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Review: Dekadent |
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Album:
| | THE DELIVERANCE OF THE FALL, 2007, Pentacle |
Stil:
| | Epic Black Metal (Soundtrack) |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | S.J., 09.04.2008 |
Review:
| | Als Rezensent kennt hat man ja schon verschiedenste Rangehensweisen und Umgangsformen von Künstlern und ihrem Schaffen kennen gelernt, in meinem Fall also der Musik. Manche gehen einfach in die Garage, wollen Trinken, Spaß haben und nebenbei mal so eine CD veröffentlichen, andere verfolgen schon ein gewisses Grundkonzept und wollen dieses auch in Szene setzen. Auch gibt es natürlich absolute Perfektionisten, die sowohl in der kompositorischen Phase großes Ausarbeiten, als auch auf eine dynamische Produktion Wert legen und stets versuchen, das nur irgendwie bestmögliche Ergebnis abzuliefern.
Ob Dekadent zu letzterer Fraktion gehören, weiß ich nicht, allerdings ist THE DELIVERANCE OF THE FALL offensichtlich ein Album, das länger durchdacht und geplant wurde und keineswegs einer Jam-Session entstammt.
Das über drei Minuten lange Intro "Legates Of Blackness (Prologue)" ist eine atmosphärische Hinführung zur musikalischen Welt, die dieses Album bietet. Nahtlos übergehend in "Path Of Lamentation", hört man zum ersten Mal auch so etwas wie ein Leitmotiv. Die kurze, Horn-ähnliche Tonfolge erklingt, wie auch bei vielen klassischen Werken und auch der Filmmusik noch weitere Male während THE DELIVERANCE OF THE FALL.
Gerade letzterer Vergleich kommt allerdings nicht von ungefähr, liegt dem Album doch eine komplette DVD bei, auf der das gesamte Album noch mal filmisch untermalt sowie mit Untertiteln auf Deutsch und Englisch versehen ist. Klar, hier darf man keine teueren Hollywood-Effekte erwarten, eine packende Krimistory ebenso wenig. Was man zu sehen bekommt, sind atemberaubende Naturlandschaften, Wälder, Berge, und nebenbei so einige Überraschungen. Zwar wirkt durch das Fehlen der Dialoge (Die Musik spricht eben für sich) das Ganze kurzzeitig wie ein nicht endendes Musikvideo, aber so darf man die DVD sicher nicht abtun. Lobenswert ist auf jeden Fall, wie Dekadent ihre Musik als Teil eines ganzen Sehen, und da spielt der optische Part eine wichtige Rolle. Die Wenigsten werden wohl genügend Zeit haben, THE DELIVERANCE OF THE FALL täglich anzusehen, aber dazu ist die DVD auch gar nicht gedacht. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings der Stereosound, hätte man doch mit Dolby noch eine weit eindrucksvollere Wirkung beim Hörer erzielen können.
Doch kommen wir zurück zur Musik: "Last Valediction" ist eine ruhige, knapp zweiminütige Überleitung und ganz im tragenden, von Keyboards überaus dominierten Klanggewand der ersten Songs gehalten. Überhaupt ist die Genre-Bezeichnung "Black Metal" vielleicht für den einen oder anderen etwas irre führend, ist das Album doch eigentlich wirklich mehr ein Soundtrack. Auf die Vocals allerdings trifft das Black Metal Etikett allerdings voll und ganz zu.
"Last Vacation" ist der erste Track der mit Gesang aufwartet, und Mancher wird erstaunt sein, was dieser, ergänzt zum bisherigen Wirken der Instrumental Parts für eine frostige Kälte einbringt. Dies ist allerdings lediglich mein Eindruck, auf der DVD ist dieser Moment auch anders umgesetzt, ohne zu viel zu verraten.
Nach diesem rauen und aufwühlenden Teil ist "A Cry of Revolt" ganz entgegen dem, was man dem Titel nach vermuten wird eher zurückrudernd. Nein, nicht vertrauenserweckend oder gar beruhigend, aber die Hektik wird einem genommen, die flüsternd erzählende Frauenstimme besitzt eine ungeheure Ausstrahlung.
"Covet the Encounter" strahlt wiederum etwas neues aus: Etwas majestätisches geht von diesem Stück aus, die meiste Macht wird wohl durch die wieder eingesetzten männlichen Vocals ausgestrahlt.
"Breaking the wall" geht dabei noch weiter.
"The Hand of truth" ist im Anschluss wieder ein Instrumental, ähnlich dem Beginn.
"Call of Deliverance" ist der Song mit dem wohl stärksten Black Metal Einschlag und wird somit bei den Metalfans am ehesten ankommen. Auch die Gitarre ist, verglichen mit anderen Stücken der CD recht dominant.
Zu Ende geht THE DELIVERANCE OF THE FALL schließlich mit dem "Epilogue", welcher noch mal sämtlichen Bombast der CD repräsentiert.
Als Bonus gibt es im Anschluss noch den Track "The Renaissance of Purity", welcher ebenfalls wieder für den Black Metal Einschlag von Dekadent spricht. Ob man das übrigens aus Ljubljana stammende Quintett als Metalband bezeichnen will, überlasse ich jedem selbst. Ein wenig zu dominant vielleicht sind die Keyboards, erschlagen sie in der Produktion die Gitarren fast völlig, was manchem Gewohnheitsheadbanger wohl übel aufstoßen wird. Meiner Meinung nach sollte man Dekadent aber einfach so sehen wie sie sind, und so ist auch THE DELIVERANCE OF THE FALL qualitativ wirklich gelungen.
Fazit: Alle, die mal nach etwas ausgefallenerem im täglichen Metal-Sumpf suchen, seien Dekadent an's Herz gelegt. Anspruchsvolle Musik, die den Hörer nicht als Konsumenten versteht, sondern diesen auch fordert. Nicht in seinem Verständnis, wie viele Progbands, sondern emotional. Sollte man sich gefühlsmäßig auf diese Art von Musik nämlich nicht einlassen können ist THE DELIVERANCE OF THE FALL schlichtweg gähnend langweilig. Derjenige, der allerdings versucht sich auf dieses Hörerlebnis einzulassen, könnte unter Umständen auch mit einer neuen Erfahrung belohnt werden. |
Titel-Liste:
| | - - - CD - - -
- Legates of Blackness (Prologue)
- Path of Lamentation
- Last Valediction
- A Cry of Revolt
- Covet the Encounter
- Breaking the Wall
- The Hand of Truth
- Cal of Deliverance
- Epilogue
- The Renaissance of Time (Bonus Track)
- - - DVD - - -
- The Deliverance of the Fall (Film)
|
Laufzeit:
| | CD 42:58 Min. / DVD 42 Min. |
DVD-Format:
| | PAL 16:9/PCM Stereo, FSK 12 |
Band-Infos:
| | www.dekadent.si  |
Probehören und Kaufen:
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