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Review: Dark Order |
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Album:
| | COLD WAR OF THE CONDOR, 2010, Battlegod Products |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | M.U., 26.09.2010 |
Review:
| | Australien: Das Land der Kängurus und Didgeridoos. Wer kennt nicht die legendären Bands wie AC/CD, Bee Gees, INXS oder Rose Tattoo. Und jetzt haben sie einen neuen "Stern" am Himmel: Dark Order. Die vierköpfige Band wird Ende der 90er Jahre gegründet und hat sich voll und ganz dem Thrash Metal verschrieben. In der relativ kurzen Zeit ist man schon sehr produktiv. Mit COLD WAR OF THE CONDOR stellen sie bereits ihr drittes Album vor. Thematisch setzt man sich mit der Geschichte von Chile unter Pinochet auseinander. Für eine australische Band sicherlich außergewöhnlich. Was hat Australien schon mit Chile gemeinsam? Na, dann lassen wir uns einmal überraschen.
Schon der erste Song "September 11th 1973" ist gespickt mit Geschichte. Gut, auswendig hätte ich es nicht gewusst, aber das Internet hilft: "In Chile findet unter Augusto Pinochet und der Unterstützung durch die US-Regierung ein Militärputsch gegen die Regierung Salvador Allendes statt. Der darauffolgenden Militärregierung fallen nach offiziellen Schätzungen ca. 3000 Chilenen zum Opfer. Über 1 Million Menschen flüchten ins Exil." (deutsche Wikipedia). Und so klingt der Song auch. Nach Aufruhr, Verweigerung, Protest und Gewalt.
Und jetzt geht es erst recht rotzig frech zur Sache. "Dissension of the Raptor" zeigt zum ersten Mal auf, wohin die Reise gehen soll. Schnell, hart, brutal und mit gnadenlosem Gesang. Der klingt eher wie Sick Of It All oder Slipknot. Gerader der treibende Sound macht diesen Song sehr interessant. Aber ob das Thrash ist?
Mit einen furiosen Schlagzeugsolo beginnt "State of Siege". Auch hier setzt sich der treibende Sound in seiner Gewalt fort. Dennoch ist der Song ein wenig schwerfälliger und klingt ein bisschen getragener. Gerade der Refrain erinnert einen schwer an Dead Kennedys, DER Anarcho-Punkband aus den USA. Und wieder trommelt der Schlagzeuger, was das Instrument her gibt.
Wer ist Victor Jara? Auf jeden Fall wird ihm mit dem Song "A Lament for Victor Jara" ein Denkmal gesetzt. Allerdings sehr melancholisch mit viel akustischer Gitarre. Und dazu noch in spanisch. Australier die spanisch singen? Bemerkenswert! Gut, der Song hat auch seinen Hintergrund: "Victor Jara war ein chilenischer Sänger, Musiker und Theaterregisseur. Er wurde am 12. September 1973 verhaftet und am 16. September 1973 von 44 Einschüssen getötet aufgefunden." (Nochmals Dank an die deutsche Wikipedia).
Und mit Exil geht gleich weiter. "Tears of the Exlied" ist mit Sicherheit den armen Schweinen der damaligen Zeit in Chile gewidmet. Dementsprechend ist der Song auch aufgebaut. Eine Mischung aus Melancholie und Aggressivität und einer gewissen Härte.
Mit der Karawane des Todes geht es weiter. Der Song mit dem gleichen Namen "Caravan of Death" beginnt auch gleich infernalisch. Wie ein Unwetter kommt er daher und entwickelt sich wie ein Sturm zu einem Werk, welches eine Mischung aus guten altem Rock'n'Roll, Hard Rock und neuem Heavy Metal darstellt. Parallelen zu Dead Kennedys werden wieder erkennbar.
Was haben die Grimaldis mit Chile und Pinochet zu tun? Wir werden es mit dem Song "Villa Grimaldi" erfahren oder auch nicht. Treibender Sound, harter Rhythmus und ein Inferno aus Schlagzeug sind die Eckpunkte hier. Und dann der Rückblick auf 1973 (so der Text). Und an dieser Stelle drehen sie den Wahnsinn fast auf Null runter und werden sehr gefühlvoll und melancholisch. Und dann wieder der knallharte Sound. Bestechend gut!
Der nächste Song heißt "Operation Condor". Damit spielt man auf die Verfolgung von links politischen und oppositionellen Kräften hin, diese weltweit zu verfolgen und zu vernichten. Wieder ein sehr brisanten politisches Thema, welches musikalisch sehr gut umgesetzt wird. Und bei über acht Minuten hat auch genug Zeit, sich selber mit diesem Thema zu identifizieren. Dementsprechend ist der Song sehr aggressiv ausgeprägt. Da will an keinen verschonen und jeden wachrütteln, der es bisher noch nicht mitbekommen hat.
Weiter geht es mit "The Disappeared". Den Verschwundenen. Vermutlich all diejenigen ungeliebter Personen, die Pinochet im Wege standen. Fast militärisch anmutend klingt der Song. Mit Marschmusik oder wenigstens in diese Richtung weisend.
Nach "Operation Condor" steht uns die nächste Operation mit "Operation Siglo Veinte" bevor. Diese scheint es aber nicht wirklich gegeben zu haben. Ein fiktiver Titel. Aber wenigstens erfreut er uns mit einem Feuerwerk an musikalischen Elementen wie Schlagzeug, Gitarre und Gesang.
Fast schon melancholisch und gefühlvoll beginnt "Criminal of State", mit einem gewissen Hang zum Sphärischen. Gut, neun Minuten müssen irgendwie gefüllt werden. Hier versucht man sich mit experimentellen Klängen, die man mit knallharten Thrash-Elementen paart und hofft, dass etwas brauchbare rauskommt. Was es auch in der Tat tut. Ein Song, der zwischen beiden Gefühlswelten hin und her wechselst. Irgendwie weiß man nie so richtig, wo man sich nun befindet.
Ganz anders kommt "Blood Fire". Total aggressiv und rotzfrech. Da wird wieder die Gewalt erkennbar, die die Band mit ihrem Thema verbindet. Mit Blut und Feuer hat man sicherlich versucht, das Land damals zu säubern.
Ein kurzes Intermezzo findet mit "Continum of cold War" statt. Eher ein Sprechgesang, der wie aus den Nachrichten von CNN, ABC oder anderen Sendern klingt. Unterlegt mit einprägsamen Schlagzeug und Gitarrenriffs.
Zu guter Letzt werden wir mit "Requiem Eternal" beglückt. Der Song beginnt sehr gefühlvoll mit akustischen Gitarren. Und das wird wohl und auch bim zum Ende begleiten. Betrachten wir es einfach als eine Rockballade, die uns das Ende leichter machen. Denn bisher mussten wir so einiges mitmachen. Natürlich positiv gemeint.
Fazit: Thrash Metal aus Australien ist man sicherlich nicht unbedingt gewöhnt. Da kommt eher Weichgespültes her. Aber Dark Order sind da von einem ganz anderen Schlag. Es ist schon beeindruckend wie sich eine australische Band so intensiv mit dem Thema "Politik in Chile in den 70er Jahren" auseinandersetzt. Liest man die Besetzung, dann kann man es vielleicht eher verstehen. Denn alle Bandmitglieder haben spanische oder spanisch klingende Namen, womit sich eine gewisse Verbundenheit zu dem südamerikanischen Land herstellen lässt. Musikalisch betritt man zwar kein Neuland, aber die Art und Weise, wie man das Album darbiete, ist etwas außergewöhnlich. Zwar verschreibt man sich dem Thrash-Metal, klingen tut es aber ein bisschen anders. Mehr in Richtung Sick Of It All oder Slipknot. Also eher einer Mischung aus Thrash-Metal und Nu-Metal. Allerdings gekonnt gemixt. Von einer gewissen Aggressivität wollen wir hier gar nicht reden. Denn die ist extrem ausgeprägt. Alles in Allem ein hervorragendes Album, auch wenn die politische Schiene sehr stark ausgeprägt ist. Aber das wird wohl auch das Anliegen der Band damit sein. Abwechslungsreich und phantasievoll und mit weit über eine Stunde Spielzeit ein echter Genuss. |
Anspieltipps:
| | "Dissension of the Raptor", "Tears of the Exlied", "Caravan of Death", "Villa Grimaldi", "Operation Condor", "Operation Siglo Veinte" und "Blood Fire".
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Titel-Liste:
| | - September 11th 1973
- Dissension of the Raptor
- State of Siege
- A Lament for Victor Jara
- Tears of the Exlied
- Caravan Of Death
- Villa Grimaldi
- Operation Condor
- The Disappeared
- Operation Siglo Veinte
- Criminal of State
- Blood Fire
- Continum of cold War
- Requiem Eternal
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.darkorder.com.au  |
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