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Review: Defueled |
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Album:
| | DEFUELED, 2009, Shortwave |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 27.03.2009 |
Review:
| | Gemessen an der Einwohnerzahl sind unsere nördlichen Nachbarn aus Finnland und Schweden sicherlich die produktivsten Nationen was Hard Rock und Metal betrifft. Der Nachschub an neuen Bands reißt nicht ab. Wenn fünf Deutsche sich treffen gründen sie einen Verein, wenn fünf Schweden sich treffen gründen sie eine Band. Mit dem selbstbetitelten Album treten nun Defueled, ein Quintett aus Stockholm ans Licht der Öffentlichkeit.
Christoffer Wetterström Vocals und Gitarre, Alexander Anfalk Gitarre und Backing Vocals, Emil Bygde Bass und Backing Vocals, Fredrik Hedberg Keyboards und Backing Vocals und Patrik Jansson Drums schicken sich an, einen Platz auf dem umkämpften Metal Markt zu erobern. Bereits 2007 konnte die Band in Senegal Afrika vor bis zu 6000 Besuchern auftreten und erhielt sehr gute Kritiken.
"Spawn" der finstere Held der Comic Verfilmung dürfte vielen Leuten bekannt sein. Mit Keyboards und markerschütternden Riffs wird man dem Thema gerecht. Die Drums sind energisch, aber wie bei vielen Tracks des Albums, zu dumpf und weit im Hintergrund. Die Vocals sind eindeutig von der rauen und heiseren Sorte. Ganz vereinzelt werden auch einige Growls eingestreut. Das mag ich sonst nicht, hier passt es aber gut zu der düsteren Atmosphäre und man übertreibt auch nicht. Das Keyboard ist dezent und untermalt den Song, die Gitarren dominieren.
Die druckvolle Gitarrenfront findet sich auch auf "Forever". Ähnlich eingängig wie auf dem vorangegangenen Stück geht es auch hier zu. Die Mischung aus Härte und gelungener Melodie ist ebenfalls gegeben. Vielleicht nicht so stark wie der Opener aber alles andere als schlecht.
Mit "Endless Roll" folgt sofort ein weiterer Track der vielseitig und abwechslungsreich ist. Man startet mit den zwei Gitarren ziemlich flott. Dann gibt es einen verträumten Abschnitt mit Keyboards bis die Gitarren erneut die Vorherrschaft übernehmen. Die Vocals sind rau und ehrlich. In einem Abschnitt darf das Keyboard sogar den Gitarren Paroli bieten, was sonst eher die Ausnahme ist. Einige Synthie Geigenklänge vermitteln eine Spur von Folk Metal.
"Hero(in)" setzt voll auf die Twingitarren. Die Vocals sind noch eine Idee tiefer und aggressiver als sonst. Ein kurzes Basssolo wird abgelöst durch die Keys und, wie gesagt, mächtig Gitarren Power.
Eine sehr melodische Gitarre bildet den Auftakt von "Waiting in the Wings". Dazu passt ausgezeichnet ein Piano, die beiden Gitarren legen kurz und kräftig los verschwinden dann aber im Hintergrund. Die Vocals sind erstaunlich weich, nichts ist mehr zu spüren von dem rauen, heiseren Klang der bis hierher zu vernehmen war. So eine variable Stimme überrascht mich dann doch. Nur für einen Augenblick klingt die Stimme scharf und behauptet sich gegen die schneidend einfallenden Gitarren. Die hellen Piano Akkorde stehen in deutlichem Kontrast zur dunklen Gitarren Gewitterfront. Ein schnelles Gitarrensolo und das leise aushallende Piano bilden den Abschluss dessen, was man am ehesten als Power Ballade bezeichnen könnte.
"Crime of the Century" wer denkt da nicht sofort an das tolle, gleichnamige Album von Supertramp? Aber damit hat der Song natürlich nichts zu tun. Ein geheimnisvolles Keyboard und eine einzelne Gitarre werden von den los dreschenden Drums weggeblasen dagegen wissen sich die energiegeladenen Vocals zu behaupten. Es folgt ein ruhiger Abschnitt mit Keyboards in dem die Gitarren Luft holen nur um dann noch härter zu zuschlagen. Die Vocals erhalten Unterstützung durch Backing Vocals. Gegen Ende geht es wie am Anfang nur mit Keys viel ruhiger zu.
Überaus finster ist "Retarded" ausgefallen. Der Sprechgesang könnte direkt aus der Gruft stammen. Die donnernden Gitarrenriffs klingen auch alles andere als heiter. Was für eine Gruselatmosphäre.
"Eye for an Eye" ist noch ein Beispiel wie gut es Defueled gelingt eine ungewöhnliche Mischung aus wummernden Drums, attackierenden Gitarren, teils heiserem Death Metal Gekrächzte was die Vocals betrifft und einem ansprechenden Keyboardsolo in ein melodisches Grundgerüst zu packen. Kaum zu glauben aber das klingt sogar wie aus einem Guss. Wer auf Children Of Bodom steht wird hier erfreut mit den Augen rollen.
Auf "The Boy who´s transparent" hält man sich erst gar nicht mit einer Einleitung auf. Sofort brandet der volle Sound aus den Boxen. Zwar geht es mit gebremstem Tempo zur Sache, aber in dem Stück steckt Kraft ohne Ende. Dafür sind in erster Linie die Gitarren verantwortlich, doch auch sonst donnert, ballert und vibriert es an allen Ecken und Enden das es eine wahre Freude ist.
Nachdem man so vortrefflich die Muskeln spielen ließ, ist es mit "Rather die standing" Zeit für eine Ballade nach Art des Hauses. Will heißen: nach verhaltenem Auftakt mit akustischer Gitarre und Keyboards die die guten Vocals einrahmen, können es die Gitarren wieder nicht lassen mächtig nach vorn zu drücken. Das Stück schwankt zwischen balladesken Momenten und harten aber melodischen Abschnitten wie ein Tempomat zwischen Crusen und Vollgas. Entweder oder. Ein sehr interessanter Song, ausgesprochen gut gemacht auch wenn das Ende mit Soundfragmenten aus dem Radio ein wenig befremdlich wirkt.
Mit "Blind" hat es Defueled dann doch noch geschafft eine echte Ballade auf die Scheibe zu packen. Und damit die Gitarrenfraktion nicht doch noch mit Macht einmarschiert, hat man sie konsequenter Weise komplett aus dem Song verbannt. Nur ein einfühlsames Piano dient als Untermalung der Vocals die hier, ähnlich wie in "Waiting in the Wings", sich von ihrer sanften Seite zeigen. Die stimmungsvolle Nummer mit leicht traurigem Unterton klingt leise aus, nachdem die Vocals im Verlauf fordernder und lauter wurden. Fast erscheint es als würde nach einem kurzen Aufbäumen Lethargie und Verzweiflung einkehren. Ein würdiger Abschluss eines gelungenen Albums.
Fazit: Mit einer Mischung aus Heavy Rock und Metal mit einigen dezenten Death Metal Anleihen wie den tiefen Growls und teils düsterer Gothic Stimmung, beschert uns Defueled mit ihrem Debüt ein überaus munteres Album was in Hinsicht auf Songwriting, Eingängigkeit, Atmosphäre und Vielseitigkeit keine Wünsche offen lässt. Da wird vom Heavy Metal Brecher bis zur besinnlichen Ballade alles geboten und dermaßen stilsicher präsentiert, dass es schwer fällt zu glauben, es handelt sich bei der Scheibe um die Erstveröffentlichung der Schweden. Die Gitarren haben es mir besonders angetan. Die Stimme von Christoffer Wetterström erinnert an James Hetfield von Alkoholica (oh, das war aber jetzt gemein von mir), rau und heiser klingen beide aber Wetterströms Organ ist erheblich vielseitiger. Drums und Bass kommen bei der Produktion etwas stiefmütterlich weg, das klingt stellenweise zu dumpf und mit zu wenig Biss. Wer sich vor kurzem noch darüber geärgert hat, dass bei den Schwedischen Selbstbaumöbeln einige Schrauben fehlten und die Bauanleitung so schlecht war, dass aus dem geplanten Bett bei Fertigstellung eine Schrankwand wurde, sollte sich dieses Album reinziehen. Aus Schweden kommt auch Qualität, wenn vielleicht nicht bei den Möbeln dann doch wenigstens bei der Musik. |
Anspieltipps:
| | "Spawn", "Endless Roll", "Waiting in the Wings", "Eye for an Eye", "The Boy who´s transparant" und "Blind" |
Tipp:
| | Rau aber herzlich, könnte als Motto über DEFUELED stehen. Es wird eine breite Käuferschicht angesprochen. Die Lieder sind durchweg so melodisch, dass Melodic Metal Fans sich angesprochen fühlen. Gleichzeitig kommt die Mucke so deftig und druckvoll rüber, dass auch Anhänger der härteren Sachen voll auf ihre Kosten kommen. Selbst die Balladen strahlen viel Kraft aus, da wird Kritik wie: seicht und kitschig, schon im Ansatz erstickt. |
Titel-Liste:
| | - Spawn
- Forever
- Endless Roll
- Hero(in)
- Waiting in the Wings
- Crime of the Century
- Retarded
- Eye for an Eye
- The Boy who`s transparent
- Rather die standing
- Blind
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.defueled.com  |
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