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Review: Dark Moor |
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Album:
Stil:
| | Epic Symphonic Power Metal |
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | U.B., 01.03.2009 |
Review:
| | Mit AUTUMNAL präsentieren die Spanier um Bandkopf Enrik Garcia ihr siebtes Album, die EP BETWEEN LIGHT AND DAY nicht mitgerechnet. Nach vielen Besetzungswechseln ist Enrik der einzige verbliebene Musiker der ursprünglichen Besetzung. Neben Alfred Romero Vocals und Mario Garcia Bass ist noch Roberto Cappa Drums mit an Bord. Als Produzent vertraute man nun schon zum sechsten Mal auf Liugi Stefanini und nahm das Werk in den italienischen New Sin Studios auf. Das Cover Artwork zeichnete ein kanadischer Künstler. Nicht nur das Thema Herbst wie im Albumtitel wurde stimmungsvoll umgesetzt, es passt auch ausgezeichnet zur Musik. Nach dem ausgezeichneten Album TAROT von 2007 war ich richtig neugierig ob Dark Moor erneut so ein klasse Album gelingt.
Mit "Swan Lake" haben sich die Spanier doch tatsächlich an Tchaikovskys Ballet Schwanensee gewagt. Keine Angst, Rüschen- Röckchen tragende Balletteusen die auf den Zehenspitzen trippeln sah ich beim Hören dieses Stückes nicht vor meinem geistigen Auge, Gott sei Dank. Dazu ist das Stück viel zu druckvoll ausgefallen. Mit großem Chor und mächtigem Drummgewitter, allerdings ohne Double Bass, behält der Metal hier ganz klar die Oberhand. Die Streicher bleiben zart im Hintergrund. Alfred Romeros engagierte Vocals klingen häufig stark nach Khan von Kamelot der ähnlich viel Schmelz in der Stimme hat. Nach einem Rhythmuswechsel haben die Streicher das Heft in der Hand und fiedeln mit hohem Tempo bevor die Gitarren und der Bass übernehmen und für richtig Schmackes sorgen. Das Stück ist überaus orchestral und aufwändig gestaltet mit einem bombastischen Finale.
Bei "On the Hills of Dreams" hat man sich schamlos beim Titelsong von Phantom der Oper bedient. Es ist nur eine kurze Passage die mehrfach auftaucht aber die wurde dann auch wirklich 1:1 umgesetzt. Knallharte Riffs legen vor bis nur noch Vocals und Bass zu hören sind. Die super Melodie zieht einen unmittelbar in ihren Bann. Die Sopranistin Itea Benedicto unterstützt Sänger Romero in einem Duett. Gitarren und Bass beherrschen die Szene nur helle Keyboard Klänge wie ein Glockenspiel schimmern daraus hervor.
Auf "Phantom Queen" haben wir es mit viel Bass zu tun, weiche Vocals die bei mir wiederum die Assoziation zu Frontmann Khan von Kamelot auslösen bis plötzlich tiefe Growls ertönen. Der Chorus galoppiert so richtig, der Gesang ist mehrstimmig mit Chor.
"An End so cold" lässt ein trauriges Stück vermuten und das wird musikalisch prima umgesetzt. Vom langsamen Grundtempo spielen die Gitarren heftig auf mit einem dermaßen prägnanten Bass wie er selten zu finden ist. Das Stück ist episch getragen mit toller Gesangsleistung und großem Chor im Hintergrund. Nach einem Gitarrensolo, Enrik Garcia versteht sein Handwerk perfekt, ist es Zeit für das Orchester und einen weiteren Einsatz der Sopran Stimme von Frau Benedicto.
Mit "Faustus" ist natürlich das bekannte Stück vom alten Goethe über Dr. Faustus gemeint. Mit dem unterschwellig bedrohlichen Chorgesang gelingt es den Spaniern mit dramatischer Atmosphäre dem Thema gerecht zu werden. Rasende Drums und stark akzentuierter Gesang sind einige der Eckpunkte. Die walzenden Gitarrenriffs tun ein Übriges um keine heitere Stimmung aufkommen zu lassen. In einem Gitarrensolo lässt Enrik dann sein Instrument mit dem Klang einer Balalaika wirbeln. Toller Genre Mix eines klassischen Stücks in einer Power Metal Verpackung.
"Don`t look back" sagt sich in diesen Tagen auch so mancher Banker und so lautet auch der nächste Titel. Das Stück ist komplex mit vielen Rhythmusvariationen. Das Orchester wird zäsurartig eingesetzt. Drums und Bass sind wie entfesselt und zwischen dem volltönenden Hohoho Chor werden kurze Gitarreneinlagen mit forciertem Tempo eingeschoben.
Die Rhythmusinstrumente treiben auch auf "When the Sun is gone" unbarmherzig an. Die Vocals sind geheimnisvoll und speziell im Refrain mit viel Leidenschaft vorgetragen. Der orientalische Sound der Gitarre unterstützt noch den Gesang. Beim Songwriting bewegt man sich auf von Dark Moor gewohnt hohem Niveau. Die Orchester Untermalung versteht sich auch hier von selbst. Der Song ist komplizierter aufgebaut und geht in Richtung progressiv.
"For her" startet mit vollem Orchester aus dem sich die Drums langsam herausschälen. Der Bass langt voll hin, die Backing Vocals haben kurze, scharfe Auftritte. Die hellen Streicher haben es schwer gegen die knallenden Drums. Die Vermischung von Klassik und Heavy Metal könnte so von Richard Wagner stammen wenn er denn noch leben würde. An ihn musste ich spontan denken bei diesem markanten Stück.
"The enchanted Forest" gibt sich geheimnisvoll wie es sich für einen verzauberten Wald gehört. Die Vocals reichen von weich schmeichelnd bis eindringlich in den höheren Tonlagen. Der Song ist geprägt von einer Art Gothic Stimmung, ziemlich düster, hinter jedem Baum, pardon jeder Tonfolge, erwartet man eine böse Überraschung. Wie einzelne Lichtstrahlen die durch die dunklen Baumkronen brechen, leuchten die Gitarrensoli vor der finsteren Klangkulisse. Kein Märchenwald für Kinder, nur für Erwachsene.
Beim Titel "The Sphinx" darf man getrost eine orientalisch gefärbte Melodie erwarten und wird auch nicht enttäuscht. Unterlegt mit viel Streichern steuert das Stück auf seinen Höhepunkt zu. Die Vocals besitzen einen verschwörerischen Unterton und Garcia greift bei seinen Gitarrensoli tief in die Trickkiste. Viel Stimmung, viele Emotionen, großes Kino.
Mit "Fallen Leaves Waltz" überlässt Dark Moor dem Orchester beinahe gänzlich das Feld. Von Power Metal ist hier nur sehr wenig zu spüren. Als Ausklang des Albums ist der Track aber gut geeignet. Der Walzer Reigen, denn um einen Walzer handelt es sich tatsächlich, wird mehrfach mit sehr dramatischen Tönen aus der Beschaulichkeit gerissen. Das Orchester hat seinen großen Auftritt und bis zu den Kesselpauken kommt so ziemlich alles zum Einsatz. Mehr Klassik auf einem Metal Album geht wohl kaum.
Fazit: Im Vergleich zu ihrem letzten Album TAROT aus dem Jahr 2007 hat sich der Stil von Dark Moor nochmals weiter zu epischen, reich orchestrierten Stücken mit ausdrucksstarken Chören verschoben. Man spielt immer noch melodischen Power Metal aber der Schwerpunkt liegt auf Bombast wie bei Rhapsody of Fire zu Zeiten von SYMPHONY OF ENCHANTED LANDS II. Mehr als einmal wurde ich auch an Kamelot erinnert die einen ähnlich Stil an den Tag legen, druckvoll mit eingängigen Melodien vor einer großen Sound Kulisse. Sieht man einmal von dem Wechsel von Frontfrau Elisa C. Martin hin zu Sänger Alfred Romero ab, so konnte ich noch nie eine so starke Verschiebung bei der Musik von Dark Moor feststellen. Besonders Mario Garcia am Bass liefert eine außergewöhnliche Leistung ab. Auch Alfred Romero ist besser als je zuvor. Durch den Einsatz der Sopranistin Itea Benedicto von der Symphonic Power Metal Band Niobeth die hier als Gastmusikerin auf einigen Stücken dabei ist, werden vereinzelt Erinnerungen an Nightwish wach bevor Tarja Turunen den Stuhl vor die Tür gesetzt bekam. Allerdings ist der Auftritt von Frau Benedicto auf wenige kurze Passagen beschränkt und sie steht dabei längst nicht so im Vordergrund wie das bei ihrem Pendant zu alten Nightwish Zeiten der Fall war. Der Aufbau der Songs geht aber bei beiden Bands in die gleiche Richtung mit leichtem Opera Metal Einschlag. Schaut, oder besser hört, man sich Titel wie "Swan Lake", "Faustus" und "Fallen Leaves Waltz" genau an, so liegt ein starker Bezug zur klassischen Musik sofort auf der Hand. Dark Moor ist immer noch Dark Moor aber mit Anleihen bei Rhapsody, Kamelot und alten Nightwish. Das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen. An Eingängigkeit hat die Combo nichts verloren. Auch sind viele Songs mit Ohrwurm Qualität ausgestattet wie dass schon immer bei Dark Moor der Fall war. Ein bisschen mehr an Spielzeit hätte aber nicht geschadet. Für jeden Anhänger von neoklassischem Power Metal ist das Album eine klare Empfehlung. So richtig zur Geltung kommt das Album aber erst beim Abspielen über eine leistungsfähige Stereoanlage dann knallt einem der Hammersound nur so um die Ohren und ich ertappe mich dabei wie ich headbangend (zu Schwanensee!) durch die Bude hüpfe, übrigens ohne rosa Röckchen. |
Anspieltipps:
| | "Swan Lake", "On the Hill of Dreams", Phantom Queen", "When the Sun is gone", "The enchanted Forest" und "The Sphinx". |
Tipp:
| | Melodisch, episch, neoklassik Bombast umgeben von symphonischem Power Metal wie auf AUTUMNAL zu hören erfreut garantiert jeden Fan von Kamelot, Rhapsody of Fire und Nightwish. Die gelungene Mischung aus Klassik und Metal ist erneut ein Beweis, dass sich verschiedene Musikstile nicht ausschließen müssen sondern ausgezeichnet miteinander verknüpft werden können. |
Titel-Liste:
| | - Swan Lake
- On the Hill of Dreams
- Phantom Queen
- An end so cold
- Faustus
- Donīt look back
- When the Sun is gone
- For her
- The enchanted Forest
- The Sphinx
- Fallen Leaves Waltz
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