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Review: Dark Tribe
 
ARCHAIC VISIONS

Album:
 ARCHAIC VISIONS, 2010, Black Hate

Stil:
 Black Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 M.U., 01.12.2010

Review:
 Ist weniger auch immer mehr?? Dies scheint wohl im Moment die aktuelle Richtung zu sein. Nach Tsorer, einer Ein-Mann-Band, stellen sich diesmal Dark Tribe vor, eine Zwei-Mann-Band, die von diversen Musikern unterstützt wird; u.a. auch von Asyrth (Gesang), der Band Gräfenstein. Der Unterschied liegt in der Herkunft. Während Tsorer aus Israel kommt, stammen Dark Tribe aus Kunrau, Sachsen-Anhalt, Deutschland. Die Band formiert sich bereits 1997, hat sich dem Black Metal verschrieben und bisher zwei Album GEBOREN AN DEN UFERN DES WAHNSINNS (2002) und IN JERASPUNTA – DIE RÜCKKEHR DER TOLLWÜTIGEN BESTIE (2004) in voller Länge auf den Markt gebracht. Mit ARCHAIC VISIONS (2010) ist dies dann bereits das dritte Album dieser Band.

Kurz und knackig starten wir in das Album mit "Forgotten one Part III" Auf Grund der Spiellänge von etwas über einer Minute könnte man es als eine Art Intro betrachten. Musikalisch eher indifferent und nicht so recht zuordenbar.
Recht rockig und mit gutem Rhythmus steigen wir in den Song "When Fear turns into Hate" ein. Allerdings hat das Ganze mit Black Metal nicht viel zu tun. Klingt der Song doch eher nach theatralischen Speed Metal oder Power Metal mit Heavy-Einflüssen. Auf jeden Fall ziemlich melodiös.
Mit experimentell angehauchten Gitarrenklängen wartet "Children of forgotten Times" auf. Genau genommen klingt er stark nach seinem Vorgänger, nur etwas langsamer und getragener. Der brüllende und nicht zu verstehende Gesang ist beiden Songs gemein. Gewöhnungsbedürftig.
Dafür fetzt "I see the Coldness in my Eyes" so richtig los. Da geht die Post ab. Auch wenn wir hier wieder keinen Black Metal vorliegen haben (die typischen Stilelemente fehlen), hat der Song doch eine extreme Power und Aggressivität. Auch der Rhythmus lässt die Füße kaum stillstehen. Manchmal klingt es sogar nach den alten 70er und 80er Hardrock Bands. Gut gemacht.
"Suicide is the Light" ist zwar nicht besonders umwerfend, aber Selbstmord braucht man deswegen nicht zu begehen. Der Song lässt sich irgendwie sehr schlecht einordnen, denn die musikalischen Elemente wollen nicht so richtig zusammen passen. Ein Sammelsurium von Allem. Da hilft auch die düstere Stimmung nicht weiter.
Dagegen sind "Endless Chains" und "Desperation" schon wieder auf dem richtigen Pfad angelangt. Der treibende Sound und die schwerfälligen Gitarrenriffs verbreiten eine düstere und auch mystische Atmosphäre. Und da fühlt sich eben der Black Metal "sauwohl".
Mystische Schlagzeugklänge sind die ersten Eindrücke bei "The Wrath of our Tribe". Doch das Geklimper dauert nicht allzu lange und man kehrt zur eigentlichen Linie zurück. Dennoch kommt hier in eine Wechselbad von Metal- und diesen seltsamen Schlagzugklängen. In stetigen Wechsel werden die beiden Stilelemente dargeboten. Auch wenn der Song nicht besonders toll ist, hat die Aufmachung etwas Magisches an sich. Daher auch als Anspieltipp erwähnt.
"Praying for Salvation" erscheint anfangs eher experimentell und psychedelisch. Aber dann doch die Hinwendung zur gewohnten Spielweise, die eher aus einem undefiniertem Gebrüll besteht und rhythmisch ziemlich schwerfällig und depressiv klingt.
And Now For Something Completely Different. Ein deutscher Titel unter den vielen englischen. Mit "Die Sauenjagd Ihrer Majestät" wollen sie wohl die deutsche Sprache dem Black Metal näher bringen. On man allerdings wirklich deutsch singt, ist bei dem infernalischen Geplärre nicht wirklich auszumachen. Wenigstens hat der Song musikalisch ganz schön was drauf. Der klingt richtig gut.
"Endless War" ist wieder einmal so ein Fall, bei dem man nicht so recht weiß, wie man ihn einordnen soll oder muss. Ein musikalisches Durcheinander von diversen Stilrichtungen und Tendenzen.
Aller guten Dinge sind diesmal nicht frei, sondern zwei. Der zweite Song mit deutschem Titel; "Denn wir sind nicht Mensch". Und wieder ein richtiges Feuerwerk an allem, was das Genre zu bieten hat. Wie schon "Die Sauenjagd ihrer Majestät" geht hier so richtig die Post ab. Fetziger, grooviger Sound und ein wahnsinniger Rhythmus.

Fazit: Tja, was soll man von diesem Album halten? Es ist schwer zu sagen, denn irgendwie kann man das Ganze nicht so richtig einordnen. Auf der einen Seite spielt man geniale Songs wie "Die Sauenjagd Ihrer Majestät" oder "Denn wir sind nicht Mensch". Und auf der anderen Seite können sie den Zuhörer schon recht langweilen. Tatsache ist, dass man das nicht unbedingt dem Black Metal zuschreiben kann. Da helfen auch die tiefe und düstere Stimme, die eh nicht zu verstehen ist, nicht viel weiter. Sicherlich hat die Band ein gewisses Potential, aber an dem muss man noch arbeiten. Vielleicht sollte man sich überlegen, den einen oder anderen Musiker in die Band zu integrieren um eine normale Stärke von drei bis vier Mitgliedern zu kommen. Ob einem das Album gefallen kann oder nicht, muss man wohl dem Hörer selber überlassen.

Anspieltipps:
 "I See The Coldness In My Eyes", "Endless Chains", "The Wrath of our Tribe", "Die Sauenjagd ihrer Majestät" und "Denn wir sind nicht Mensch".

Titel-Liste:
 
  1. Forgotten one Part III
  2. When Fear turns into Hate
  3. Children of forgotten Times
  4. I see the Coldness in my Eyes
  5. Suicide is the Light
  6. Endless Chains
  7. Desperation
  8. The Wrath of our Tribe
  9. Praying for Salvation
  10. Die Sauenjagd ihrer Majestät
  11. Endless War
  12. Denn wir sind nicht Mensch

Laufzeit:
 47:17 Min.

Band-Infos:
 
  • www.darktribe.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Dark Tribe: ARCHAIC VISIONS

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