstalker" ein leicht frischer Wind auf. Nur bestehend aus dem Achteln des Bass und Akzenten der Gitarre entführt Jesper den Hörer ins Dunkel. D-A-D verstehen sich hervorragend auf das Erschaffen einer dichten Atmosphäre wie dieser Song mal wieder beweist. Man begleitet den Nightstalker auf seinen Wanderungen ins Nirgendwo.
"If I succeed" besticht durch schöne zweitstimmige Gesangslinien. Dieser Song wirkt seinerseits sehr rund und homogen. Eine bandtypische ruhige Nummer, die dem Album insgesamt eine recht balladeske Ausrichtung verleiht.
Da kommt "House of Fun" am Ende der 14 Tracks dicken CD doch recht überraschend. Zum einen da es sich um einen erstklassigen Song handelt, der erst so spät auf dem Album zum Einsatz kommt, zum anderen, weil er das überwiegend balladeske Gleichgewicht nochmal gehörig durcheinander bringt.. Das Thema ist klasse, die Instrumentalisierung gekonnt, Hooklines zum mitgröhlen; der Funke springt über. Wo House Of Fun über der Tür steht, bekommt man das was man erwartet. Der Song macht einfach Spaß und lässt sich mit Sicherheit an einem geselligen Abend bis zum Erbrechen spielen!

Fazit: Mit der 13ten Platte MONSTER PHILOSOPHY ist D-A-D ein schönes Stück Rock gelungen, dass wieder einige echte Perlen im Gepäck hat. Schwer zu beschreiben, aber D-A-D zu hören ist wie ein akustischer Trip nach Skandinavien. Der einzige Wermutstropfen für mich ist die unglückliche Reihenfolge der Songs. Nach dem Vorgängeralbum SCARE YOURSELF eine Steigerung von 80 %!

Anspieltipps:
 "Revolution ", "Nightmares In The Daytime", "Milk And Honey", "You Won't Change" und "House Of Fun ".

Titel-Liste:
 
  1. Revolution
  2. Nightmares in the Daytime
  3. Too deep for me
  4. Beautiful together
  5. Monster Philosophy
  6. Milk and Honey
  7. You won't change
  8. If you had a Head
  9. I am the River
  10. Chainsaw
  11. Money always takes the Place of Life
  12. Nightstalker
  13. If I succeed
  14. House of Fun

Laufzeit:
 54:41 Min.

Band-Infos:
 
  • www.d-a-d.dk 


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