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Review: Deliverance
 
RIVER DISTURBANCE

Album:
 RIVER DISTURBANCE, 1994/2008, Retroactive

Stil:
 Progressive Metal, Grunge

Wertung:
 2 von 7
2 von 7 Punkten
 S.M., 22.11.2008

Review:
 Der Bandname Deliverance ist recht beliebt. Alleine die Encyclopaedia Metallum kennt sechs Vertreter dieser Bezeichnung. In unserem Fall handelt es sich um eine der beiden Amerikanischen Bands des Namens. Deliverance wurden bereits 1985 in Los Angeles gegründet und haben immerhin schon neun Studioalben herausgebracht. Einen besonderen Bekanntheitsgrad genießen sie hierzulande dennoch nicht. Mir ist lediglich das 2007er-Werk AS ABOVE, SO BELOW bekannt, welches allerdings eine recht intelligente Vermischung aus Progressive und Thrash Metal mit sich brachte.

Das Album RIVER DISTURBANCE stammt ursprünglich von 1994. Welchen Sinn dessen Aufwärmung im Jahre 2008 haben soll, erschließt sich mir nicht. Denn schon beim ersten Song habe ich das Gefühl, das RIVER DISTURBANCE in einer völlig falschen Zeit rerealesed wird.
Den damals allgegenwärtigen Einflüsse der Spielart Grunge konnte sich auch dieses Werk nicht entziehen. Man kann Deliverance sicherlich nicht vorwerfen, sich am damaligen Markt orientiert zu haben. Zum Teil war RIVER DISTURBANCE 1994 vielleicht sogar ein wenig seiner Zeit vorraus. Anno 2008 kann man damit aber kaum noch jemanden fesseln.

Diese Grunge-Attitude mit abgehacktem Riffing, und sehr heftigen, schnellen Abschnitten, die sich mit schleppenden, emotionaleren abwechseln, begegnet mir auf RIVER DISTURBANCE fast durchweg. Der Opener "Belltown" ist ein Musterbeispiel dafür. Mehr als einmal fühle ich mich an die seeligen Nirvana zurückerinnert. Ohne dass allerdings deren Klasse erreicht wird.
Auch die Songs "River Disturbance", "Speed of Light" und "Map" zeugen von den Einflüssen der 90er. Dabei bringen Deliverance aber teilweise auch noch ihre progressive Note in den Stücken unter, die sich aus den Tempo- und Rhythmuswechseln und sich verändernden Intensitäten ergibt.
Ein absoluter No-Go ist "A little Sleep", das auch noch die lächerlichen Hip-Hop-Sounds des Crossover mit sich bringt.

Es gibt auch noch einige Stücke, die viel besser das sonstige Songwriting von Deliverance ausdrücken, wie die sehr emotionalen Halbballaden "Now & then" und "You still smile" oder das thrashig-progressive "Breathing still". Auch der hardrockende Bonus-Track "On the Fritz" ist ganz nett anzuhören. Doch von der Sorte gibt es auf RIVER DISTURBANCE definitiv zu wenige.

Fazit: Deliverance haben auf RIVER DISTURBANCE versucht, einen Kompromiss zwischen ihren eigenen Wurzeln und den Musikeinflüssen Anfang und Mitte der Neunziger einzugehen. Vielleicht konnte man sich damit 1994 anfreunden, heutzutage wirkt das Werk völlig deplatziert. Hier versucht wohl eine Plattenfirma mit aufgewärmtem Matierial nochmal schnelles Geld zu machen, was angesichts der fehlenden Qualität wahrscheinlich misslingen wird.
Das merkwürdige Musik-Durcheinander auf RIVER DISTURBANCE lässt die Finger unaufhörlich in Richtung Skip-Taste zücken. Oder noch besser auf den Stop-Button. An einem schwachen Album kann auch eine bodenständige Instrumentalistenleistung nicht viel ändern. Dem Gesang kann ich ebenfalls nicht viel abgewinnen, da in hohen Lagen zum Teil die Töne nicht getroffen werden.
Das Songwriting ist bis auf wenige Stücke richtig schwach.
RIVER DISTURBANCE ist nicht nur die überflüssigste Wiederöffentlichung eines Albums, sondern auch noch mein persönlicher Kandidat für das schlechteste Werk des Jahres.

Tipp:
 Mein Tipp ist hier ganz klar: gebt euer Geld für gute, zeitgemäße Platten aus und nicht für aufgewärmte, schlecht schmeckende 90er-Kost.

Titel-Liste:
 
  1. Belltown
  2. After I fell
  3. River Disturbance
  4. Now & then
  5. Speed of Light
  6. A little Sleep
  7. Map
  8. You still smile
  9. Breathing still
  10. Bonus Tracks:
  11. I thought
  12. On the Fritz
  13. Belltown (Hyper Remix)
  14. A Word from Jimmy P. Brown II (Kommentare des Sängers)

Laufzeit:
 51:42 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/heavymetaldeliverance 

  • Probehören und Kaufen:
    Deliverance: RIVER DISTURBANCEDeliverance: RIVER DISTURBANCE

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