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Review: Deville |
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Album:
| | COME HEAVY SLEEP, 2008, Buzzville |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 23.02.2008 |
Review:
| | Manche Bands habe immer noch ihre liebe Mühe, die Altlasten eine Vinyl-Platte über Bord zu werfen und ihren Alben etwas mehr Spieldauer mit auf den Weg zu geben. All zu oft wird der geneigte Musikfan mit knappen 40 Minuten abgespeist, die so gar nicht in der Welt der "unbegrenzten" Datenmengen passen mögen. Ob berechnendes Profitdenken, wie man vielleicht im Fall den letzten beiden System of a Down-Alben unterstellen mag oder chronischer Ideenmangel für passende Songs, unterm Strich ist es das Gleiche.
Glücklicherweise gibt es auch immer wieder Ausnahmen. Die Schweden Deville sind dafür ein gutes Beispiel, den geplant war eigentlich nur eine EP. Irgendwie begannen dann jedoch die Ideen für Songs nur so zu sprudeln, dass man gleich ein ganzes Album mit satten 50 Minuten voll bekam. Klar, die Spieldauer alleine sagt noch gar nichts über die Qualitäten aus und so gilt es auch hier einen genauen Blick oder besser ein kritische Ohr darauf zu werfen.
Schon nach wenigen Augenblicken wird klar, bei diesem Debüt-Album sind absolute Liebhaber des Stoner Rocks am Werk, die offensichtlich Kyuss-Alben schon mit dem allmorgentlichen Kaffee zu sich nehmen, für das zweite Frühstück das Croissant in Fu Manch-Kakao eintauchen und sich spätestens bis Mittag eine volle Ladung klassischer zähflüssiger Black Sabbath-Riffs aus Gründertagen neben dem Karoffelbrei auf den Teller klatschen.
Trotzdem bleiben die Mahlzeiten schlank und angenehm übersichtlich. Man hat auf der ganzen Linie versucht, die Stärken in die Hooklines zu packen anstatt mit überfrachteten und selbstverliebten Melodien zu glänzen. Ein zu Viel an Ballast kann auch gewaltig ins Augen gehen und nur manche wissen tatsächlich perfekt damit umzugehen. Wer also dichte Songs alá Spiritual Beggars erwartet, wird enttäuscht sein.
Dass es jedoch auch mit schlanker Hausmannskost gelingt, den verwöhnten Gourmet zufrieden zu stellen, beweisen Deville mit ihren zähflüssigen und ausschweifenden Songstrukturen, die mit jeder Menge Bassdruck gerade die langen Seiten der Gitarren strapazieren in überzeugender Weise.
Nach einem kurzem "Intro" legt man sich bei "Sunset Capricorn" bereits voll ins Zeug und lässt den Kopf kräftig mitnicken. Gefällige Hooks, intensive Gesangsparts und eine treibende Rhythmusfraktion, sorgt schon zu Beginn für jede Menge Pluspunkte.
Der Titelsong "Come Heavy Sleep" setzt voll auf Eingängigkeit und schafft es auch gleich, sich bereits mit den ersten paar Riffs einen Dauerplatz in den Gehörgängen zu ergattern. Andreas Bengtssons Stimme hätte dabei nicht besser passen können. Genauso wie die Gitarren- und Rhythmusfraktion hält auch er sich strikt an die Geschwindigkeitsbeschränkung und walzt, was das Zeug hält.
Es muss auch nicht immer Gesang sein. Das Instrumental "Black Dawn" lädt wie schon zu Zeiten der Wüsten-Krieger Kyuss einfach dazu ein, auf den Riff-Wellen davon zu treiben und mit geschlossenen Augen das auf und ab der Dünung zu genießen.
Mit nahezu rasender Geschwindigkeit bewegt man sich bei "Deserter". Deville kann also auch anders, und das ebenfalls nicht schlecht. Klare Gesangslinie, überzeugend einfache Gitarren-Riffs und genügend Druck von der Basis sorgt hier für mächtigen Schub.
Wer bisher zwingende Grooves vermisst hat, darf sich endlich freuen. "Stillborn" setzt voll und ganz auf Mitnicken und lässt dazu die langen Seiten kräftig schwingen. Nicht genug hat man auch noch für einen kräftigen Zwischenspurt gesorgt.
Für "Into the Smoke" wurde zur Abwechslung in den Galopp-Modus geschaltet. Das verhindert in jedem Fall ein allzu leichtes Abgleiten in tiefere Entspannungsebenen und lässt die Hand zum Bierglas greifen, während man den Boxen anerkennend zuprostet.
"Rise above", das mit sieben Minuten längste Stück des Albums lässt zum Schluss die Herzen aller Freunde der honigzähen Riffs noch einmal höher schlagen. Hier zelebriert das Quartett zum Abschluss noch einmal Stoner in Reinkultur und schafft damit genau das, was wichtig für ein erfolgreiches Album ist, eine guten Eindruck zum Schluss.
Fazit: Es war eigentlich alles dabei, was einen soliden traditionellen Stoner Rock auszeichnet. Klar, damit lassen sich kaum irgendwelche Innovationspreise gewinnen und Platin-Platten im Six-Pack abstauben. Dazu klingt einiges einfach zu ähnlich. Wer jedoch gerne in schummrig beleuchteten Clubs an seinem Bier nippt und seine Gedanken an der langen Leine spazieren lässt, der bekommt mit COME HEAVY SLEEP genau den richtigen klaren Treibstoff, diesmal eben nicht für die Leber, sondern für die Lauscher geboten. |
Tipp:
| | Kyuss, Fu Manchu und Black Sabbath-Freunde der ersten Stunde bekommen hier ein viel versprechendes Gourmethäppchen für Zwischendurch. |
Titel-Liste:
| | - Intro
- Sunset Capricorn
- Come Heavy Sleep
- Black Dawn
- Deserter
- Stillborn
- Earthburn
- Open Gates
- Into the Smoke
- Sweet Blood
- Far beyond
- Rise above
- Outro
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.deville.nu  |
Probehören und Kaufen:
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Bandinfos |
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