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Review: Destination Anywhere
 
PARTY, LOVE & TRAGEDY

Album:
 PARTY, LOVE & TRAGEDY, 2010, Radar

Stil:
 Punk Rock, Punk Pop, Ska

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.U., 09.08.2010

Review:
 Destination Anywhere sind zurück! Nach der erfolgreichen EP YOU WON'T BRING ME DOWN (2008) erscheint zwei Jahre später das Longplayer Album PARTY, LOVE & TRAGEDY (2010). Ende 2008 stürzt die Band in eine Sinneskrise, hervorgerufen durch den Umstand, dass intern keine Einigkeit darüber bestand, wie viel Platz die Band im Leben der Musiker einnehmen sollte. Am Ende blieben die beiden Songwriter Tim (Gitarre) und David (Gesang) mit ihrem ehrgeizigen Projekt zurück. Daher suchten sie sich wieder die besten Musiker aus der Umgebung zusammen von denen man annimmt, dass sie mit dem gleichen Eifer ans Werk machen wie man selbst. Vor dem Release sind Destination Anywhere auf diversen Bühnen zu finden. Da wären die deutschen Festivalbühnen, die Clubbühne in Paris oder als Headliner auf einem großen tschechischen Festival.

Mit einem Knaller geht gleich richtig zur Sache. "How you feel" stellt sich total fröhlich, hippig und punkig vor. Musikalisch erinnert man sich sofort an die Band Green Day, aber auch ein bisschen Fehlfarben lassen grüßen. Der Song hat sehr viel Gefühl und birgt eine große Menge Melancholie. So ein brillanter Start ist einfach genial.
Fruchtig geht es weit mit "Erdbeere". Ein lustiger Titel für einen Song. Der Anfang klingt eher nach Kantine, wo ja eine Erdbeere gut aufgehoben ist. Der restliche Song frönt dem Ska und ebenso lustig, fröhlich und einfach nur "Gute Laune" verbreitend. Wenn man nicht wüsste wer da spielt, könnte man auch locker auf Madness tippen.
"The Quest" schließt sich nahtlos an den Vorgänger an. Allerdings ist der Song ein bisschen härter, was ihn sehr interessant macht. Auch orchestrale Elemente sollen nicht fehlen. Die Stimme des Sängers erinnert extrem stark an Billy Talent's Sänger Ben Kowalewicz.
Trompetenklänge, eine nach Ska klingende Gitarre. Das sind die ersten Eindrücke von "Let us lie". Wir wollen ja nicht lügen, aber der Song ist nicht wirklich ganz so durchschlagend gut. Es fehlt ihm ein bisschen an Harmonie, da die verschiedenen Instrumente und musikalischen Stilelemente irgendwie nicht so richtig zusammenpassen.
Man kann es gar nicht erwarten, dass es weiter geht. Und "I can wait" sagt genau das Gegenteil aus. Denn der Song nimmt wieder den roten Faden des Albums auf. Guter PunkPop gepaart mit Ska Elementen und einer Billy Talent-Stimme. Auch die Einlagen einer Posaune und viele orchestrale Elemente sind stilistische Höhepunkte hier. Solche Songs sind von der Marke "Brenne Dich tief ins Gehirn".
"Ignorance & Consequences" beginnt sogar richtig fetzig. Bläserelemente gekreuzt mit Hardrock Einlagen. Dazu der typische Gesang. Der Song pendelt zwischen harten und melancholisch, ruhigen Phasen hin und her. Doch kristallisiert sich im Verlaufe doch eher der poppig, punkige Stil heraus. Auch hier wieder die tollen Bläsereinlagen mit Trompeten.
Mit "You make me drown" haben wir einen sehr ruhigen und sehr gefühlvollen, emotionell geladenen Song vor uns. Auch wenn es sehr langsam und genügsam vorangeht, sind die Qualitäten von bester Wahl.
Der nächste Song "It's going down" lehnt sich musikalisch und stilistisch stark an "Ignorance & Consequences". Wieder einmal eine Mischung aus Hardrock und Punk bzw. Pop Elementen.
Sprechgesang leitet "Expectations" ein. Doch man kommt schnell wieder auf den Punkt der eigentlichen Musik zurück. Diesmal verzichtet man eher auf härtere Einlagen und bleibt auf dem Punk, Pop und Ska Niveau. Für mich persönlich ist das der beste Song.
"Nothing in my Hands" schlägt voll in die Richtung der Songs "It's Going Down" und "Ignorance & Consequences" ein. Es gibt sehr viele Parallelen abgesehen von der Tatsache, dass der Song um einiges schneller gespielt wird.
Mit den bekannten Trompetenklängen beginnt "Now I'm fallin". Dazu ein tolles Schlagzeug und die extrem Ska lastige Gitarre. Das klingt verdammt nach Madness. Aber die Mischung aus Gitarre, Schlagzeug und Trompete ist einfach eine geniale Komposition, auch wenn der Song streckenweise eher langsam und ruhig daher kommt.
Mit "Tell me" nähernd wir uns dem Ende diese überaus gelungenen Albums. Dieser Song ist der erste, der so richtig in die Punk Richtung schlägt. Nicht zwar in Richtung Sex Pistols, aber man bemüht sich, diese Richtung anzustreben, wobei man doch eher weicher bleibt. Die Sex Pistols waren schon relativ brutal. Sowohl musikalisch als auch textlich. Aber so war die Zeit halt damals!
Der letzte Song "I'm a Mess" hatte außerdem die Ehre, als Single ausgekoppelt zu werden. In dem Song wird "die Ratlosigkeit thematisiert, mit der man nach der sorglosen Jugend ins Leben stolpert und merkt, dass man erwachsen genauso hilflos ist wie zuvor". Daher klingt er eher auch sehr melancholisch und gefühlvoll.

Fazit: Im Vergleich zu dem CD-Cover der EP erscheint das CD-Cover dieses Albums total poppig und bunt; eine Ekstase in Farben. Auch die Beschriftung der CD selbst ist grell bunt und mit viel Pink. Wohl etwas für P!ink selber? Für das CD-Cover und die Beschriftung der CD selber würde ich glatt eine 7 geben; die beste Note. An allen Ecken und Enden wird man an Bands wie Madness, Billy Talent, Fehlfarben, Fischer-Z, Green Day, R.E.M. und New Model Army erinnert. Wenn man nun die Ähnlichkeiten zu den genannten Bands liest, wird einem schnell klar, das ist kein Album für die Hartgesottenen unter uns. Nichts für Heavy Metaller aller Genres. Aber wer mal Lust auf ein Album hat, dass so richtig fröhlich und ungebunden rüber kommt, der ist hier genau richtig. Es muss nicht immer Hard, Harder, Heavy sein. Hört man sich die beiden CDs YOU WON'T BRING ME DOWN und PARTY, LOVE & TRAGEDY an, der wird feststellen, dass man in seiner musikalischen Stilrichtung definitiv treu bleibt.

Anspieltipps:
 "How you feel", "The Quest", "I can wait", "Ignorance & Consequences", "Expectations" und "Now I'm fallin".

Titel-Liste:
 
  1. How you feel
  2. Erdbeere
  3. The Quest
  4. Let us lie
  5. I can wait
  6. Ignorance & Consequences
  7. You make me drown
  8. It's going down
  9. Expectations
  10. Nothing in my Hands
  11. Now I'm fallin
  12. Tell me
  13. I'm a Mess

Laufzeit:
 36:56 Min.

Band-Infos:
 
  • www.destinationanywhere.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Destination Anywhere: PARTY, LOVE & TRAGEDY

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