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Review: The Destiny Program
 
GATHAS

Album:
 GATHAS, 2010, Bastardized

Stil:
 Melodic Alternative Metalcore

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 05.09.2010

Review:
 Im Jahre 1997 gründen fünf Musiker aus Husum, Deutschland, die Band Destiny. I den ersten vier Jahren beschäftigt man sich mehr mit dem Liederschreiben und sammelt viele Erfahrungen durch diverse Live-Auftritte und Mitwirkungen bei diversen Samplern. Ende 2001 steht dann die endgültige Besetzung fest und man geht für fünf Wochen auf Tournee durch Europa. Danach beginnen die Aufnahmen für das erste Album DIVING INTO ETERNITY, welches 2002 erscheint. Es folgen Touren durch Europa, Japan und Brasilien. Zwei Jahre später kommt das zweite Album THE TRACY CHAPTER auf dem Markt. Urheberrechtliche Gründe zwingen die band dann 206 sich umzubenennen. Als Bandname wählt man The Destiny Program und ein Jahr später erscheint das dritte Album SUBVERSIVE BLUEPRINT. Ein Auftritt beim With Full Force Festival 2008 folgt. 2009 wechselt der Schlagzeuger und Mitte 2009 beginnen dann die Aufnahmen zum vierten Album GATHAS, welches im April 2010 erschienen ist.

Los geht es mit dem Opener "Spenta Mainyu". Da der letzte Song "Angra Mainyu" ähnlich lautet, mal wieder eine solche Intro-Outro-Geschichte. Der Song klingt sehr gefühlvoll, schon fast melancholisch depressiv. Aber lassen wir uns deswegen nicht abschrecken.
Denn mit "Avesta" kommt man dem eigentlichen Ziel schnell nahe. Harte, aggressive Musik mit einem ebenso harten Gesang erwarten uns. Musikalisch spielt eine flotte Saite auch wenn es nicht ganz so übertrieben hart ist. Eben "melodic".
Schon fast klassisch geht es mit "Plagiarism Commission" weiter. Mit einer Gitarre, die dem Galopp eines wilden Mustangs gleicht, beendet man die klassische Phase und begibt sich zurück zu dem härteren Gefilde. Musikalisch und gesanglich werden Erinnerungen an beispielsweise Bullet for my Valentine oder Sonic Syndicate wach. Auch an die weicheren Songs von Heaven Shall Burn.
Mit "Through The Progression Line" schwebt man auf der gleichen Wolke wie bei "Plagiarism Commission". Da sind wenig Unterschiede zu erkennen. Allenfalls entfallen die klassischen Elemente.
"Road to a recent Passage" ist ein sehr gefühlvoller Song. Eine Art Ballade mit viel Herz und Schmerz. Der passt aber nicht so richtig ins Konzept, welches man bisher präsentiert hatte.
Leicht indifferent beginnt "Our notional Possession". Bassklänge, wie in der Schule. Man weiß anfänglich nicht so richtig, wohin damit. Allerdings sollte man sich die eine Minute gedulden, denn dann drehen die Jungs wieder fürchterlich auf und zeigen, was in ihnen steckt.
Ähnlich gelagert ist "Trivial Commodity". Das weiß man am Anfang auch nicht so recht, wie, wo, was. Und auch hier wird spätestens nach den ersten Klängen an die richtige Stelle geführt, wo man sich sagt "cooler Song".
Zwar hören sich die ersten Klängen von "The current Horizon" alles andere als vielversprechend an, aber bei der Band sollte definitiv keinen Wert auf die ersten Töne legen. Denn es kommt immer besser als man denkt. Auch dieser Song ist wieder der Beweis dafür. Sehr kraftvoll gespielt und dennoch nicht übertrieben hart. Es schwingt immer eine melodische Welle mit, die die Songs im Allgemeinen nicht so brutal klingen lassen.
Mit "Convention and Predictability" haben wir wieder einmal einen sehr sanften und gefühlvollen Song vor uns. Eine weitere Rockballade. Dies klingt allerdings um Längen besser als die erste Ballade namens "Road to a recent Passage".
Und um den Hörer nicht zu vergraulen, biete man mit "The illicit Sound" wieder einen echt tollen Song an. Die schnelle und harte Spielweise deuten eindeutig auf Anleihen von Heaven Shall Burn hin. Die Parallelen sind frappierend.
Wie ein Unwetter zieht "Liars Poker" herauf. Erst relativ leise, dann immer lauter werdend. Das Spiel der Gitarre ist einfach genial. Zwar relativ langsam, aber dennoch beeindruckend mächtig. Das geht einem durch Mark und Bein. Gerade diese Schwermut macht den Song zu etwas besonderem. Was das allerdings mit Poker zu tun hat, wird wohl keiner ergründen.
Gewaltig und hart beginnt der nächste Song namens "Children of the Earth". Ähnlich wie sein Vorgänger schwebt man hier wieder auf einer schwermütigen Wolke mit einem durchgehenden Groove, der manchmal sogar ins Experimentelle abschweift.
"Yasna" hat nicht mit Yasni zu tun. Hier befinden wir uns zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite guter Metalcore und auch der anderen Seite gefühlvolle Ballade. Eine Mischung, die zwar gut, aber nicht explosive ist. Dennoch alles in allen einer guter Song.
Langsam nähern wir uns dem Ende dieses Album. Der vorletzte Song "The Blackwater" klingt ziemlich ähnlich zu "Yasna". Kennt man "Yasna", kennt man auch "The Blackwater".
Und zum Schluss noch einmal ein Gewitter aus Gefühlen und Emotionen. Denn "Angra Mainyu" fungiert gewissermassen als Outro. Eine leicht nervige Gitarre und Tonstörungen, die man zunächst nicht dem Song zuordnet und glaubt, die Stereoanlage hat den Geist aufgegeben, aber ne, das gehört zum Song. Und dann ist auch schon Ende der Vorstellung.

Fazit: The Destiny Program beweisen, dass man auch im hohen Norden Deutschlands gute Metal-Musik macht. Geglaubt hätte wohl eher kaum jemand, denn wer denkt bei Husum schon an Heavy Metal? Eher an Plattdeutsch und Fischermanns Garn. Weit mehr als zehn Jahre im Geschäft und mittlerweile vier Alben sind die Eckpunkte, die man nicht außer Acht lassen darf. Die Band hat einfach schon viel Erfahrung, was man auch in diesem Album heraushören kann. Das klingt richtig professionell gemacht. Musikalisch befindet man sich voll auf der benannten Linie des melodischen Hardcore, wobei immer wieder Anleihen zu Heaven Shall Burn erkennbar werden. Das macht aber nichts. Schliesslich ist das auch eine geniale Band. 15 kraft- und gefühlvolle Songs soll erst einmal einer nachmachen.

Anspieltipps:
 "Avesta", "Plagiarism Commission", "Through The Progression Line", "Trivial Commodity" und "Liars Poker".

Titel-Liste:
 
  1. Spenta Mainyu
  2. Avesta
  3. Plagiarism Commission
  4. Through The Progression Line
  5. Road to a recent Passage
  6. Our Notional Possession
  7. Trivial Commodity
  8. The current Horizon
  9. Convention and Predictability
  10. The illicit Sound
  11. Liars Poker
  12. Children of the Earth
  13. Yasna
  14. The Blackwater
  15. Angra Mainyu

Laufzeit:
 56:53 Min.

Band-Infos:
 
  • www.destinyonair.com 

  • Probehören und Kaufen:
    The Destiny Program: GATHAS

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