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Review: Deep Purple |
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Album:
| | DEEP PURPLE IN ROCK, 1970, EMI |
Stil:
Wertung:
| |  7 von 7 Punkten | | M.A., 10.01.2012 |
Review:
| | Das vierte Studioalbum von Deep Purple ist laut Ritchie Blackmore "in Wirklichkeit unser erstes". IN ROCK machte sämtliche "Jugendsünden" der Band ungeschehen. Der Erfolg von Jon Lord’s initiierten und konzipierten Klassik/Rock-Machwerk CONCERTO FOR GROUP AND ORCHESTRA, das aufgenommen wurde, während man bereits an IN ROCK werkelte, machte dem genialen Gitarristen arg zu schaffen. Er war mit dieser musikalischen Ausrichtung nämlich alles andere als einverstanden. Daher war als Devise für das nächste Album ausgegeben worden, dass Rock ab jetzt Rock sein wird und muss. "Wenn es nicht dramatisch und aufregend ist, hat es auf unserer Platte nichts zu suchen". Gemeinsam mit den Neuzugängen Ian Gillan und Roger Glover, deren Eintritt in die Band die klassische Mark II-Besetzung begründete, sollte das erste gemeinsame Studioalbum etwas aufregendes und bis dahin nicht gehörtes werden. Roger Glover dazu: "Wir spielten unsere Instrumente so hart wie möglich, Verstärker und Lautsprecher bogen sich". Das musikalische Konzept, soviel Lärm wie möglich zu erzeugen, war für den ein oder anderen Toningenieur in den Abby Road Studios sagen wir mal, neu!
Die Platte beginnt sogleich mit einer der vorerwähnten "Lärmorgien", einem Feuersturm aus verzerrten Gitarren, donnerndem Bass-Grollen und Drumgewitter, der nahtlos in den ruhigen Hammond-Sound von Jon Lord übergeht, der ein paar klassische Tonfolgen aus seinem Instrument kitzelt, ehe der Sturm abermals mit dem aggressivem Riff von "Speed King "losbricht und das Rhythmus-Gespann das Gaspedal ordentlich durchtritt, während Ian Gillan den Begriff "Shouter" für alle Zeiten neu definiert. Was für ein Auftakt!
Das folgende "Bloodsucker" kann im direkten Vergleich mit dem Opener zunächst einmal nur abstinken. Der Mid-Tempo-Song überzeugt nichtsdestotrotz durch seinen Groove und das gut ins Ohr gehende Riff sowie die berühmten Gitarren-Orgel-Duelle, die die Höhepunkte eines jeden Konzertes darstellten.
Mit der Jahrhundertnummer "Child in Time" setzt man die Latte dann noch mal ganz hoch an. Den Song mit eigenen Worten zu kommentieren, fällt schwer, so dass hier die folgende Beschreibung, seinerzeit im Magazin Eclipsed veröffentlicht, herhalten muss: ein "Monumentalepos der Extraklasse, bestechend" durch "die hypnotisierende Orgel-Introduktion von Lord" und "die von Paice brillant percussionierten, silbrig-schimmernden Beckenklänge", das "kulminiert in einen Gillanschen Totalorgasmus". Keine weiteren Fragen!!
Alles was folgt kann - objektiv betrachtet - qualitativ dem vorangegangenen Opus Magnum natürlich nicht mehr das Wasser reichen. Das Album an dieser Stelle vom Plattenteller zu nehmen bzw. aus dem CD-Player zu entfernen, wäre trotz allem ein großer Fehler. Denn die nachfolgenden Nummern "Flight of the Rat", "Into the Fire" und "Living Wreck" können aufgrund ihrer famosen Riffs, dem harten Sound und einem omnipotenten Ian Gillan mit seinem Vier-Oktaven-Organ ohne Wenn und Aber ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen.
Mit "Hard Lovin’ Man" gelang Deep Purple dann zudem noch ein würdiger Abschluss von IN ROCK. Der treibende Beat, die schrägen Orgel-Soli, die ekstatischen Schreie Gillans sowie nicht zuletzt Blackmores abschließendes Solo machen diese Nummer zu einem psychotischen Hardrock-Meisterwerk der Extraklasse.
Das Cover von IN ROCK hat sicherlich jeder schon einmal gesehen. Es zeigt die Häupter der fünf Protagonisten verewigt im monumentalen Mount Rushmore, anstelle der bedeutendsten vier US-Präsidenten. Nach Veröffentlichung von IN ROCK war nichts mehr wie es war, weder für die Band, noch für die Rockmusik. Gemeinsam mit Led Zeppelins Debütalbum und Black Sabbaths PARANOID definierten Deep Purple mit IN ROCK ein ganzes Genre.
Fazit: Mit IN ROCK katapultierte sich das Unternehmen Deep Purple endgültig in die höchsten Sphären des Rockuniversums. IN ROCK ist eine wegweisende Platte und bis heute unumstrittener Klassiker des Hardrock, der vor allem viele Metalbands in den nachkommenden Jahrzehnten nachhaltig beeinflussen sollte. 1970 war IN ROCK das härteste an Rockmusik, was die Szene bis dato vernommen hatte. Durch den Erfolg von IN ROCK entschied Ritchie Blackmore die bandinterne Fehde mit Jon Lord bezüglich der Bandführung und stilistischen Ausrichtung von Deep Purple endgültig für sich. Vorbei waren die Zeiten poppiger Cover-Versionen und Orchester-Begleitmusik. Auch wenn das von Jon Lord dominierte CONCERTO FOR GROUP AND ORCHESTRA seine großartigen Momente hatte (meistens dann, wenn Blackmore sich einmischte!) konnte es im direkten Vergleich mit IN ROCK nur den kürzeren ziehen. Mit IN ROCK erfanden sich Deep Purple neu und beschritten in den folgenden 4 Jahren ihre kreativste und erfolgreichste Karriere-Phase, bis heute. |
Anspieltipps:
| | "Speed King", "Child in Time", "Bloodsucker", "Hard Lovin’ Man", "Black Night", "Cry Free". |
Tipp:
| | Die hier getestete 25th Anniversary Edition weiß nicht nur durch einen remasterten Sound sondern auch durch zahlreiche Bonus-Tracks zu überzeugen. Bislang unveröffentlichte Songs wie "Cry Free" und "Jam Stew", unfertige Versionen von " sowie bislang unbekannte Ausschnitte von Proben/Sessions im Studio gewähren einen Blick hinter die Kulissen des Entstehungsprozesses von IN ROCK. Besonders erfreulich ist darüber hinaus der Remix von "Black Night", der dank Roger Glover nun endlich in einem klaren Sound daherkommt. Man vergleiche nur einmal die dumpfe Originalversion des Songs mit dem Remix. |
Titel-Liste:
| | - Speed King
- Bloodsucker
- Child in Time
- Flight of the Rat
- Into the Fire
- Living Wreck
- Hard Lovin’ Man
- Black Night (Original single Version)
- - - Bonus Tracks - - - - Studio Chat
- Speed King (Piano Version)
- Studio Chat
- Cry Free (Roger Glover Remix)
- Studio Chat
- Jam Stew (Unreleased Instrumental)
- Studio Chat
- Flight of the Rat (Roger Glover Remix)
- Studio Chat
- Speed King (Roger Glover Remix)
- Studio Chat
- Black Night (Unedited Roger Glover Remix)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.deeppurple.com  |
Probehören und Kaufen:
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Bandinfos |
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