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Review: Dezperadoz |
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Album:
| | AN EYE FOR AN EYE, 2008, AFM |
Stil:
| | Thrash Metal, Western Metal |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 31.05.2008 |
Review:
| | Tom Angelripper ist bekannt dafür, dass er neben seinem mit Sodom zelebrierten Thrash Metal durchaus auch für Feier- und Sauflieder zu haben ist. Und wer erinnert sich nicht gerne an seine Sicht von Weihnachten mit ICH GLAUB NICHT AN DEN WEIHNACHTSMANN? Wer langweilige Weihnachtsfeiern hasst, der sollte es mit diesem Rausschmeißer versuchen.
An der Seite von Alex Kraft zeigt er jedoch noch seine Leidenschaft für ein weiteres Thema. An Bord der Dezperadoz zockt er thrashigen Western Metal? Bitte was? Thrash und Western? Wie klingt denn das?
Eigentlich ganz spaßig, denn hier wird stellenweise gnadenlos bei bekannten Westerngrößen, wie Ennio Morricone gewildert und das Thema in rockige oder thrashige Mäntel gesteckt. Stiefel angezogen,Pistolengurt umgeschnallt, Hut aufgesetzt und das Duell kann beginnen. Aber so leicht machen sie es sich dann doch nicht. Bei AN EYE FOR AN EYE schreiben wir das Jahr 1901 und behandeln die Geschichte von Hank, einem zum Tode Verurteilten, der kurz vor der Hinrichtung sein Leben nochmal Revue passieren lässt. Neben den "üblichen "Lyrics gibt es dazu eine 2-seitige Story als Erklärung.
Schon geht's los, rasch aufsitzen, Zügel in die Hand und "Hüa"... Genauso wie die das Bibelzitat beginnt, beginnt auch unsere Geschichte von Hank mit "An Eye for an Eye"
Mit tierischem Druck nach vorne hat man sich bei "Hate" auf Western Elemente nur im Refrain beschränkt. Ansonsten erwarten einen, für dieses Album, recht harte thrashige Riffs.
"Days of Thunder" startet dagegen in bester Western-Manier, belädt sich mit einigen härteren Riffs, die für den melodischen Refrain kurz über Bord geworfen werden.
Western-Gitarren und Mundharmonika, eindeutige Indizien für "Western-Charakter" gibt's zu Beginn des recht eingängigen Metal-Krachers "Wild Bunch". Obwohl es nur recht schleppend voran geht, bleibt die Härte niemals auf der Strecke.
Ganz anders verhält es sich mit "Wild Times". Hier wird nicht lange gefackelt. Ein kurzes Westernthema zur Einleitung und schon drückt man kräftig auf's Gaspedal - oder besser dem (armen) Pferd kräftig die Sporen gegeben. Der wild Mix aus Western-Gitarren und flottem Rocker garantiert Party-Stimmung.
Zugegeben, wir hören nun die 375ste Cover-Version des Doors-Klassikers "Riders on the Storm" - und trotzdem, jede Cover-Version hat seinen eigene Charme und seien es hier nur die dezenten weiblichen Background-Vocals, die Akzente setzen.
"Here comes the Pain" hüstel, klar, wer hier nicht erkennt, das Metallica's "Enter Sandman" als Vorbild beliehen wurde, der sollte schleunigst noch mal das Metal-Abitur nachholen. Lassen wir es einfach als coverähnliche Version in buntem Western-Kostüm durchgehen und uns beim Abfeiern nicht stören.
Für das Intro der Ballade "Give Up" musste diesmal "Ghostriders in the Sun" herhalten, aber schon nach kurzer Zeit schlägt man einen eigenen Western-Pfad ein. Im gemächlichen Schritt reitet der Desperado auf seinem Pferd durch die weite Prärie dem Sonnenuntergang entgegen. Western-Gitarren und eine überzeugende Melodie, die gänzlich auf übertriebenen Pathos verzichtet, stehen ihm dabei zur Seite.
"When the Circus comes to Town", klar dass so ein Titel verpflichtet, mit einigen Effekten und Samples für die richtige Zirkus-Stimmung zu sorgen. Nicht genug, hat man nach einem Break sogar noch ein lustiges Zirkus-Thema eingebaut.
Für den Abschluss der Geschichte unseres Hanks hat man sich zu "A Tooth for a Tooth" entschieden. Im musikalisch begleiteten Erzählstil vervollständigt man damit den Spruch "Auge um Auge - Zahn um Zahn".
Als Zugabe gibts dann noch "25 Min. to go", einen waschechten Country-Knaller, der textlich genau so schnell losmarschiert und ehe man sich versieht, heißt es nur noch "1 Minute to go". Danach sollte man erstmal absitzen, sich den Staub abklopfen und ein kühles Bierchen genehmigen, bevor man für die nächste Runde wieder in den Sattel steigt. Nein, kein Whiskey! Wir wollen schließlich Musik hören und nicht frühzeitig unterm Tisch liegen.
Fazit: Klar, mit der Eigenständigkeit hapert es hier natürlich über weite Strecken, aber will man wirklich bekannte Themen für sich verwursten, so muss man das auch in Kauf nehmen. Die Musik ist sicherlich nicht Jedermann Sache, aber auf alle Fälle eine willkommene Abwechslung in der heutigen Rock- und Metal-Landschaft mit Gute-Laune-Garantie. Hier sollten sich auch andere Bands ein Beispiel nehmen, die heutzutage blind die wildesten Kombinationen von Rock, Metal und Punk in eine Topf werfen herum rühren und dann enttäuscht sind, wenn die Suppe nur für's Klo reicht. Man kann durchaus zitieren und Stilarten mischen, aber dann bitte doch mit Plan, wie es bei den Dezperadoz geschehen ist. |
Anspieltipps:
| | "Hate", "Wild Bunch", "Here comes the Pain", "Give Up" und natürlich "When the Circus comes to Town" |
Tipp:
| | Geniale Party-Musik der härteren Gangart, für all Jene, die nach etwas Abwechslung gesucht haben. Die Nähe zu bekannten Songs ist da sicherlich förderlich und provoziert bestimmt so manchen Kommentar. |
Titel-Liste:
| | - An Eye for an Eye
- Hate
- Days of Thunder
- Wild Bunch
- Wild Times
- Riders on the Storm (The Doors)
- Here comes the Pain
- Give Up
- May Heaven strike me down
- When the Circus comes to Town
- A Tooth for a Tooth
- 25 Min. to go
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.dezperadoz.com  |
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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