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Review: Demonica
 
DEMONSTROUS

Album:
 DEMONSTROUS, 2010, Massacre

Stil:
 Thrash Metal, Heavy Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 19.03.2010

Review:
 Wie sich wohl ein Album anhört, dass von den beiden Forbidden-Musikern, Gitarrist Craig Locicero und Drummer Mark Hernandez und dem Mercyful Fate-Gitarristen Hank Shermann ins Leben gerufen wird? Richtig, es wird wohl kaum AOR sondern höchst wahrscheinlich beinharter Thrash sein. Komplettiert mit dem Sänger Klaus Hyr und Bassist Marc Grabowski zelebriert die Dänisch-/US-Amerikanische Kooperation Demonica auf ihrem Debüt DEMONSTROUS furztrockenen Metal der bestens bekannten Art mit unverkennbarem Bay Area-Einfluss.
Auch wenn hier keine neuen Thrash-Kapitel aufgeschlagen werden, so lässt sich noch genügend wohlschmeckende Hartwurst produzieren. Und wenn manchmal das Riffing nicht ganz perfekt erscheinen mag, wird es mit messerscharfen Gitarren-Soli, druckvollem Drumming und leidenschaftlichem Gesangseinsatz wett gemacht.

Rundum dämonisch wird das Album DEMONSTROUS von Demonica mit den Opener "Demon Class" eröffnet. Kein Intro, keine Schnörkel, sondern gleich in die Vollen, lautet hier (und nicht nur hier) das Motto. Nach einer Minute Vorglühen ist dann der Motor zur vollen Leistung bereit und das erste knüppeldicke Highspeed-Thrashpaket wird auf den Zuhörer los gelassen.
Recht harmlos mutet der Start von "Ghost Hunt" an, werden doch die Geister in Folge mit dem bereits bekannten üppigen Tempo gejagt. Ein paar kleine Verschnaufpausen inbegriffen haben die Geister jedoch keine Chance Demonica zu entkommen.
Tiefes rhythmisches Geschrammel groovt diesmal bei "My Tongue" im gesunden Mid-Tempo und erinnert an die guten alten Slayer-Zeiten mit unbekannteren Songs wie "Mandatory Sucide" vom Album SOUTH OF HEAVEN. Wenig Thrash aber trotzdem ein bretthartes Metalteil, das vor allem als Mähnenschüttler überzeugen kann. Leider können sich weder der Gesang noch die Gitarren richtig überzeugend zu einem finalen Höhepunkt entwickeln. Ist aber auch nicht unbedingt erforderlich.
Schluss mit Lustig und dem Mid-Tempo. Düstere, tiefe Slap-Gitarren und anschließender brachialer Einstieg ebnet den Weg für "Luscious Damned", der Hackstock auspackt und massenhaft Holz spaltet, wobei immer wieder ein paar langsamere Mosh-Parts für kurze Verschnaufpausen sorgen. Es geht aber auch mal in die andere Richtung was die messerscharfen und rattenschnellen Gitarren-Soli beweisen und den Song so schnell nicht langweilig werden lassen.
"Below Zero" lässt sich mächtig Zeit um mit einem fulminanten Zwischenspurt so richtig in Fahrt zu kommen, genauer gesagt fast drei Minuten. Ansonsten groovt es überwiegend in tiefen düsteren Tonlagen mit ausdrucksstarkem Gesang, der von clean bis Metalcore-style stark variiert. Überraschend ist besonders der dezent gesetzte melodische Refrain, an den ich mich erst gewöhnen musste, der letztendlich aber doch stimmig scheint.
Nach so viel düsteren Grooves wird es wieder Zeit für etwas mehr Tempo. Das dachten sich offenbar auch Demonica und ziehen mit "Alien Six" das richtige Brett aus dem Rucksack. Hier wird schon einmal beinhart los geprügelt, jedoch immer mit Plan und wohl verpackt, sodass hier ein richtiges Highlight schlummert - ach was sage ich - los brüllt.
Für "Palace Of Glass" wird ein weitere Keulenschwinger aus dem Backpacker geholt und schon mal die erste Reihe vor den Boxen nieder gebügelt. Selbst in den langsameren Passagen ist noch genügend Dampf im Kessel, der gnadenlos anschiebt. Einmal mehr überzeugt der Song mit vielfältigen Strukturen, von Groove bis Mosh, von walzend bis shreddernd.
Und das soll es nun auch mit den Beispielen gewesen sein. Wer Lust auf mehr hat, sollte nun die Augen ruhen und die Ohren arbeiten lassen.

Fazit: Wer sich schon immer eine Symbiose aus amerikanischen und europäischen Thrash, also z.B. aus Slayer und Kreator gewünscht hat, der kann mit Demonica Erfahrungen sammeln, wie eine solche Verschmelzung in der Praxis aussehen könnte. Das Debüt läuft nicht immer 100%ig rund, kann aber schon wegen der hohen Spielfreude durchaus begeistern, lässt auch noch etwas Luft für einen möglichen Nachfolger.
Den einzigen Wermutstropfen gab es nur für das Testpersonal, denn wenn die Songs von der Benennung und Reihenfolge nicht mit der Trackliste übereinstimmen, braucht es erst eine Orientierungsrunde und Daumendrücken, dass man den Songtitel auch erkennt. Dieser mentalen Herausforderung sollte man noch vor dem Konsum des Six-Packs stellen.

Tipp:
 Thrash-Fans sollten unbedingt ein Ohr riskieren, ich finde, es lohnt sich.

Titel-Liste:
 
  1. Demon Class
  2. Ghost Hunt
  3. My Tongue
  4. Luscious Damned
  5. Below Zero
  6. Alien Six
  7. Palace of Glass
  8. Fast and Furious
  9. Summoned
  10. Astronomica

Laufzeit:
 48:35 Min.

Probehören und Kaufen:
Demonica: DEMONSTROUS

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