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Review: DevilDriver |
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Album:
| | PRAY FOR VILLAINS, 2009, Roadrunner |
Stil:
| | Thrash Metal, Death Metal |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | Standard | |
| |  6,5 von 7 Punkten | Ltd. CD/DVD | J.G., 30.07.2009 |
Review:
| | Der kalifornische Fünfer DevilDriver mit seinem charismatischen Frontmann startet nach THE FURY OF OUR MAKER'S HAND und THE LAST KIND WORDS seinen nächsten Knüppelangriff gegen die Lauschlappen der Fans besonders harter Kost. Egal ob Highspeed-Thrash, Death oder Black, Hauptsache es knallt ohne Ende. Genau dieses Motto haben DevilDriver ihrem Neuling PRAY FOR VILLAINS in seine Pits und Lands gepresst und das nicht nur die übliche Dreiviertelstunde. Unglaublich, aber wahr, wer die CD/DVD Version ergattert, bekommt über 70 Minuten Knüppelkost pur geboten - und das muss erstmal verdaut werden.
Problemlos wird wohl jeder Fan den Einstieg meistern, denn der Opener und Titelsong "Pray for Villains" führt genau das fort, was die beiden Vorgänger-Alben im Programm hatten. Dez brüllt, John prügelt und der Rest quält die Saiten bis zur Streckgrenze.
Nach der ersten Dampframme vermutet man hinter den ungewohnt sanften Einstiegsklängen von "Pure Sincerity" zunächst eine stilistische Verwirrung, wird jedoch mit Double-Bass und fies groovenden Hooklines eines besseren belehrt. Hier ist es unterschwelliger aber dafür beinharter Metal, der am Ende zu einer knallharten Prügelorgie mutiert, von wegen weichgespült!
Dafür lässt man bei "Fate stepped in" die Fans nicht lange im Regen stehen. Dampframme ausgepackt und mit gezielten Rundumschlägen die ersten Reihen niedergemetzelt. Erstaunlich und überraschend hierbei die im Hintergrund melodisch rockenden Gitarren, die im krassen Gegensatz zum vordergründigen Geknüppel stehen. Unterstrichen werden die melodischen Ambitionen noch durch ein interessantes und sehr sanftes Break.
Keine Verschnaufpause in Sicht, denn nahtlos prügelt das hymnische "Back with a Vengeance" seine Beats in die Gehörgänge und lässt die langen Mähnen kreisen. Einmal mehr nimmt man etwas Abstand von früheren dicht arrangierten Brüllorgien und lässt jedem Instrument seine Freiräume.
Ein Tribut an den guten alten Heavy Metal fabrizieren DevilDriver mit ihrem "I've been sober". Selbst Dez Fafara zeigt, dass er Gesangslinien folgen kann und sein Mikro nicht nur gnadenlos malträtiert. Klar, zum richtigen "Gesang" ist noch ein beruhigend großer Abstand und auch das variable Double-Bass-Geballer interpretiert klassischen Metal in neuem Gewand.
Neben dem Opener ist das tierisch groovende "Resurrection Blvd." eines meiner Highlights auf dem Album, ganz nach dem Motto: "keine Gefangenen". Verantwortlich dafür ist auch Frontmann Dez, der trotz seiner oktavmäßigen Beschränkung seiner Truppe deutlich mehr Freiheiten einräumt und mehr begleitet als zwingend dominiert.
Wer auf variable Geschwindigkeiten steht, der bekommt mit "Forgiven is a Six Gun" eine volle Breitseite geboten. Ein Lob an die Rhythmusfraktion, die jeden noch so abrupten Wechsel mühelos folgt.
Melodische Gitarrenklänge lassen vermutet, dass bei "Waiting for November" das dicke Ende wohl noch folgen wird. Und richtig, nach fast einer Minute Melodik wird die Prügelmaschinerie schlagartig auf Volllast hochgefahren. Mosh-Parts werden lediglich mit einigen üppigen Gitarren-Soli abgemildert, aber nur unwesentlich.
Ganz anders bei "It's in the Cards", das sich von Anfang an fast doomartig walzend durch die Boxen quält. Auf metallische Härte wurde jedoch trotzdem nicht verzichtet und es zeigt sich, dass Geschwindigkeit nicht immer zwingend für Härte benötigt wird. Nach einem Break wird es dann noch richtig klassisch episch, was man von den Amis bisher wohl nicht erwartet hätte.
Mit "Another Night in London" kommt man in den Genuss eines außergewöhnlichen Bastards, der deutlich von Rock'n'Roll-Einflüssen geprägt ist, jedoch voll auf Death Metal-Härte setzt. Noch kein richtiger Death'n'Roll, wie von den schwedischen Trio Helltrain, aber amüsant in jedem Fall.
Gut gemeint, aber mit viel zu schwachem Refrain, kann mich das modern arrangierte "Bitter Pill" trotz Blast Beat nicht überzeugen und bleibt für mich eine der wenigen "bitteren Pillen", die ich bei diesem Album schlucken musste.
Nach dem kurzen Durchhänger entschädigt das pure Energiebündel "Teach me to whisper" voll und ganz. Schon nach wenigen Riffs lässt einen der Song die Welt rundherum vergessen und man taucht ab in wilde Tiefen des Mosh-Pits.
Mit "I see Belief" endet das "normale Album", wohl standesgemäß, aber auch nicht überraschend. Es werden nochmals alle Kräfte mobilisiert und ein Knüppelfeuerwerk abgebrannt, das den beiden Vorgängeralben in nichts nachsteht.
Wem das nicht genug war - und das nehme ich schwer an - der sollte sich unbedingt die limitierte CD/DVD-Version unter den Nagel reißen. Hier gibt es für wenig Euros mehr, neben einer DVD mit amüsanten Making-of-Einblicken gleich vier Bonus-Songs zusätzlich, die ich mir jetzt gleich noch reinziehen werde.
Fazit: Auch wenn PRAY FOR VILLAINS nicht mit der zwingenden und kompromisslosen Härte zu Werke geht, wie die beiden Vorgänger und sich auch die eine oder andere kleine Schwächelstelle eingeschmuggelt hat, so ist der Drittling ein waschechter DevilDriver-Bastard, der Mosh- und Groove-Fans gleichermaßen bedient.
Im Gegensatz zu den Vorgängern hat es Dez immerhin geschafft, seine Gesangsleistung variabler zu gestalten, jedoch wäre meiner Ansicht nach noch deutlich mehr drin gewesen. An vielen Stellen gleichen seine instrumentellen Mitstreiter einer Horde wilder Stiere, die schon alle nervös mit den Hufen scharren, aber nicht so richtig loslegen dürfen, weil der Leitbulle noch nicht damit einverstanden ist.
Einmal mehr muss man deshalb auch die Leistung der übrigen Mitstreiter lobend hervorheben und hier ist es besonders Drummer John Boecklin, der wieder einen monstermäßig beeindruckenden Job zu erledigen hatte.
Kräftig in den Arsch getreten gehört jedoch derjenige der den gehörnten Mäusejäger auf das Cover gesetzt hat. Da wäre dann doch der reitende Sensenmann aus dem Booklet passender gewesen... |
Titel-Liste:
| | - Pray for Villains
- Pure Sincerity
- Fate stepped in
- Back with a Vengeance
- I've been sober
- Resurrection Blvd.
- Forgiven is a Six Gun
- Waiting for November
- It's in the Cards
- Another Night in London
- Bitter Pill
- Teach me to whisper
- I see Belief
|
Laufzeit:
| | Std.: 56:18 Min. / Ltd.: 71:37 Min. |
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