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Review: Descendants Of Cain
 
SONGS FROM A VANISHING WORLD

Album:
 SONGS FROM A VANISHING WORLD, 2011, Echozone

Stil:
 Dark Synthie Wave, Gothic Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 08.12.2011

Review:
 Mit SONGS FROM A VANISHING WORLD hat die Londoner Band Descendants Of Cain bereits ihr sechstes Album am Start. Der Titel macht deutlich das Thema des Konzeptalbums handelt von einer ausgebeuteten Erde die einige Jahre nach einer weltumspannenden Katastrophe ihrem Ende entgegen geht. Diesem unheilvollen Thema angepasst fällt das Cover entsprechend finster in grafischem schwarz-weiß aus. Da passt dann auch die düster gestimmte, Gothic durchtränkte Musik sehr gut. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Scheibe geht an die Wildlife Heritage Foundation, eine Organisation die sich dem Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten widmet. D.M. Kruger Vocals und Keyboards, Dan Phillips Gitarre, Steve Garrard Bass, Dan Phillips Drums und Katherine Kruger weibliche Vocals, ist die Besetzung.

"The final Awakening", das Intro, ist eine kurze Nummer mit sphärischen Klängen unterstützt durch weibliche, engelartige hohe Vocals.
"Lullaby for the Masses" kommt als eingängiger, leicht progiger Rock Song daher mit mehrfachen Wechseln zwischen ruhigen Phasen und energisch rockenden Gitarren. Melodie und Refrain sind gut gelungen.
"Pornography for the Soul" ist geprägt durch die Synthie Klänge und ist recht popig geraten bei einer doch düsteren Stimmung.
"Rush" ist ein ruhiger Ambient Song mit viel Keyboards und gutem Chorus. Die Vocals gefallen besonders in den Höhen da sie hier hell und klar sind.
Bei den nächsten beiden Stücken "Pied Piper of Metropolis" und "Refuge from Thought" sind die 80er Jahre Einflüsse nicht von der Hand zu weisen. Die Reihenfolge der Stücke ist hier nicht optimal da sie sich zu ähnlich sind was besonders für die Gesangslinien zutrifft.
"The House" ist eine sanfte Ballade mit Pianobegleitung, hat einen schwebenden Klang mit Synthie Streichern und Unterstützung von Gastsänger Wayne Hussey (The Mission).
"Clockwork Monster" hat mich mit der geheimnisvollen, richtig unheilvollen Atmosphäre in den Bann gezogen. Das Stück ist doomig zäh und vermittelt Endzeitstimmung pur. Ashley Dayour als Gastsänger gibt dem eine besondere Note.
Auf "The Road" hat mit Tommy Dark an der Gitarre ein weiterer Musiker ein Gastspiel. Auch wenn die Keyboards wie zuvor eine große Rolle spielen so können sich die Gitarren hier mehr durchsetzen und sorgen für einen stampfenden, härteren Rhythmus zur orchestralen Untermalung.
"I pure Illusion" gefällt durch verträumte, wabernde Keyboards und mehrstimmigen Gesang, sehr sphärisch die Nummer.
"The Drift" eines der besten Stücke auf SONGS FROM A VANISHING WORLD hat eine rockige, gute Melodie mit mehr Fokus auf den Gitarren. Nur die an einigen Stellen etwas quäkigen Vocals passen nicht. Schön dagegen ist die orchestrale Synthie Streicher Begleitung. Die Schlussnummer, mehr ein Outro, "The Thirst" kommt ganz ohne Gesang aus und ist sparsam instrumentiert. Keyboards und Synthie legen den Klangteppich des mit orientalischem Flair versehenen Songs.

Fazit: Die Finster- Rocker Descendants Of Cain erinnern mit diesem Album stark an den Sound des Electro Wave Rocks der späten 70er und frühen 80er Jahre. Dabei mischen sich munter noch die verschiedensten Stile mit ein. Eine genaue Stilbestimmung ist daher ungeheuer schwer. Einflüsse von Bands wie The Cure, Depeche Mode, Bronski Beat, Flock Of Seagulls und recht stark Ultravox sind auszumachen. Die Info auf dem Promo Blatt ordnet Descendants Of Cain unter Progressive Alternative Gothic Rock ein. Meine Einstufung: alternativ- klares ja, progressive Elemente sind aber weniger vorhanden. Ich würde auch nicht den Begriff Gothic an erster Stelle setzen. Klar die düstere Stimmung des Gothic begleitet einen ständig ist aber nur ein Element unter vielen. Wie gesagt, der Stil ist eigenständig und ein Konglomerat aus Elektro Wave, Lounge, Dark Ambient und Synthie Rock. Die Musik wurde sehr stimmungsvoll arrangiert und ist erstaunlich eingängig. Der schwebende Sound der Synthie Klangwelten orchestral untermalt steht im Vordergrund. Die Texte prangern den durch uns Menschen verursachten schleichenden Tod unseres Planeten und der Natur an, ohne das die Band den Fehler macht mit erhobenem Zeigefinger den Hörer schulmeisterlich belehren zu wollen. Einige Stücke sind vom Aufbau sehr ähnlich, besonders die Gesangslinien könnte man mehrfach tauschen ohne das es auffallen würde. Ich würde mir mehr dynamische, kraftvolle Momente wünschen. Da ist noch Raum für Verbesserungen. Dennoch, Descendants Of Cain zeigen sich als musikalisch schillerndes Chamäleon, sie zelebrieren einen ungewöhnlich kreativen, facettenreichen Sound mit hohem Wiedererkennungswert und heben sich damit deutlich von anderen Bands ab.

Anspieltipps:
 "The final Awakening", "Lullaby for the Masses", "Rush", "This House", "Drift"

Tipp:
 Freunde von leicht depressiv gestimmtem Synthie Rock die offen sind für eine Vielzahl von Einflüssen aus anderen Musikstilen sollten die Scheibe antesten. Das Album ist wie geschaffen um ruhige Momente zu genießen und sich zu entspannen.

Titel-Liste:
 
  1. The final Awakening
  2. Lullaby for the Masses
  3. Pornography for the Soul
  4. Rush
  5. Pied Piper of Metropolis
  6. Refuge from Thought
  7. The House
  8. Clockwork Monsters
  9. The Road
  10. I pure Illusion
  11. Drift
  12. The Thirst

Laufzeit:
 47:05 Min.

Band-Infos:
 
  • www.descedantsofcain.co.uk 

  • Probehören und Kaufen:
    Descendants Of Cain: SONGS FROM A VANISHING WORLD

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