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Review: Day Eleven
 
SLEEPWALKERS

Album:
 SLEEPWALKERS, 2007, Dockyard 1

Stil:
 Grunge, Punk Rock

Wertung:
 3,5 von 7
3,5 von 7 Punkten
 M.W., 28.08.2007

Review:
 SLEEPWALKERS ist die zweite LP der fünf Finnen aus Tampere. Musikalisch bezeichnen sie sich als Mischung aus Punk Rock, Grunge und der dunklen Seite des Pops. Sie wollen originell klingen und sprudeln nur so von Kreativität.

"Dissonace fading" begrüßt den Hörer mit verzerrten Gitarren und schlagkräftigen Drums. Zunächst könnte der Song auch von Green Day's AMERICAN IDIOT stammen, aber die ruhigen Passagen unterscheiden sich davon deutlich. Sänger Janne haucht ins Mikro. Von den Gesangslinien erinnert vor allem der Refrain an Nirvana. Einen richtig gleichmäßigen Aufbau gibt es nicht, der Song wirkt immer mal wieder verworren, was aber durchaus mehr Überraschungsmomente birgt.
Der nächste Song legt auch gleich richtig los. Frontmann und dritter Gitarrist Janne Aleksi Pajari singt deutlich aggressiver. Die Strophe setzt aber wieder mehr auf Nachdenklichkeit. Im Refrain von "Message" bringen die Finnen ihre ganze Power zum Ausdruck. Vor allem der Text ist wunderschön dargeboten und auch das Gitarrensolo kann sich sehen lassen.
Mit "If nothing comes of you" wird das Quintett eindeutig metal-lastiger. Aber auch hier schalten sie zur Strophe hin wieder einige Gänge zurück. Der Kontrast zwischen Refrain und Vers ist relativ krass und erinnert an einige Songs von System of a Down. Der Gesang ähnelt hier eindeutig dem von Ville Vallo, Sänger von HIM. Die Gleichartigkeit ist verblüffend.
Mit über fünf Minuten Spielzeit ist "Untitled" untypisch lang für eine Punk Rock-Band. Obwohl der Takt insgesamt recht langsam ist, würde ich den Song als Punk-Ballade durchgehen lassen. Sehr emotionale Gesangslinien werden unterstützt von harten Gitarren und verzerrten Backgroundvocals. Zum Pogen ist dieses Werk ungeeignet, zum Genießen aber prima.
Jetzt legen wir mal einen Gang zu und schalten in den Grunge. "Coma" setzt sich aus einfachem Drumming und ruhigen Gitarren zusammen. Der Gesang sticht ab und an durch recht hohe Töne hervor. Auch das typische "Yeah!" darf natürlich nicht fehlen. Ne Wall of Death wäre hier unangebracht, aber Tanzen ist durchaus drin. Ansonsten nicht unbedingt überragend oder neuartig. Könnte aber wegen der einprägsamen Songführung ein Radiohit werden.
So jetzt kommen wir in die höheren Gänge. "Blood runs thick" ist auch wieder grunge-lastig; vor allem was die Strophen betrifft. Der Refrain ist dann mehr mit Punk-Elementen durchsetzt. Problematisch an der Band ist, dass die Stimme von Sänger Janne sich nicht durch ein besonderes Merkmal von anderen Sängern seines Genres abhebt. So wirkt die Musik quasi wie das, was viele Skandinavier machen.
"Your Cloud" gibt sich zunächst einmal zurückhaltend. Eindeutig poppige Strukturen liegen hier zugrunde. Auch hier ähneln die Vocals wieder Ville Vallo. Im Refrain ändert sich das Gott sei Dank. Dieser ist recht ausdrucksstark gesungen, aber leider für meinen Geschmack zu kurz. Kann mich nicht ganz überzeugen dieser Beitrag; er ist eher im Mittelmaß anzuordnen.
Einen sehr lang gezogenen Klimax hin zum Refrain präsentiert "The Absolute". Auch hier gibt's eher ruhigere Töne auf die Ohren, die allerdings zum Nachdenken anregen. Eignet sich bestimmt gut in einer Gewitternacht. Auch wenn die ganze Zeit über nicht wirklich Aufregendes produziert wird, ist's doch irgendwie faszinierend. Vielleicht liegt das an der Einfachheit des Songs, wodurch sich der Fokus auf den Text richtet. Nur beim Gitarrensolo und zum Outro hin gehen die Finnen mehr aus sich heraus.
"Whenever you say you love me" erinnert vom Aufbau an Reamonn-Songs. Im Gegensatz zu vielen anderen finnischen Bands findet man hier nicht die Spur von Depressivität. Insgesamt ist der Track gut, wer aber handfesten Punk erwartet, wird enttäuscht. Das Ding geht dann doch mehr in die Pop- bzw. Rock-Richtung, auch wenn einige "härtere" Passagen dabei sind.
Mit "Simply Lethal" und fast sieben Minuten Spielzeit verabschieden sich die Finnen. Man merkt, dass der Aufbau des Albums von den harten Songs zu den Weichen hin arrangiert wurde. Definieren würde ich die Musik im 10. Stück als Grunge gemischt mit hartem Pop, aber auf keinen Fall punkig. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Hört sich fast gleich an wie die Tracks davor, nur in länger und mit mehr Varianten drin, wovon aber nichts auffällt, dass nicht schon da gewesen wäre.

Fazit: Naja, da SLEEPWALKERS erst die zweite LP der finnischen Truppe ist, gibt es ja noch Hoffnung, dass die Musiker ihr durchaus vorhandenes Potenzial zur nächsten Platte hin ein wenig weiter ausbauen. Sie sind zwar nicht schlecht, haben es aber noch nicht geschafft, einen Stil zu entwickeln, der ihre Individualität herausstellt. Sie gleichen oftmals anderen skandinavischen Bands, vor allem was den Gesang angeht. Auf dem Müll werfen würde ich die Platte dennoch nicht, immerhin befindet sie sich noch im akzeptablen Bereich des Punk Rock und des Grunge.

Tipp:
 Dissonance fading, Message, Coma, The Absolute

Titel-Liste:
 
  1. Dissonance fading
  2. Message
  3. If nothing comes of you
  4. Untitled
  5. Coma
  6. Blood runs thick
  7. Your Cloud
  8. The Absolute
  9. Whenever you say you love me
  10. Simply Lethal

Laufzeit:
 39:38 Min.

Band-Infos:
 
  • www.day-eleven.com 


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