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Review: Dark Sky
 
EMPTY FACES

Album:
 EMPTY FACES, 2008, AOR Heaven

Stil:
 Hard Rock / Melodic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 29.05.2008

Review:
 Dark Sky ist eine Band, die zu Beginn ihrer Karriere mit vielen Unsäglichkeiten zu kämpfen hatte. Gegründet noch als Schülerband Anfang der 80er, vereitelten finanzielle Probleme des damaligen Labels die Produktion ihres Debüts. Dann wurde es lange still um die Formation, und erst Ende der Neunziger und nach etlichen Besetzungswechseln fand man wieder zusammen und veröffentlicht 2000 schließlich das Debut BELIEVE IT.
Mit dem Unterschreiben des Plattenvertrages bei AOR Heaven wird 2004 dann ein großer Schritt in Richtung publikumwirksamkeit getan. Mit dem Label im Rücken steht einer umfassenderen Promotion nichts mehr im Wege. EMPTY FACES ist nun das zweite Album, dass unter AOR Heaven erscheint.
Zur aktuellen Besetzung von Dark Sky gehören Frank Breuninger (Gesang), Steffen Doll (Gitarre), Winny Zurek (Bass), Uwe Mayer (Drums) und Claudio Nobile (Keyboard).

Dark Sky verschwenden keine Zeit mit Intro-Geplänkel, sondern kommen beim Opener "Hands up" sofort zur Sache. Der Song hat Melodie, eine eingängige Hookline und er rockt. Dem Ganzen setzt ein starker Mitsing-Refrain die Krone auf. Ein wahrlich gelungener Start in diese Scheibe. Auch die dezente Retro-Orgel-Untermalung und das Solo passen sich hervorragend dem Track an. Ich schätze, das dürfte auch der zukünftige Gig-Opener werden, denn er reißt das Publikum von Anfang an mit: Hands up in the Air...
Mehr auf der Melodic-Schiene fährt der Titeltrack "Empty Faces". Eine sehr harmonische Stimmung mit schönen Gitarrenleads und melodischer Keys-Begleitung regiert den Song, der seinem Vorgänger an Klasse aber in nichts nachsteht. Frank Breuningers Gesang ist klar und ausdrucksstark. Außerdem trägt sein Timbre die Refrains sehr gut, ungeachtet ob sie in einer oder mehreren Gesangsspuren arrangiert sind.
Mit etwas kräftigerem Rhythmus und strukturierter Hookline kommt "Slave of Time", erst beim gesanglichen Höhepunkt, der wieder stark punktet, wird es erneut melodisch. Und das kombinierte Gitarren-Keyboard-Solo finde ich erste Sahne. Überhaupt wird das Keyboard mit seinem nostalgischen Hammond-Orgel-Touch sehr klug und gekonnt eingesetzt.
"Sent them to Hell" wird wieder von der Kombination aus druckvollem Rhythmus und melodischen Gitarren- und Keyboard-Hooks bestimmt. Der Refrain ist diesmal etwas simpler und aggressiver konstruiert, kommt aber als Kontrast zu den bisherigen harmonischen Höhepunkten ganz gut. Auch das Mainriff, das trotz seiner Einfachheit dem Song einen unverkennbaren Stempel aufdrückt, gefällt mir gut.
Bei der Powerballade "Chase your Dreams" regieren die Emotionen. Die Gitarrenleads sind harmonisch, die Keyboarduntermalung sorgt für die eingängige Melodie und der Refrain ist durch den mehrstimmigen Chorus ebenso packend wie gefühlvoll.
Es folgt die x-te Umsetzung des bekannten Pop-Hits "Maniac" aus dem Film "Flashdance. Erst kürzlich wurde ich mit der Interpretation dieses Stückes von den griechischen Melodic-Metalern Firewind konfrontiert. Ich weiß nicht, warum immer wieder Hardrock- und Metalbands diesen Song covern. Obwohl auch die Version von Dark Sky wirklich nicht schlecht klingt und ganz gut rockt, habe ich für diese ewigen Poplied-Cover wenig Verständnis.
Dass Dark Sky die Kombination aus gelungenem Riffing und melodischem Gesamtkonstrukt verstehen, beweisen sie wieder bei "Saints beneath the Sky", einem Song der ebenso druckvoll wie emotional ist. Besonders der Refrain geht wieder sofort ins Ohr.
"Pleasure and Pain" beginnt erst etwas spacig, geht dann aber in einen eingängigen Hardrock-Aufbau über. Durch den deutlicheren Einsatz des Hammond-Orgel-Sounds bekommt der Track einen Hauch Deep Purple-Anleihen mit. Es ist fast ein wenig so, als hätte man einen Purple-Song in die heutige Ära transferiert und dabei druckvoll und modern aufgepeppelt. Gefällt mir ausgesprochen gut.
In wesentlich langsamerem Takt spielt sich "Believe it" ab, eine weitere Power-Ballade. Auch die Hookline dieses Songs entwickelt sich stückweise und mündet in einen eingängigen und gefühlvollen Refrain.
Beim abschließenden "Meaning of Life" fällt dann das "Power" des vorhergehenden Songs ganz weg. Es handelt sich um eine reine Ballade, die großteils akustisch begleitet wird. Eine schöne Komposition ist es nichtsdestotrotz, und wenn sich im ausdrucksvollen Refrain die E-Gitarre zu Wort melden darf, ist das nicht nur sehr emotional mitreißend sondern auch ein Produkt stimmigen und professionellen Songwritings.
Nach einer kleinen Pause folgt noch ein Hidden-Track mit Namen "Final Day". Auch dieser ist balladesk und teilakustisch.

Fazit: Ein feines Scheibchen liefern Dark Sky hier ab. Zwar wird es zu Ende hin ein bisschen arg balladesk und die Coverversion ist unnötig, aber im Großen und Ganzen präsentiert sich EMPTY FACES als wirklicher Lichtblick an der Grenze zwischen kernigem Hardrock und melodischem Metal.
Die Kompositionen sind hervorragend komponiert und aufgebaut. In Sachen Songwriting kann man Dark Sky nichts vormachen. Auch von der instrumentalen und der stimmlichen Seite gibt es absolut nichts zu meckern. Dies rechtfertigt für mich eine Wertung von sechs Punkten. Da bleibt mir nur noch zu sagen: weiter so!

Anspieltipps:
 Die ultimative Live-Gig-Hymne "Hands Up", der melodische Titeltrack "Empty Faces", das vielschichtige "Saints beneath the Sky" und das etwas nostalgisch angehauchte "Pleasure & Pain".

Tipp:
 Wer Bands wie Bonfire, Axel Rudi Pell, Empire, Pink Cream 69 und Ähnliche zu seinen Favoriten zählt, sollte sich EMPTY FACES unbedingt zu Gemüte führen.

Titel-Liste:
 
  1. Hands up
  2. Empty Faces
  3. Slave of Time
  4. Send them to Hell
  5. Chase your Dreams
  6. Maniac
  7. Saints beneath the Sky,
  8. Pleasure & Pain
  9. Believe it
  10. Meaning of Life + Final Day (Hidden Track)

Laufzeit:
 52:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.dark-sky.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Dark Sky: EMPTY FACES

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