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Review: Darkane
 
DEMONIC ART

Album:
 DEMONIC ART, 2008, Massacre

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.O., 29.09.2008

Review:
 Mit DEMONIC ART erscheint nun das bereits 5.Studioalbum von Darkane, die schon mit ihren Vorgängeralben überragende Bewertungen in der Presse einfahren konnten. Nun mir ist die Band, trotz dass Peter Wildoer (Ex-Arch Enemy Drummer, Anm. d. Red.) ein Teil der schwedischen Thrasher ist, bisher relativ unbekannt geblieben.
Obwohl sie augenscheinlich eine recht große und loyale Fanbase in Europa haben und wer weiß, vielleicht gehöre ich ja nach dem neuesten Album auch dazu?

Der Opener "Variations of an Eyecrush" ist wohl eher als instrumentalischer Aufbau zu verstehen, der mit überraschend klassischen Instrumenten aufwartet und dadurch recht episch daher kommt. Wirkt schon stark opernhaft.
Ohne Unterbrechung leitet der Opener direkt zu "Leaving Existence" weiter und kommt verdammt brachial um die Ecke. Die Instrumentenarbeit kann sich durchaus sehen lassen aber die Stimme..nein sorry, das Geshoute von Jens Broman wirkt mir doch etwas zu deplatziert hier.
Mag aber wohl am ehesten daran liegen, dass ich generell weniger mit Metalcore-artigem Gesang im Thrash-Metal anfangen kann.
Aber die Gitarrenarbeit von den Herren Malmström und Klas Ideberg ist nicht zu verachten und auch an der Schießbude wird überzeugende Arbeit abgeliefert.
Der Titeltrack "Demonic Art" beginnt, bevor man merkt dass der Song vorher überhaupt endete. Böses Geknüppel Marke Wildoer ist hier zu hören. Die Gitarren liegen etwas im Hintergrund und die Stimme von Jens kann mich leider immer noch nicht wirklich überzeugen.
Zudem das Gewechsel zwischen Brüllen und cleanem Gesang mich noch etwas mehr an Metalcore erinnert. Der Taktwechsel hingegen und das anschließende Solo weiß wieder rum zu gefallen und bringen Abwechslung in den Song.
"Absolution" beginnt mit mehr Groove und wirkt im Vergleich zu den zwei Vorgängertracks nahezu erfrischend. Das Riffing klingt schön brachial und lädt durchaus zum Kopfnicken ein, wenn die Vocals dazwischen nicht wären. Nein, ich glaube nicht mehr, dass ich mich bei diesem Album noch mit dem Gesang anfreunden werde.
"Execution" beginnt, oha? Ruhiger? Kleiner Lick Anfangs und baut sich sehr gut auf, um dann schön brutal los zu legen. Jawoll, so gefällt es einem, das Geshoute passt diesmal sogar relativ gut zum Rest des Songs. Super gespieltes Solo und generell gefällt mir dieser Track bisher am besten, da mich diesmal Jens Broman weniger stört. Abrupt endet das Lied und geht weiter zu "Impetious Constant Chaos".
Durchaus wird man hier mit Chaos konfrontiert und auch wieder mit nerv tötenden Wechsel zwischen Cleangesang & Geshoute. Der Rest klingt ganz okay aber ist jetzt nichts, was man diesmal besonders herausheben müsste. Außer eventuell das Solo. Die Soli gefallen mir hier durchaus auf der Scheibe.
Weiter geht es mit "Demigod", welcher mit Machine Head-artigem Riffing losgeht, was durchaus geil klingt. Auch passt hier das Gebrülle von Jens Broman wieder dazu, nur stört der cleane Teil wieder und zieht die gute Arbeit etwas nach unten. Der Solo-Part aber, ui, geil! Verdammt groovig und erfrischend, ein Solo zum headbangen.
"Soul Survivor" ist das nächste Stück und will gleich alles Dastehende niederwälzen. Jens' Geshoute passt auch hier wieder mehr als bei den anderen Tracks, nur ist der Chorus durch den Wechsel zum cleanen Gesang wieder mal ein enormer Schwachpunkt. Instrumentalisch ist hier aber alles top und solange kein Gesang vorherrscht, macht es erst so richtig Bock und der Solo-Part ist mal wieder schweinegeil.
Der neunte Song ist "The Killing of I", und wirkt wieder sehr, SEHR Metalcore-lastig wenn ich ehrlich bin.
Die Drums und die Gitarren überzeugen durchaus wieder aber irgendwie höre ich nicht großartig den Bass vom Herren Löfberg. Doch jetzt kommt die Bassspur etwas hervor. Aber was soll dieses cyberartige Interlude von Sänger Jens? Muss ich mich wiederholen, dass wenigstens wieder die Soli überzeugen? Tun sie halt.
"Wrong Grave" ist ein kurzes instrumentales Zwischenspiel, damit sich die Gitarristen Malmström und Ideberg etwas austoben dürfen mit einem Lick und dann direkt zu "Still in Progress" übergehen.
Klingt aber mehr wie ein Filler-Track und kann mich irgendwie gar nicht überzeugen. Kann den Track nicht so ganz einordnen, nach mehr als 10 Songs klingt dieser einfach danach, als wenn er unbedingt noch draufgepresst werden musste, da hier vieles auch zu gewollt klingt.
Mit "Wrath Connection" gibt es noch einen Bonustrack. Dieser genießt wieder etwas mehr Aufbau und man möchte zum Schluss nochmal eine gewisse Atmosphäre aufbauen. Gelingt durchaus und die Gitarren gefallen hier mir wieder durchaus besser als bei den vorherigen 2 Songs. Groovt ordentlich und sogar Jens' Geshoute lässt sich wieder mehr ertragen.
Hätte ich jetzt nach 11 Songs nicht gedacht und der Taktwechsel mit stakkato-artigem Riffing und einer ordentlichen Doublebass bringt einem nochmal dazu, den Schädel rotieren zu lassen. Dazu noch ein schönes Solo, das dann auch von beiden Gitarren zu Ende gebracht wird, jep so gefällt es mir.
Ganz ganz starker Song zum Abschluss des Albums und ich muss mich korrigieren, dieser hier ist eindeutig der stärkste Track dieses Longplayers.

Fazit: Darkane, eine Band die mehr dem modernen Thrash-Metal der Marke Machine Head & Co zu zu schreiben ist, kann auf instrumentaler Ebene wirklich überzeugen und ich werde im Endeffekt wohl dazu genötigt, mir mal die Vorgängeralben zumindest mal anzuhören.
Leider kann mich die Stimme von Jens Broman nicht so ganz überzeugen, was aber durchaus Geschmackssache ist. Denn es überzeugen mich ohnehin nur wenige Musiker mit dem Wechsel zwischen bösem Geshoute und cleanem Gesang (Rob Flynn oder Matt Heafy z.B.).
Wer aber mit diesem Stil durchaus was anfangen kann, dem kann ich "DEMONIC ART" bedenkenlos ans Herz legen.
Wollte ich dem Album erst "nur" 4,5 von 7 Punkten zusprechen, so muss ich nach dem starken Schlusstrack "Wrath Connection" die Bewertung doch noch nach oben korrigieren.
5 von 7 Punkte sind hier durchaus drin.

Anspieltipps:
 "Execution", "Demigod", "Wrath Connection"

Tipp:
 Anhänger von Shadows Fall, Machine Head, älteren Trivium können bei DEMONIC ART bedenkenlos zugreifen.

Titel-Liste:
 
  1. Variations of an Eyecrush
  2. Leaving Existence
  3. Demonic Art
  4. Absolution
  5. Execution
  6. Impetious Constant Chaos
  7. Demigod
  8. Soul Survivor
  9. The Killing of I
  10. Wrong Grave
  11. Still in Progress
    - - - Bonus Track - - -
  12. Wrath Connection

Laufzeit:
 46:06 Min.

Probehören und Kaufen:
Darkane: DEMONIC ART (Ltd. Ed.)

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