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Review: DevilDriver
 
THE LAST KIND WORDS

Album:
 THE LAST KIND WORDS, 2007, Roadrunner

Stil:
 Thrash Metal, Death Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.K., 02.07.2007

Review:
 Die fünf Kalifornier von DevilDriver bringen im Sommer 2007 ihr drittes Album auf den Markt, welches den schönen Titel THE LAST KIND WORDS trägt. Zum Support des Albums begeben sich die fünf Herren auf Tour mit Life Of Agony, auf diesem Wege fand auch am VÖ-Tag das Album den Weg zu mir. Grund genug, mal rein zu hören, was Dez Fafara und Konsorten hier wieder auf CD gebannt haben.

"Not all who wander are lost", mit dieser Erkenntnis beginnt das Album. Sofort zu Beginn wird das Tempo ordentlich hoch geprügelt, grade Drummer John Boecklin zeichnet hierfür verantwortlich. Mit der ersten Strophe geht das Tempo zwar etwas runter, ein derber Groove setzt dafür ein. Dieser zieht sich, unterstützt von Double Bass-Attacken, durch den gesamten Song. Vor allem der Refrain kann durch Abwechslung überzeugen. Geprügel vom allerfeinsten, ganiert mit Groove sowie einem Gitarrensolo. Perfekter Start eines DevilDriver-Albums.
Mit einem simplen Riff beginnt das nachfolgende "Clouds over California". Auf eben jenem Riff baut der Song sich auf, eine Groovewalze rollt kurz danach über den Hörer hinweg. Wieder wird ordentlich aufs Gaspedal getreten, fast noch mehr als im Opener. Auch nach Dez' Einsatz wird weiter präsentiert, wo der Groove-Hammer hängt. Erst die Bridge nach gut zweieinhalb Minuten bringt minimale Temposchwankungen ins Spiel, welche Platz für Gitarrenspielerei lassen. Der Refrain folgt nun noch einmal, bevor ein groovender Part einsetzt, der von der alles übertrumpfenden Double Bass John Boecklins dominiert wird.
"Bound by the Moon" startet ebenso brutal und schnell. Hier wird Geballer mit, an so manche Metalcore-Band erinnernde, doppelläufigen Leads kombiniert. Im Refrain wirds etwas langsamer, jedoch nimmt die Band sofort im Anschluss wieder Fahrt auf. DevilDriver lassen also kaum Verschnaufspausen, nur geschickt platzierte Soli (teils ebenfalls doppelläufig) bieten Raum zum durchatmen. Die letzte Minute des Songs bietet ebenfalls einen groovenden, ruhigeren Part. Dennoch Heavy!
Der vierte Song auf THE LAST KIND WORDS beginnt im Anschluss mit den bekannten Leads sowie einer schnellen Double Bass. "Horn of Betrayal" orientiert sich insgesamt am Durchschnittstempo der Songs zuvor, welches als "schnell" zu beschreiben ist. Im Refrain geht es vertrackt, dennoch eingängig zu, während die Strophen geradliniger verlaufen. Nach dem zweiten Refrain findet die Gitarrenmelodie vom Beginn nochmals Verwendung, abermals unterstützt von einer schnellen Double Bass. Im Anschluss folgt ein typischer Live-Mitklatsch-Teil, welcher von einem Bassdrum-Beat dominiert wird. Weiter gehts mit der Bridge, in der sich melodische Riffs sowie ein Gitarrensolo einfinden. Abwechslungsreicher Song, welcher die Bandbreite von DevilDriver eindrucksvoll unterstreicht.
"These fighting Words" beginnt mit kraftvollem Schlagzeugspiel, langsamen Riffs und Sprechgesang, bevor einmal mehr die DevilDriver-Hölle losbricht. Jedoch nur kurzzeitig, den in den Strophen sowie im Refrain geht es wieder etwas seichter zu. Man merkt schon: Ebenfalls abwechslungsreich. Double Bass-Attacken wechseln sich mit (wie nach dem zweiten Refrain zu hören) melodischen, sehr ruhigen Gitarrenmelodien ab. Kurz darauf gehts wieder rasend schnell zur Sache, als i-Tüpfelchen folgt ein Gitarrensolo. Nach dieser Geschwindigkeits dürfen die ruhigen Gitarrenmelodien noch einmal alleine ran, bevor der Song relativ schnell ausfadet. Schade eigentlich.
Der sechste Song auf THE LAST KIND WORDS nennt sich "Head on to Heartache (Let them rot)" und präsentiert DAS DevilDriver-Merkmal überhaupt: Groove, Groove, Groove! Die Band spielt einen tighten Part nach dem nächsten, gerade der Refrain sticht als Highlight heraus. Wer sich hierzu nicht irgendwie bewegt, sollte sich schnellstens untersuchen lassen oder dem Metal abschwören. Mich erinnert "Head on to Heartache (Let them rot)" aufgrund einer immer wiederkehrenden Gitarrenmelodie an "I could care less" vom DEVILDRIVER-Album, was nur gut sein kann. Ein weiteres Gitarrensolo kann sich im zweiten Teil des Songs den Weg durchs Groove-Gemisch bahnen, wird jedoch vom Refrain abgelöst. Richtig starker Song, so machen DevilDriver am meisten Spaß!
Schneller, mich im ersten Moment an Static-X (vom Riff her) erinnernd beginnt "Burning Sermon". Auch hier geizen die Kalifornier nicht mit Groove. Nichtsdestotrotz bleibt hier nicht allzu viel hängen, jedoch ist die letzte Minute schön vertrackt gestaltet worden. Das rettet "Burning Sermon" vom Füllerstatus.
Weiter geht es mit den "Monsters of the Deep". Die Riffs zu Beginn scheinen auch aus eben jener Tiefe zu stammen, eine bedrohliche Stimmung wird erzeugt. Auch Dez' Stimme passt sich eben jener Gemütslage an, ein schwerfälliger Song entwickelt sich. Zwischenzeitlich findet das ein oder andere Soli den Weg in den Song. Jenes im Mittelteil kann sich durchsetzen. Danach ist schon fast wieder Schluß, jedoch kann die Band kurz vor Schluß noch eine Schüppe Double Bass auflegen.
"Tirades of Truth" beginnt mit einer ruhigen Gitarrenmelodie, sowie relativ ruhigem und langsamen Aufbau im Hintergrund. Quasi "I could care less" in einer Doom-Version. Hiernach wird das Tempo jedoch angezogen, der nun folgende Riff ist eindeutig skandinavisch angehaucht und erinnert mich spontan an Children Of Bodom. Danach ist aber Schluß mit Melodiegefiedel, DevilDriver setzen einmal mehr zum groovigen Todesmetal an. Im Refrain hingegen wird Melodie mit Härte gemischt, kommt bei mir gut an. Auch im weiteren Verlauf bietet "Tirades of Truth" viel musikalische Abwechslung. Mit knappen fünf Minuten Spieldauer bietet "Tirades of Truth" da auch genügend Raum für. Ein wahrer Geheimtipp!
Mit "When summoned" erwartet den geneigten Hörer der vorletzte Song. Dieser ist in sich kompakter als der Vorgänger, hat jedoch eine derbe Hardcore-Schlagseite zu bieten. Abgehacktes Riffing trifft auf eine unbarmherzig geknüppelte Doublebass, im Refrain wird es melodischer. Mit gut drei Minuten der kürzeste Song auf THE LAST KIND WORDS. Viel bleibt nicht hängen, ein Totalausfall ist es jedoch auch nicht.
Der letzte und auch längste Song (05:15 Minuten) nennt sich "The Axe shall fall". Man beginnt mit einer Art Sampling/Synthesizing, welches langsam lauter wird, bis die Band einsteigt und einen Black Metal-angehauchten Riff präsentiert. In den Strophen wird wieder mit der Grooveaxt gerodet, während im Refrain die Double Bass zum exzessiven Einsatz kommt. Im zweiten Teil gibt es ein kurzes Solo zu bestaunen, welches in die Bridge mündet. Nach einem weiteren Refrain folgt ein sehr ruhiger, melodischer, jedoch nicht langsamer Teil. Mit eben jenem Teil, inklusive Hammond-Orgel, endet das Album.

Fazit: DevilDriver entwickeln sich auf THE LAST KIND WORDS konsequent weiter. Wurde auf den ersten Alben noch Brutalität und Groove groß geschrieben, kommt auf dem dritten Silberling der Kalifornier noch eine gehörige Packung aus Melodiegefühl, skandinavischen Einflüssen und sauber gespielten Gitarrensoli hinzu. Abwechslungsreiches Songwriting besorgt den Rest. Nur Frontmann Dez Fafara klingt oftmals monoton.
DevilDriver-Fans werden jedoch von THE LAST KIND WORDS nicht enttäuscht sein, sondern haben einen Grund mehr, die Band abzufeiern. Dass das neue Material auch live sehr gut funktioniert, hat die Band im Vorprogramm von Life Of Agony unter Beweis gestellt.

Tipp:
 Neben "Not all who wander are lost" und "Head on to Heartache (Let them rot)" sollte man "Tirades of Truth" definitive mehr als ein Mal anhören.

Titel-Liste:
 
  1. Not all who wander are lost
  2. Clouds over California
  3. Bound by the Moon
  4. Horn of Betrayal
  5. These fighting Words
  6. Head on to Heartache (Let them rot)
  7. Burning Sermon
  8. Monsters Of The Deep
  9. Tirades of Truth
  10. When summoned
  11. The Axe shall fall

Laufzeit:
 45:37 Min.


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