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Review: Dawn of Winter |
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Album:
| | THE PEACEFUL DEAD, 2008, Massacre |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 07.05.2009 |
Review:
| | Dawn of Winter oder auch Cemetery, wie sie sich früher nannten, nähern sich mit mächtigen Schritten ihrem 20-jährigen Jubiläum und haben es trotz der langen Schaffensphase auf gerade einmal zwei reguläre Alben gebracht. Das erste Album IN THE VALLEY OF TEARS stammt dabei schon aus dem Jahre 1998. Dazwischen gab es von den deutschen Königen des Doom Metal noch sechs Demos, zwei EPs und eine - ja ihr lest richtig - Best of-Scheibe. Das würde ich mal als überschaubar bezeichnen. Aber Masse ist nicht immer gleich Klasse und da sich die Band in unserer Heimat auf diesem Niveau die Pfründe vielleicht gerade noch mit Bands wie Mirror of Deception teilen muss, kann man sich mit den Outputs entsprechend Zeit lassen?!?
Wer zufällig auf das Album der Band gestoßen ist und dabei mit Gerrit P. Mutz (Vocals), Jörg M. Knittel (Gitarre), Joachim Schmalzried (Bass) und Dennis Schediwy (Drums) auch zum ersten Mal das Line-Up liest, dem stechen vielleicht ein paar Namen ins Auge, der des Sängers Gerrit Mutz und des Gitarristen Jörg Knittel. Stimmt, die beiden sind bzw. waren bereits bei Sacred Steel zugange, schwammen dabei also in gänzlich anderem, True Metal-lastigen Fahrwasser. Und wenn wir schon gerade beim Gesang sind, so ist dies vielleicht der einzige wirklich gewöhnungsbedürftige Punkt. Ein Gerrit ist stimmlich weder mit einem Janne Christoffersson (Grand Magus, Spiritual Beggars) noch einem Messiah Marcolin (ex-Candlemass) oder Robert Lowe (Solitude Aeturnus) vergleichbar. Aber nach einer kurzen Eingewöhnung funzt es ohne Probleme.
Genug der Vorrede, steigen wir ins Album ein, das dachte sich auch die Band und liefert mit "The Music of Despair" einen waschechten Doom Metaller ab, der sofort zeigt, wo der Hammer hängt. Keine Zeit für einfühlsame Intros oder sanftes Gesäusel, sondern gleich mit voller Kraft auf die Zwölf. Dabei wird jedoch auch klar, dass die Seele des Metal nicht unbedingt im Highspeed-Gefrickel der heutigen Zeit zu suchen ist, sondern sich vielmehr in der Langsamkeit vergangener Tage - man denke an Black Sabbath - oder dem Bindeglied zur Neuzeit - da nenne ich mal Candlemass - manifestiert.
Spielsicher zeigt sich das Quartett jedoch nicht nur bei klassischen Doom-Walzen, wie "A Lovelorn Traveller" sondern versteht es auch für Doom-Verhältnisse temporeichen Stoff "Mourner" oder dem späteren, etwas weniger eingängigerem "Burn another Sinner" auf den Punkt zu bringen. Das Riffing geht dabei sofort ins Ohr und stellenweise lässt sich die lange Mähne mühelos im Rhythmus mitbangen.
Nach so "viel Tempo" kommt, was kommen muss. Erneut wird mit "Holy Blood" der absoluten Langsamkeit gehuldigt. Dies wird umso mehr im direkten Vergleich zum Vorgänger offensichtlich. Die Riffs fließen, wie zäher kalter Honig vom Löffel auf das Butterbrot und verbreiten mit ihrer schaurig-schönen Moll-Lastigkeit sofort Gänsehaut-Feeling.
Freunde von balladesken Klängen werden mühelos bei "Throne of Isolation" ein paar Tränchen wegdrücken können. Für Abwechslung ist also bisher in jedem Fall gesorgt worden.
Etwas aus der Reihe fällt "All the Gods you Worship", welches mit klassischem Start zunächst für würdevolle, pathetische Stimmung sorgt, jedoch nach einem Break gegen Ende in eine gänzlich andere Richtung abbiegt. Überraschend experimentelle Klänge bereichern den Ausklang des Songs mit einem gewissen progressiven Touch.
Mehr als passend verabschiedet sich das Album mit dem Titelsong "The peaceful Dead". Es handelt sich dabei um einen regelrechten Monsterbrocken, der schon durch seine reine Spielzeit von 10 Minuten glänzt. Die Band wühlt dabei noch einmal ganz tief in ihrer Kiste mit Markenzeichen, die ihre Songs so einzigartig machen und zelebieren die Kunst des Minimalen. Bei diesem Abschluss werden Doomfreunde mit Sicherheit in Verzückung geraten.
Fazit: Nicht nur musikalisch zeigen uns Dawn of Winter, was episch angehauchter Doom Metal auch heute noch zu bieten hat, sondern auch textlich. Die Seele des Metal trieft dabei aus jeder Strophe und mag manchmal überzeichnet erscheinen, jedoch ist das sicherlich so gewollt. Ich bin kein Freund von wochenlangem schwermütigen Doom-Gewalze, jedoch wäre der Metal nur halb so unterhaltsam, gäbe es keinen Doom. Moll-lastige Langsamkeit hilft mir, mich besser auf das wesentliche der Musik zu konzentrieren, das Gefühl. Und dabei helfen mir neben gerade einmal einer Handvoll anderer Bands Dawn of Winter mit ihrer Art Musik erstklassig. |
Anspieltipps:
| | Der Opener The "Music of Despair", ein Auftakt nach Maß, das temporeiche "Mourner" und "All the Gods you Worship" mit einem überraschendem Verlauf. |
Tipp:
| | Bei diesem Album werden sicherlich die meisten Doom-Fans in Verzückung geraten, wenn auch die Gesangsstimme zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. |
Titel-Liste:
| | - The Music of Despair
- A Lovelorn Traveller
- Mourner
- Holy Blood
- The Oath of the Witch
- Throne of Isolation
- Burn another Sinner
- All the Gods you Worship
- Anthem of Doom
- The peaceful Dead
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Laufzeit:
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