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Review: Dear Superstar
 
HEARTLESS

Album:
 HEARTLESS, 2008, DR2 Records

Stil:
 Sleaze Rock / Emo Rock

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 S.M., 01.11.2008

Review:
 Auch aus Großbritannien gibt es jungen Sleaze-Rock-Nachwuchs. Dear Superstar nennt sich die Truppe, die mit HEARTLESS gerade ihr Zweitwerk in den Startlöchern hat. Wie jung das Quintett nun eigentlich ist, kann ich aber nicht genau sagen, da die Website nur auf eine praktisch infofreie Myspace-Adresse weitergeleitet wird. Optisch würde ich sie knapp unterhalb der 20 ansiedeln.
Als Referenz wird hauptsächlich die Tour als Support für Bullet For My Valentine angegeben. Auch in Punkto Vergleich werden diese gerne herangezogen, aber es fallen auch Namen wie Mötley Crüe oder Hanoi Rocks.
Bei der Namensfindung der Band standen wohl die Schweden Hardcore Superstar Pate. Naja, man kann sich ja durchaus inspirieren lassen. Die Mitglieder der Truppe hören auf illustre Bezeichnungen wie Micky Satiar, Smeth, The Minge, Milton Gunns und Amadeus. Schauen wir mal, wie sie sich die Nachwuchsrocker auf ihrem Zweitling behaupten.

Der Opener "Brink of Destruction" bringt eine schöne Kick-Ass-Attitude, kann aber auch mit einem eingängigen Refrain überzeugen, der schnell zum Mitgröhlen anregt.
"Brothers in Blood" ist zwar auch schön rotzig, kann aber weder im Aufbau noch im Höhepunkt richtig zünden. Es fällt aber auf, dass Micky eine Stimme hat, die richtig gut zur Mucke passt. Irgendwo zwischen mittlerer und hoher Tonlage mit rauhem Klang. Dazu ordentlich ausdrucksstark und kraftvoll.
"Live Love Lie" hat ein verhaltenes Konstrukt und intensiviert sich zum Refrain etwas. Bei der Bridge fügt Bullet-For-My-Valentine-Sänger Matt als Gastshouter einige Screams bei. Überhaupt ist der Song durch seine wechselnden Intensitäten und Emotionen allgemein ein bisschen dem EmoCore/Screamo-Bereich zuzuordnen.
Auch der Aufbau von "Signposts to Bedposts" passt in diese Schublade und wird nur beim eingängigen Refrain harmonischer. Das knackige Solo kann ebenfalls noch punkten.
Akustisch und emotional beginnt "Anytime anyplace" und bleibt auch im weiteren Verlauf und nach Einsatz der elektrischen Instrumente meist im gefühlvollen Bereich. Als krasser Gegensatz ist hierzu die Bridge aggressiv geshoutet, während der Refrain wieder sehr melodisch performt wird.
"Raised Voices and Confrontations" vereint einige New Metal-Ansätze mit der Kick-Ass-Attitude und dem aggressiven Screamo-Bereich. Alles in allem eine sehr druckvoll-rockige Nummer, die aber auch einen passablen Höhepunkt hat.
Mit melancholischer Ausdrucksweise bewegt sich "Rock bottom" auf der Emo-Schiene. Im Refrain wird die tiefgründige Schwermütigkeit aber weggeblasen und flott gerockt.
"Hollywood Whore" hat dann endlich mal wieder einen groovy Hardrock-Aufbau mit vernünftigen Riffs. Auch der Refrain und das Solo sind okay. Ein Track, der die häufigen Vergleiche mit Bands wie Mötley Crüe oder Hanoi Rocks rechtfertigt. Allerdings bisher auch der einzige.
Mit "Diseased and distraught" werden dann sogar mal Alternative/Grunge-Pfade betreten. Es wird zwar beim Höhepunkt wieder ordentlich gerockt und auch das Solo ist schön energetisch, dennoch reiht sich der Song bei den schwächeren Kompositionen ein.
Der Rausschmeißer "Canīt write a Love Song" ist eigentlich genau ein solcher mit einer sehr emotionalen Note. Die balladeske Performance, die wieder stückweise intensiviert wird, ist sehr gelungen, so dass das Stück zu den Album-Highlights gehört.

Fazit: Auch wenn das ein bisschen hart klingt, aber irgendwie ist HEARTLESS nichts Halbes und nichts Ganzes. Es werden Hardrock, Sleaze Rock, Emo Rock, Screamo und Elemente aus dem Alternativ-Bereich ziemlich bunt gemischt. Das sorgt zwar für einige Abwechslung, drückt aber irgendwie auch keine richtige Linie aus. Und schon gar keine Selbstständigkeit.
Dear Superstar müssen ihren eigenen Stil noch finden. So wie jetzt sprechen sie viele ein bisschen an, aber keinen so richtig. Ich glaube nicht, dass dies die Leiter zum Erfolg sein wird.
Von der technischen Seite gibt es dagegen nichts zu meckern. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente und auch der Gesang ist in Ordnung. In Sachen Songwriting gibt es Licht und Schatten. Als Licht stellen sich in jedem Fall die sehr eingängigen Refrains heraus, die man schließlich auch erstmal komponieren muss. Das teilweise recht wilde Musik-Durcheinander steht dagegen auf der anderen Seite.
HEARTLESS ist sicherlich kein schlechtes Album, aber auch nichts, das jemanden hinter dem Ofen vorlocken könnte. Guter Durchschnitt eigentlich.

Titel-Liste:
 
  1. Brink of Destruction
  2. Brothers in Blood
  3. Live, Love, Lie
  4. Signposts to Bedposts
  5. Anytime anyplace
  6. Raised Voices and Confrontations
  7. Rock bottom
  8. Hollywood Whore
  9. Diseased and distraught
  10. Can't write a Love Song

Laufzeit:
 37:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.dearsuperstar.co.uk 

  • Probehören und Kaufen:
    Dear Superstar: HEARTLESS

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