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Review: Dawn Of Destiny
 
HUMAN FRAGILITY

Album:
 HUMAN FRAGILITY, 2009, Shark Records

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 V.R., 20.07.2010

Review:
 Dawn of Destiny sind eine ganz spezielle Band. Metal mit Frauengesang ist an sich ja nichts besonderes, denkt man etwa an Nightwish oder Edenbridge im Bereich des Symphonic Metal oder an Warlock im Bereich klassischer Heavy Metal. Dawn of Destiny haben mit zweiterem nichts und mit ersterem nur bedingt zu tun. Dementsprechend versucht Sängerin Tanja Maul auch nur ganz selten, wie eine Opernsängerin zu trällern. Mit einer Rockröhre haben wir es auch nicht zu tun, eher mit einer ganz normalen Stimme, die man sonst im Popbereich erwarten würde. Musikalisch wird der symphonische Bereich zwar öfters angekratzt, aber Dawn of Destiny verstehen durchaus, auch mal Vollgas zu geben. Sogar vor Gothic-Elementen und Thrash Metal-Einflüssen macht die Band nicht Halt. Am ehesten vertritt die Band den Bereich des melodischen Power Metal. Und das mit Bravour, wie man bisher anhand von zwei gutklassigen Alben hören konnte.
Bevor Dawn of Destiny richtig durchstarten, gibt es erst mal ein kurzes Klavierintro namens "Decadence of a Heart" zu hören.
Umso heftiger setzen im Anschluss die harten Gitarrenklänge von "Silent Suffering" ein. Kurze Zeit später macht der Hörer auch mit Tanjas angenehmer Stimme Bekanntschaft. Insgesamt handelt es sich um einen harten, gleichzeitig aber auch sehr melodischen Power Metal-Song. Keyboards spielen zwar eine nicht unbedeutende eine Rolle, halten sich aber eher meist brav im Hintergrund.
Dawn of Destiny haben aber auch einen Sänger in ihren Reihen, der bei "Unborn Child" seine Stimme im Wechsel mit Tanjas Organ zum Besten geben darf. Wir haben es hier mit einem ungewöhnlichen, aber sehr interessanten, Song zu tun, der melodische und progressive Elemente in sich vereint.
Eines der schönsten Lieder auf dem Album heißt "In a heartless World". Der Titel hat einfach unglaubliches Ohrwurmpotential und geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf. Härtemäßig wird hier allerdings ein Gang zurückgeschaltet, man könnte diesen Titel sogar ohne Probleme im Bereich Symphonic Metal einordnen.
Kommt jetzt eine Ballade? Das ruhige Gitarrenintro von "Learning to fly" lässt diesen Gedanken aufkommen, doch haben wir es hier eher mit einem leicht düsteren Midtempo-Song zu tun, der stilistisch irgendwo zwischen Symphonic Metal und Gothic liegt. Der Refrain hat dann wieder sehr starke Ohrwurmqualitäten.
Auch "A better Time to come" weist eine eher düstere Stimmung auf. Wenn man den Titel als poppigen Gothic Metal bezeichnet, liegt man damit gar nicht so falsch. Sogar Grunzgesang kommt zum Einsatz. Auch wenn der Song nicht zu den stärksten des Albums gehört, spricht nichts gegen ihn, da er eine gute Portion Abwechslung ins Spiel bringt.
Das Titelstück "Ascending in Triumph" beginnt melancholisch-balladesk, entwickelt sich dann aber zu einem bombastischen Powersong, der erneut ganz auf Wechselgesang, aber auch auf spannende Tempiwechsel, setzt.
Wem das bis jetzt alles nicht hart genug war, der könnte an "Destiny unknown", der in den Strophen eher an amerikanischen als europäischen Power Metal erinnert. Im Refrain und der Bridge wird dann aber wieder ganz auf bezaubernde Melodien gesetzt, die sogar dezent an das Phantom der Oper erinnern.
Auf langsame Stampfrythmen setzt "Ten Plagues of Egypt", das sehr an ältere Stratovarius-Hymnen wie "Babylon" erinnert. Ganz untypisch setzt später aber auch noch männlicher Grunzgesang ein, was eine höchst interessante Mischung ergibt.
Bis ans Limit wird das Gaspedal bei "Dying alone" durchgetreten. Zumindest stellenweise, denn im Refrain wird Tanjas Stimme wieder viel Raum gelassen und das Tempo deutlich gesenkt. Insgesamt also wieder einer dieser extrem melodischen Power Metal-Songs, von denen es viele auf HUMAN FRAGILITY gibt.
Eher im Symphonic Metal verwurzelt ist das ruhigere "End of Pain". Bei diesem Song treten erstmals Ermüdungserscheinungen auf, denn irgendwie haben wir diese Melodien doch gerade eben erst gehört.
Lied Nummer 12 macht es wieder besser. Die Keyboards haben in den Strophen von "Blown away". endlich mal Sendepause, wodurch der Song etwas herausstechen kann. Auch der Refrain kann mit seiner düsteren Grundmelodie voll und ganz überzeugen. Somit haben wir es hier mit einem der besten Songs der Platte zu tun.
Nur Durchschnitt ist das nächste Lied namens "One heart". Hier wird einfach simpler Melodic Power Metal mit kurzen Grunzeinlagen geboten. Leider befinden sich einfach zu viele ähnliche Songs auf der CD, als dass der Titel in irgend einer Art und Weise herausstechen könnte.
In eine ganz ähnliche Richtung geht auch "Unchained someday". So langsam geht dem Album deutlich die Puste aus.
Mit "For Love" geht die Platte ganz unspektakulär zu Ende. Genau wie schon bei den letzten Songs wird hier standardisierter Melodic Power Metal mit Symphonic-Anleihen geboten. Nichts, was wir nicht vorher schon mehrfach in besserer Form gehört hätten.

Fazit: HUMAN FRAGILITY hätte ein richtig geniales Album werden können, wäre eine Vorauswahl getroffen worden. Leider hat man dann aber doch ganze 15 Songs aufs Album genommen, obwohl einige von ihnen einfach überflüssig sind. 10 Lieder hätten doch auch gereicht. Viel zu oft wiederholt man sich und verfällt gegen Ende in Klischees und Stereotypen. Dadurch wird HUMAN FRAGILITY zu gleichförmig. Eventuell hätte der Platte auch mal eine Ballade zwischendurch gut getan. Aber genug der negativen Worte, denn das Album bietet ja auch sehr viel Licht. Einige der Lieder sind Ohrwürmer erster Güte, die noch Tage nach dem Hören im Gedächtnis hängen bleiben. Somit haben Dawn of Destiny unterm Schnitt ein gutes bis sehr gutes, aber bei weitem kein perfektes Album abgeliefert. Beschränken sie sich beim nächstes Mal auf 10 richtig gute Songs, könnte das Nachfolgealbum ein Volltreffer werden. Die Sängerin Tanja Maul hat die Band inzwischen leider verlassen. Ob ihre beiden Nachfolgerinnen an ihre stets passende Stimme heranreichen können, bleibt abzuwarten.

Anspieltipps:
 "Silent Suffering", "In a heartless World", "Learning to Fly", "Destiny unknown" und "Blown away".

Tipp:
 Sowohl für Fans von Bands wie Nightwish oder Epica als auch für Gamma Ray- und Stratovarius-Hörer geeignet.

Titel-Liste:
 
  1. Decadence of a Heart
  2. Silent Suffering
  3. Unborn Child
  4. In a heartless World
  5. Learning to Fly
  6. A better Time to come
  7. Human Fragility
  8. Destiny unknown
  9. Ten Plagues of Egypt
  10. Dying alone
  11. End of Pain
  12. Blown away
  13. One Heart
  14. Unchained someday
  15. For Love

Laufzeit:
 66:28 Min.

Band-Infos:
 
  • www.dawnofdestiny.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Dawn of Destiny: HUMAN FRAGILITY

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