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Review: Dawn Of Destiny |
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Album:
| | REBELLION IN HEAVEN, 2008, Shark Records |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | U.B., 27.01.2008 |
Review:
| | Na was liegt denn da zur Besprechung auf meinem Schreibtisch? Female fronted Power Metal. Och nein nicht noch ein Nightwish Clone. Und die Sängerin heißt auch noch Tanja warum nicht direkt Tarja wie die Turunen. Und dann die Songtitel : "Ending Dream", "Days of crying", "Tears", "Last Day", "Rain" und "Lost". Wahrscheinlich total deprimierende Schnulzen mit weinerlichem Gesang. Ich glaub ich wandere aus ins Dschungel Camp der RTL Ekel Show. Bin zwar kein Star aber vielleicht nehmen die mich doch. Immer noch besser von Kakerlaken gebissen zu werden als das. Meine Stimmung ist so weit unter dem Nullpunkt, dagegen ist ein Gefrierschrank eine finnische Sauna als ich die CD in den Player schiebe. Eine Stunde später hat Dawn Of Destiny, das Quintett aus Bochum nicht nur meine Stimmung um 200 Grad angeheizt sondern auch meine Vorurteile komplett weggefegt.
REBELLION IN HEAVEN ist erst das zweite Album der Truppe um Frontfrau Tanja Maul aber was für eins! Da lohnt es sich auf jeden Titel näher einzugehen.
Los geht's mit "Angel without Wings". Mit Streichern und Hintergrund Chor greift man tief in die Klassik Kiste. Richtig episch klingt das bevor die Drums von Ansgar Ludwig losprasseln. Jetzt weiß ich auch woher der Begriff Trommelfeuer kommt. Auch die Gitarre von Veith Offenbächer sorgt für mächtigen Druck und dann erhebt sich Tanja Mauls helle, klare Engelsstimme. Ist sie am Ende mit dem Songtitel gemeint? Das Stück ist überaus melodisch, sehr eingängig und besitzt einen Mörder Chorus. Der trifft voll auf die Zwölf oder besser mitten ins Metal Herz. Dazu gibt es viele nette Details wie die Keyboards die schon mal wie Glocken klingen. Auch das pfeilschnelle Gitarrensolo hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Was für ein Einstand.
"Ending Dream" beginnt mit düster schreddernder Gitarre und hämmernden Drums. In hartem Kontrast dazu stehen die gefühlvollen Vocals. Die schöne Melodie, die dezenten Keyboards die schon mal wie Streicher daher kommen und freundlich aus dem Sound Orkan blitzen, wissen zu gefallen. Nach einer Zäsur sind nur Vocals und ein Piano zu hören bevor wieder die härtere Schiene durchbricht.
Ganz zart mit sphärischen Keyboards die Tanjas Stimme umschmeicheln wird "Days of crying" eingeläutet. Ich dachte es kommt eine Ballade aber schon knallen einem die Bass Drums wie Donner um die Ohren. Gekonnt wird das Tempo variiert. Im Wechsel zu Tanjas Stimme werden tiefe, böse Death Metal Growls eingestreut und sorgen für ein The Beauty and the Beast Gefühl. Sonst mag ich diese Growls überhaupt nicht aber hier stören sie mich nicht. Sehr stimmungsvoll und abwechslungsreich wird alles noch durch den Refrain getopt. Da ist wohlige Gänsehaut angesagt.
Bei einem Titel wie "Tears" erwartet man traurige Melancholie und wird auch nicht enttäuscht. Leises Piano wird von stampfenden Gitarren überlagert. Die Vocals bringen viel Atmosphäre rüber besonders in einem getragenen ruhigen Abschnitt nur begleitet vom Klavier. Die Drums sind hier stark aber so geschickt eingesetzt, dass sie nie die anderen Instrumente tot prügeln. Da hatte einer ein prima Händchen beim Mix. Das Gitarrensolo soll nicht unerwähnt bleiben sorgt es doch für das akustische Sahnehäubchen.
Wie der Titel "Last Day" nahe legt, geht es bedeutend aggressiver zu. Drums und Gitarren errichten eine bedrohliche Kulisse und selbst die Vocals sind schärfer. Bassist Jens Faber lässt es sich nicht nehmen wieder ein paar teuflische Growls zum Besten zu geben. Im weiteren Verlauf hellt sich die Stimmung aber auf . Das fast schon obligatorische Gitarrensolo besticht, wie immer.
Der Donner und die Geräusche von fallendem Regen passen zwar zum Titel "Rain" sind aber wirklich nichts Neues mehr. Wie oft hat man das schon gehört. Das war es auch schon an Kritik. Das traurige Piano und die warme, einfühlsame Stimme der Sängerin lassen einen kurz träumen bevor die plötzlich aufbrandenden Drums und Gitarren einen aus der Beschaulichkeit reißen. Der galoppierende Rhythmus tritt flott aufs Gas. Die Melodie geht unter die Haut, der Chorus ist gewohnt von besonderer Güte, schön der ruhigere Mittelteil. Die Portion Epic passt sehr gut zum Charakter der Nummer mit leicht depressivem Touch. Leise klingt der Song aus, gut so, ein abruptes Ende hätte viel von der Atmosphäre zerstört.
Flöten und Keyboard leiten "Save us" ein. Dann geben die Drums so richtig Zunder. Der Chorus klingt verdammt stark nach Sonata Arctica. Aber um nicht falsch verstanden zu werden sollte ich erwähnen, dass es so gut ist, er würde auch jeden Artica Song veredeln. Sonst zeugt die Nummer von vielen Einfällen und kleinen Kabinettstückchen. Das Ende bildet mehrstimmiger Gesang begleitet von Streichern.
"Lost" ist nicht nur eine Fernsehserie so heißt auch der nächste Track. Wie bereits mehrfach startet man beschaulich, in diesem Fall mit Geigengefidel, dann geht es bombastisch und mit hohem Tempo zur Sache. Tanjas hellen Vocals stehen die tiefen Shouts gegenüber.
"In between" ist völlig anders aufgebaut, weniger melodisch dafür verschachtelter aber auch interessant. Harte Riffs und ein tiefer Hintergrund Chor bilden den Auftakt. Tanja beweist, dass sie nicht nur eine richtig gute Stimme hat sondern auch noch so manche Variation aus ihren Stimmbändern kitzeln kann. Neben der dunklen instrumentalen Kulisse inklusive Death Metal Vocal Einlage von Jens Faber, erscheint ihre Stimme wie ein heller Hoffnungsstrahl. Da spielt sie gekonnt auf der Gefühlsleiter des Hörers.
Auch "Inquisition" schürt eine unheilvolle Stimmung. Hier setzt man weniger auf eingängige Melodie sondern passend zum Titel und den finsteren Lyrics ist es eher ein flotter, heftiger Song. Die Vocals sind schärfer als gewohnt und in beinahe hektischer Manier vorgetragen. Ähnlich wild fällt auch die Gitarrenarbeit aus.
"Heavenīs falling down" dagegen geht sofort ins Ohr. Ein Midtempo Stück mit einer Melodie die einen direkt gefangen nimmt. So locker mit Ohrwurmqualität sich dieses Stück im Kopf festsetzt vermeidet Dawn Of Destiny es zum Glück die Sache zu süß und klebrig zu verpacken. Das Lied hat Biss.
Für viel Abwechslung ist auf "Perceive me" gesorgt. Die Gesangsparts sind in den ruhigeren Phasen angesiedelt. Dazwischen haben die Instrumente genug Raum richtig vom Leder zu ziehen. Da erklingen auch mal etwas disharmonische Gitarrenakkorde, der Bass rumpelt nur um dann im Refrain besonders harmonisch daher zu kommen. Einen leicht progressiven Einfluss meine ich bei diesem Stück schon heraus zu hören.
Schnell, hart und manchmal etwas thrashig ist "Unexpected Guest" ausgefallen. Der Chorus, ohnehin eine der ganz großen Stärken der Bochumer, ist einfach klasse. Sonst ist das Stück ein wenig sprunghaft oder sollte ich besser sagen abwechslungsreich. Ganz gut wenn ein Song mal nicht so glatt ist.
Mit "Where are you now" hätte Dawn of Destiny die letzte Chance gehabt einen schwächeren Song auf das Album zu packen aber man lässt sich auch hier nicht lumpen und greift tief in die Emotions- Schublade. Das meine ich gar nicht negativ. Dazu ist die Nummer viel zu schön. Zu leisem Piano mit trauriger Note gesellt sich Tanjas gekonnter Gesang. Gerade bei dieser minimalistischen Instrumentierung kommt ihre Stimme so richtig zum Tragen. Was wie eine Ballade beginnt wird durch den unerwartet heftig aufflammenden Sound zur ausgewachsenen Power Ballade. Die mit Inbrunst und Wehmut gesungene Textstelle where are you now lässt einen mit der Sängerin richtig mitleiden. Viel Gefühl aber ohne Kitsch.
Fazit (Ulf B.): Was für ein Juwel strahl denn da aus dem staubigen Ruhrpott am Melodic Power Metal Himmel. Jens Faber ein begnadeter Songwriter, eine super Sängerin, tolle Musiker und eine makellose Produktion sorgen für ein Melodic Power Metal Album der Spitzenklasse. Vom Mix her zeigen beide Daumen nach oben. Die wuchtigen Drums sind druckvoll aber nie zu mächtig. Überhaupt haben alle Instrumente ihren Platz, sind gut zu orten und spielen sehr songdienlich. Das Jens Faber als Mastermind seinem Instrument dem Bass mehr Freiraum einräumt als üblich, ist alles andere als ein Fehler. Toll die nur sparsam eingesetzten Gitarrensoli die, wenn sie erklingen, immer für ein Highlight sorgen. Epische Keyboards die nichts zukleistern aber jeden Track bereichern. Die meisten anderen Bands wären froh sie hätten ein oder zwei Songs auf ihren Scheiben von der Qualität wie sie Dawn Of Destiny hier wie am Fließband abliefert. Wunderbar der Kontrast von oft düsterem Soundgerüst, den mächtigen Drums und den glasklaren, engelsgleichen Vocals. Bei der Stimme hatte ich ständig eine schöne Elfe aus Herr der Ringe vor meinem Auge. So mancher Song hätte auch hervorragend zur Untermalung eben dieses Epos gepasst. Vierzehn Titel und eine Spielzeit von gut 60 Minuten lassen auch hier keinen Ansatzpunkt für Kritik. Wie ich eingangs bereits geschrieben habe hatte ich sofort als ich die CD bekam das Gefühl, ein besonderes Album in Händen zu halten. Na gut, das stimmt nicht aber ich stehe wenigstens zu meinen Fehlern. Und das Dschungel Camp bleibt mir zum Glück auch erspart.
Fazit (Jochen G.): Obwohl die ursprünglichen Nightwish mit ihrer Frontfrau Tarja Turunen bereits das zeitliche gesegnet haben und mit neuer Frontpower ihr Glück versuchen, gibt es ein ungebrochenes Interesse dem Original nachzueifern. Oftmals bleibt es jedoch beim "wollen" anstatt "können" und das Ergebnis ist ein unausgegorener Klon, der das Ohr so schnell verlässt, wie den heimischen CD-Player.
Es gibt jedoch auch Ausnahmen, die zumindest versuchen bei aller Nähe zum Original in beachtenswerter Art ihr eigenes Ding durchzuziehen - und dazu gehören Dawn of Destiny mit REBELLION IN HEAVEN. |
Anspieltipps:
Tipp:
| | Ihr steht auf Nightwish, Edenbridge oder Lunatica? Dann müsst Ihr dieses Album haben. Nach meiner bescheidenen Meinung sind Dawn Of Destiny nicht nur ebenbürtig mit den genannten Gruppen sondern sogar noch besser. Wer auch nur etwas für Melodic Power Metal übrig hat wird hier seine helle Freude haben. |
Titel-Liste:
| | - Angel without Wings
- Ending Dream
- Days of crying
- Tears
- Last day
- Rain
- Save us
- Lost
- In between
- Inquisition
- Heavenīs falling down
- Perceive me
- Unexpected Guest
- Where are you now
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.dawnofdestiny.de  |
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