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Review: Deep Down The Soul |
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Album:
| | DEEP DOWN THE SOUL, 2008, Anko Music |
Stil:
| | Crosscore (Groove Metal, Nu Metal, Crossover, Metalcore im Mixer) |
Wertung:
| |  4 von 7 Punkten | | M.K., 11.03.2008 |
Review:
| | Aus Bayern stammen Deep Down The Soul, die es erst seit rund vier Jahren gibt. Dennoch hat das Quintett in dieser Zeit schon Auftritte mit Größen wie Crematory oder Born From Pain hinter sich gebracht sowie bei diversen Contests ziemlich erfolgreich abgeschnitten. Nach einer EP names OUT OF OUR SOULS ist seit kurzem das Albumdebüt der Truppe erhältlich, das selbstbetitelte DEEP DOWN THE SOUL.
"Prologue" ist ein 01:14 Minuten langes Intro. Dies wird elektronisch begonnen und dann legt die Band mit gut groovendem Riff im Mid-Tempo los. Verzerrte Vocals in den ruhigen Strophen sowie der weiterhin hohe Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln und Rapparts a la Clawfinger werden ebenfalls noch eingestreut.
Weiter geht es mit "Look into my Eyes", wo zu Beginn direkt ordentlich gegrowlt wird. Dann gehts mit einer durchgängigen Double Bass und ordentlich Tempo los, doch hier fällt direkt die schwache Drumproduktion ins Gewicht. Da ist kein Druck hinter. Wo der Beginn noch nach Hardcore/Metalcore klingt wird in den Strophen an Rage Against The Machine erinnernd gerapt. Dementsprechend ist auch Groove vorhanden. Eine gescheite Mischung aus Härte und Groove findet also hier statt. Die Bridge wird mit dem immer wieder auftretenden Riff bestritten, danach wird zweistimmig metalcorelastiges Material geboten. Ein weiterer Rappart schließt sich an und das lustige Genrewechseln findet bis zum Schluss statt.
Direkt im Anschluss startet "Afraid of my Dreams" etwas langsamer. Grooven können die Jungs an den (drei) Gitarren/Bass sicherlich, ordentliche Shouts werden ebenfalls abgegeben. Die Strophe klingt dann wie ein komplett anderer Song, wieder gibt es Keyboardeinflüsse. Das rappen kurz darauf erinnert an Zak Tell von Clawfinger. Auf jeden Fall bietet "Afraid of my Dreams" ca. drei oder vier verschiedene Stilistiken, die völlig ohne Sinn und roten Faden aneinander gereiht werden. Einen Durchblick bekommt man hier nicht wirklich, gut mitgehen kann man irgendwie ebenfalls nicht. Gefällt mir absolut nicht. Die Bridge klingt dann sehr nach Fear Factory, Double Bass und Riffs werden gepaart und Vocals gegrowlt. Danach gibts noch mal eine Art Refrain und ebenfalls elektronisch endet das Stück.
Ruhig beginnt dagegen "So close", eine wahre Wohltat nach dem vorherigen Song. Hier gibt es klaren Gesang und sowas wie eine Struktur zu erkennen, auch wenn es im augenscheinlichen Chorus wieder härter und mit Shouts zur Sache geht. Dieses Spiel wird noch ein weiteres Mal wiederholt, bis es mit einer weiteren, klar gesungenen Passage weiter geht. Ein Mid-Tempo-Stück mit hohem Anteil an klarem Gesang und einem Gitarrensolo, welches in einen recht ruhigen Teil gebettet ist, wird hier geboten. Geht in Ordnung.
"Bullet" beginnt als fünftes Stück wieder etwas härter und mit einem langgezogenen Schrei. Der Riff ist melodisch-modern, weiß zu gefallen. Im folgenden geht es sehr Metalcorelastig zu mit hohem Tempo und sowohl klaren als auch geshouteten Vocals. Auch einige Growls dürfen nicht fehlen. "Bullet" tendiert also stark in die Metalcoreecke, auch wenn die Bridge einen astreinen Nu Metal-Riff bietet. Auch etwas Rap darf nicht fehlen, hier passt es jedoch ganz gut. Nach dem Rapteil folgt ein etwas längerer Instrumentalteil, der von einer Double Bass unterlegt wird. Dann folgen Growls und der klar vorgetragene Refrain. Mit einem kurzen Uptempo-Part endet das Stück dann.
Die zweite Hälfte von DEEP DOWN THE SOUL beginnt mit "Behind the Lights" und auch hier gibt es den obligatorischen Schrei zu Beginn, kombiniert mit einem Nu Metal-Riff. Weiter geht es mit einer Art Rap-/Sprechgesang-Part, in diesem setzt der Riff vom Beginn wieder ein. Dies scheint den Refrain darzustellen. Hiernach folgt ein etwas an Machine Head erinnernder Part, danach gehts mit sich wiederholenden Lyrics weiter, kennt man von RATM. "Behind the Lights" bleibt größtenteils im Crossover und ist nachvollziehbarer geschrieben als zum Beispiel "Afraid of my Dreams". Ist mit knapp über fünf Minuten das längste Stück auf dem Album und kann überzeugen.
Als siebtes folgt "The Battle", welches komplett elektronisch startet, die verzerrte Bassline klingt sehr nach dem DIGIMORTAL-Album von Fear Factory. Danach geht es Ektomorf-mäßig weiter allerdings mit recht experimentellen Drumming, hiernach folgt wieder ein Fear Factory-Part mit gerapten Lyrics. Dieser wechselt sich mit dem Ekto-Part ab, wo auch munter gerapt und gegrowlt wird. Das Spielchen zieht sich quasi durch den ganzen Song und am Ende wird rifftechnisch Machine Head zitiert und der Song wieder elektronisch beendet.
"Losing my Grip" folgt und klingt nach einem Limp Bizkit-Song. Zu Beginn gibt es Sampling, ruhiges Drumming, langsame Riffs und Sprechgesang, dann wird wie gewohnt gegrowlt und es geht etwas brutaler zu. Dieser Mix wird noch einmal wiederholt, bis ein Nu Metal-Riff folgt. Zwischendurch gibt es einen ungewollt äußerst lustigen Part, der nur aus Sprechgesang besteht, Musik und ein weiterer Rapper kommen erst kurz danach hinzu. Sehr komisch. Mit einem Machine Head-Part geht es weiter, dann kommt wieder der vom Beginn bekannte Rapteil, diesmal allerdings etwas schneller durchgezogen. Dann ist auch schon Schluss.
Sehr langsam und ruhig startet das Quintett in "Black Rose" und hier gibt es überzeugenden klaren Gesang zu hören. Das Songwriting hat einen Touch Limp Bizkit zu SIGNIFICANT OTHER-Zeiten abbekommen. Melodische Nu Metal-Halbballade, bei der auch einige Shouts nicht fehlen dürfen. Ein Rappart folgt, der etwas nach P.O.D. klingt, inklusive Riff. Nach dem Refrain ist dann Feierabend.
Als letztes Stück folgt nun "Revolt" und hier gehts zu Anfang wieder Richtung Nu Metal, natürlich wird wieder gerapt. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass das Album nach diesem Song vorbei ist. Es gibt das übliche, bisschen Rap, bisschen Shouts, bisschen Nu Metal, eine Prise Metalcore und eine ruhige Bridge.
Fazit: Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass die Drums für meine Ohren zu trocken und zu "hoch" klingen. Gerade die Double Bass kommt völlig drucklos daher.
Desweiteren ist in den meisten der Songs kein roter Faden zu erkennen. Es wird einfach ein Stil an den anderen gepappt, ohne wirklich sinnvolle Übergänge. Eine Ausnahme stellen hier die zwei ruhigeren Songs sowie "Behind the Lights" dar.
Ansonsten klingt das hier wie gewollt und nicht gekonnt. Deep Down The Soul mischen hier Nu Metal, Crossover, Synths, groovende Thrashbands a la Pantera und Machine Head sowie Metalcore und denken, dass das ankommt? Bei mir nicht wirklich.
Jeder Song verläuft nach dem selben Muster: Entweder ein Synth- oder Nu Metal-Intro, wahlweise mit Rap, dann wird gegrowlt und dann folgt ein Stil dem nächsten, nur um das Ganze dann mit einem Synthoutro zu beenden. Wenn ich hier Clawfinger, Machine Head, Caliban, Limp Bizkit und Fear Factory gleichzeitig anmache und mich dann noch über 4Lyn kaputt lache, dann klingt das wie DEEP DOWN THE SOUL.
Ne, meine Herren, das war nichts. Die Songs sind viel zu überladen, vor allem "Afraid of my Dreams" sticht als Negativbeispiel heraus. Ich musste in der Mitte des Albums erstmal eine Pause einlegen, das kann und will sich niemand ernsthaft am Stück anhören.
Allerdings beherrschen die Jungs ihr Handwerk, nur nicht alle zusammen in der Form. Einige Songs überzeugen dann doch und retten die Band auf sehr, sehr knappe vier Punkte.
Denn eigentlich kommen Deep Down The Soul mit ihrer Musik 5-10 Jahre zu spät. Und auch der Metalcore befindet sich lange nicht mehr auf dem Höhepunkt. Aber vielleicht hat sich das in Ingolstadt noch nicht verbreitet. |
Anspieltipps:
| | "Behind the Lights" sowie die zwei ruhigeren Stücke. |
Titel-Liste:
| | - Prologue
- Look into my Eyes
- Afraid of my Dreams
- So close
- Bullet
- Behind the Lights
- The Battle
- Losing my Grip
- Black Rose
- Revolt
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.deep-down-the-soul.de  |
Probehören und Kaufen:
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