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Review: Dawnless |
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Album:
| | WHILE HOPE REMAINS, 2010, Evil Eye |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 30.05.2010 |
Review:
| | Manchmal kommt es vor, dass ein Bandname nicht nur wegen seiner Coolness oder seines Klangs gewählt wird, sondern auch noch einen tieferen Sinn mir sich bringt. Die Schweizer Dawnless leben in tiefen und engen Tälern der Walliser Alpen, die in den Wintermonaten oftmals keine Sonne abbekommen. Als die Band bei Eiseskälte an einem Tag im Januar gegründet wurde, fanden die Bandmitglieder die Metapher "Ohne Sonnenaufgang", was Dawnless übersetzt bedeutet, recht passend.
Das mag auch der Grund sein, warum man dem ansonsten sehr melodischen und druckvollen, manchmal sogar bombastischen Sound auch gerne eine düstere melancholische Note verpasst und seien es nur dezente Growls, die man dem cleanen Gesang beimischt. Vergleicht man an dieser Stelle die äußeren Bedingungen im Wallis z.B. mit Skandinavien, wo es mancherorts ebenfalls sehr lange dunkel bleibt, erklären sich vielleicht auch die musikalischen Parallelen zu Bands aus dem hohen Norden.
Melodische Keyboards werden sehr schnell von dominanten Gitarren abgelöst und lassen den Opener "Absolution" mit einer gesunden Portion starten. Treibende Riffs und mehrstimmiger melodischer Gesang im Refrain zeichnen den Song dabei ebenso aus, wie ein ausschweifendes Gitarren-Solo und harte Growls, die etwas an Children of Bodom erinnern mögen, für Stellen mit besonderem Nachdruck-Bedarf. Mit über sechs Minuten ein abwechslungsreicher Einstand, der Hunger auf mehr weckt.
"We're all the same" könnte musikalisch gesehen auch von Stratovarius stammen, was kein Tadel sein soll, sondern mehr die Qualität des Quintetts unterstreicht. Melodische Hooklines, die mühelos ins Ohr gehen und ein Killer-Refrain oben drauf, Metaller, was willst Du mehr?
Wie wäre es mit dem späteren "White Risk", das ein interessantes Bass-Intro bietet und ansonsten in eine ähnliche Kerbe schlägt, wie "We're all the same".
"Dying alone" gehört zu einer der im Grundtonus melodischsten Songs auf dem Album einerseits, lässt jedoch schon wegen der dominanten Gitarrenfront und harten Growls keine Zweifel kommen, dass es sich hier um Metal handelt. Da mögen die Keyboards und Gesangslinien noch so gefällig sein, letztendlich dominieren sie wirklich nur ganz zu Beginn und während eines interessanten Breaks.
Die Schweizer lieben Kontraste, das sollte spätestens jetzt jedem klar geworden sein. Das zeigt der düster gehaltene Song "Shadow and Pain" eindrucksvoll. Überwiegend tiefe Growl, getragene Keyboards, tückische Double-Bass-Attacken und tief gestimmte Gitarren bestimmen das musikalische Geschehen. Einmal mehr können sie es hier mit Skandinaviern von In Flames und Co. aufnehmen.
Klavierklänge und ausdrucksvoller Gesang lassen das einfühlsame "Beyond Words" als waschechte Ballade mit einer gesunden Portion Pathos beginnen. Nach einer guten Minute ist dann Schluss mit Weichspül-Kuschel und der Song mutiert Ruckzuck zu einer prächtigen Power-Ballade.
Der Schlussakt wurde mit "Towards Hope" rein instrumental gestaltet, was ich einfach mal so stehen lassen möchte. Letztlich haben die Jungs eigentlich schon im Vorfeld ihre instrumentelle Leistung unter Beweis gestellt.
Fazit: Wer ausschließlich neue Ideen, also ein hohes Maß an Innovation erwartet hat, wird sicherlich wenig gefunden haben. Auch wenn die Schweizer von Dawnless einmal nicht wie ein weiterer Krokus oder Gotthard-Klon klingen, so hat man sich für bewährte Kost entschieden. Und so kommt es dass man Dawnless sicherlich eher als Skandinavier eingestuft hätte, wäre die Herkunft unbekannt.
Ungeachtet dessen merkt man jedoch gleich, dass die fünf Jungs mit voller Leidenschaft bei der Sache sind und nicht erst seit vorgestern dem Metal fröhnen. Technisch perfekt, werden sie ihrer eingeschlagenen Power-Richtung mehr als gerecht und dürfen so manches Headbanger-Herz höher schlagen lassen. Nicht zuletzt die druckvolle sehr dynamisch gehaltene Produktion gibt den Ausschlag noch einen halben Punkt zu Gunsten der Schweizer zu vergeben, denn Innovation alleine ist nicht alles - und mein Hunger wurde gestillt. |
Anspieltipps:
| | Der Opener "Absolution", "Dying alone", das düstere "Shadow and Pain" und die Ballade "Beyond Words". |
Titel-Liste:
| | - Absolution
- Freedom is gone
- We're all the same
- Dying alone
- Shadow and Pain
- The Planet's Dream
- Beyond Words
- White Risk
- Towards Hope (instrumental)
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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