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Review: Darktribe
 
Darktribe - MYSTICETI VICTORIA

Album:
 MYSTICETI VICTORIA, 2012, Massacre

Stil:
 Symphonic Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 18.08.2012

Review:
 Man beachte den kleinen feinen Unterschied im Bandnamen und schon kommt man von Dark Tribe, einer deutschen Black Metal-Band irgendwann auf die richtige Spur, denn Darktribe agieren in westlicheren Gefilden, genauer gesagt, in Frankreich. Gegründet wurde die Band bereits 2009 von den Brüdern Agnello, wobei Anthony das Mikro und Julien das Schlagzeug übernahm. Ihre beiden langjährigen Freunde Gitarrist Loïc Manuello und Bassist Bruno Caprani komplettierten das Quartett. Bereits 2009 produzierten sie ihre erste EP NATURAL DEFENDER. Es folgten einige Live-Auftritte und man komponierte neue Songs, bis man schließlich sicher war, seinen eigenen Sound und Stil gefunden zu haben. Mit einem Mix aus Power und Symphonic Metal hat man sich an die Komposition des Debüts MYSTICETI VICTORIA herangemacht, welches thematisch den Weg der menschlichen Selbstzerstörung durch die systematische Ausbeutung und Zerstörung unseres Heimatplaneten beschreibt.

Lässt man das sphärische etwas an den Film Avatar erinnernde Intro "Genesis" und das leicht melancholisch klingende Intermezzo "From us" beiseite, sollen neun Songs und immerhin fast 54 Minuten Spielzeit diesen Prozess nun musikalisch kritisch beleuchten.

Nachdem mit der biblischen Schöpfung der Erde das Album eingeläutet wurde, folgt mit "Taiji" bereits schwerer Tobak. "Das sehr große Äußerste" auch "Die großen Gegensätze" soll es "das höchste Prinzip des Kosmos" bezeichnen. Musikalisch gesehen verbirgt sich dahinter ein melodischer Leckerbissen, der seine Vielfalt erst nach einigen Durchgängen offenbart. Ansonsten bewegt man sich hierbei auf klassischen Pfaden und lässt trotz Synthie-Einsatz eindeutig den Gitarren die Oberhand. Hervorzuheben ist jedoch der ausdrucksstarke mehrstimmige Gesang, der dem Song seinen ganz eigenen Charakter verleiht.
Mit melodischem Power-Start und Double-Base könnte "Roma XXI" auch aus den Hochzeiten von Helloween stammen. Hier regieren eingängige Hooklines, die sofort ein Wohlgefühl im Gehörgang vermitteln.
Mit sonorer Bass-Linie startet das kraftvolle "Black Meteor". Treibende Grooves durchziehen den gesamten Song und schieben mächtig nach vorne. Einmal mehr fällt der mehrstimmige Gesang positiv und prägnant auf, jedoch vermisse ich das gewisse Etwas, was mir ein "Aha" entlocken würde und ich mich auch noch morgen an den Song (und auch alle übrigen) erinnere.
Balladesk wird es dann bei "Lightning Guide", wobei das Grundmuster, Synties, Gesang und melodischer Aufbau nahezu beibehalten werden, wie auch bei der später folgenden Halb-Ballade "Eyes have you" mit seinem durchaus erwähnenswerten Gitarren-Solo.
Einzig "Lost" fällt etwas aus der Reihe und dadurch auch auf. Thrashiger Start und gesundes Up-Tempo bereichern das ansonsten gebotene Repertoire und zeigen, sie könnten auch eine Spur härter. Für mich persönlich ein erstes Highlight des Albums.
Noch etwas mehr Double-Base gibt es zu Beginn von "Poison Of Life" und man ist schon geneigt, Black Metal zu vermuten. Es handelt sich jedoch um bereits bekannte Hooks, die diesmal an einigen Stellen tempomäßig aufgemöbelt und gehärtet wurden. Hier hätte ich mir eine etwas weniger gefällige Gesangslinie gewünscht, denn dann wäre der harte Charakter des Songs deutlicher zu Tage getreten.
Klassischer Heavy Metal der 80er gefällig? Zumindest der Start von "Beware The God" lässt hoffen und tatsächlich, hier handelt es sich um den bisher härtesten Song, der sich bei "Heavy" ebenso bedient wie bei seinem härteren Nachbarn "Thrash" und ganz dezent und unterschwellig auch "Black Metal"-Licks einschiebt.
Ähnlich wie mit "Taiji" das Album begonnen wurde, bietet der Abschluss "Life, Love & Death" einen vergleichbaren episch angehauchten Leckerbissen, der mit seinen über sieben Minuten jede Menge Abwechslung bietet und das Konzept würdevoll abschließt.

Fazit: Ein wirklich gelungenes Debüt, das sowohl als Gesamtpaket (Konzept) als auch im Einzelnen funktioniert. Abgesehen von den häufig mehrstimmigen Gesangsparts bieten die Franzosen, abgesehen von ihrer Stiloffenheit jedoch nicht wirklich viel Neues. Das ist hierbei für mich als Fan solcher Musik kein Problem, jedoch kann es der Band Probleme bereiten, wirksam auf sich aufmerksam zu machen. Ohne wirkliche Trademarks kann es schwer fallen, sich aus dem riesigen Sortiment ähnlich gestrickter Bands abzusetzen. Ich sehe jedoch kompositorisch durchaus noch genügend Luft nach oben und auch Potential, gerade durch die gebotene handwerklich saubere Arbeit auch in angrenzenden Genres für eine positive und symphonisch rosige Zukunft. Was einfach wirklich fehlt, ist der totale Ohrwurm. Aber das gelingt auch den "Großen" nicht immer...

Anspieltipps:
 Das abwechslungsreiche "Taiji", das forcierte "Lost", die Überraschung "Beware the God" und das fulminante Ende "Life, Love & Death".

Tipp:
 Symphonisch, wie die Schweden Lost Horizon und abschnittsweise forciertes Tempo wie Helloween und Co.. Wer also auf diese Art Mucke steht, der sollte in jedem Fall ein Ohr riskieren!

Titel-Liste:
 
  1. Genesis
  2. Taiji
  3. Roma XXI
  4. Black Meteor
  5. Lightning Guide
  6. Lost
  7. Poison of Life
  8. Eyes have you
  9. Beware the God
  10. From us
  11. Life, Love & Death

Laufzeit:
 53:42 Min.

Band-Infos:
 
  • www.darktribe.free.fr 

  • Probehören und Kaufen:
    Darktribe: MYSTICETI VICTORIA


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