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Review: Dezperadoz
 
DEAD MAN'S HAND

Album:
 DEAD MAN'S HAND, 2012, Drakkar

Stil:
 Western Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 17.06.2012

Review:
 Aus dem ehemaligen recht launigen Projekt, das Alex Kraft und Sodom-Frontmann Tom Angelripper ins Leben gerufen hatten, ist schon seit einiger Zeit eine richtige Band geworden. DEAD MAN'S HAND heißt der Neuling und ist diesmal gänzlich ohne den Thrasher Tom entstanden. Vielmehr hat sich Alex Kraft als Sänger und Songwriter ein gutes Stück freigeschwommen und zeigt trotz einiger kleiner Western-Anleihen deutlich mehr Eigenständigkeit, als zu Zeiten von AN EYE FOR AN EYE. Muss man jetzt befürchten, dass dadurch das bisherige Italo-Western-Feeling von Großmeistern wie Ennio Morricone verloren gegangen ist. Definitiv nicht, das kann ich schon verraten.

In bestem Altmeister-Western-Style lässt das üppige Intro "Deadwood" kaum Zweifel, was in der nächsten knappen Stunde folgen wird, nämlich Western Metal, der besonders rauen Art.
Und so verwundert es kaum, dass es bei "Under the Gun" sofort richtig zur Sache geht. Mit treibendem Riffing, werden hier die Pferde zum flotten Galopp angetrieben und müssten so manch hartes Manöver vollführen, ohne dabei den Reiter abzuwerfen. Hier ist kein Platz für übertriebene Melodic, denn raue Jungs lassen den Colt sprechen.
Noch ein bisschen mehr Tempo gefällig? Kein Problem, denn mit "Yippie Ya Yeah (More than...)" werden nun neben der Peitsche die Flanken auch gnadenlos mit den Sporen bearbeitet. Hier gibt es jede Menge Ecken und Kanten zu bewältigen und dazu Härte satt.
Nach solch ruppigem Einstand kann man mit dem langsam groovendem "Badlands" etwas entspannen. Hier ist es vor allem der gefällige Refrain und leicht fernöstliche Klänge im Refrain, die hängen bleiben.
Hat man dann auch noch den traditionell angehauchten Western-Style von "Bullet with my Name" erlebt, man beachte nur die Bläser, dann ist nach dem fünften Titel fast die gesamte Bandbreite der Songs abgesteckt.
Fehlt nur noch "Just like Cowboyzz do", eines der Highlights mit schmissigem Intro und genialer Steigerung ohne dabei auf den melodischen Groove zu verzichten. Spätestens jetzt heißt es hoch die Gläser und einen tiefen Schluck...
Wer anfangs noch die mitreißenden Refrains und mitsingbaren Strophen vermisst hat, wird feststellen, dass es ein paar Songs gedauert hat, bis Dezperadoz die wirklichen Winner von der Leine lassen. Und hier ist es nicht unbedingt die Geschwindigkeit, die es braucht, um zu überzeugen. Langsam walzend, wie "Last Man standing", sind genauso gerne gehört, wie Country-Style bei "My Ol' Rebel Heart" mit dem krönenden Abschluss..., Saloon-Kost der härteren Art bei "Saloon No. 10", dem thrashigen Überflieger und Titelsong "Dead Man's Hand" mit Gastsänger Onkel Tom oder gar dem eingängigen "Train of Souls" mit seinen epischen Ausmaßen. Schade, dass es davon nicht noch 1-2 Songs mehr gibt.
Akustisch, jedoch durchaus stilecht, endet das Album mit einem weiteren Western-Style-Highlight "My Gun and me" und lässt den einsamen Cowboy wieder in die weite Prärie entschwinden, bis er hoffentlich pünktlich zum nächsten Album seinen Weg zurück findet.

Fazit: Was ich beim letzten Mal noch beanstanden musste, die wirkliche Eigenständigkeit, ist diesmal kein Thema mehr. Was Dezperadoz jetzt noch an wirklichen Western-Zitaten verwendet hat, wie z.B. der Yankie Doodle, ist nicht mehr der Rede wert. Und doch herrscht Italo-Western-Laune von der ersten bis zur letzten Strophe. Der Vierer Dezperadoz beweist mit DEAD MAN'S HAND, dass durchaus Sinn macht, auf eine Marktlücke zu setzen und konsequent die Richtung zu verfolgen, denn momentan kann ihnen niemand das Wasser reichen, in Sachen kernigem Western Metal. Besonders Alex ist hier hervor zu heben, denn schon nach wenigen Minuten hat man eigentlich schon vergessen, dass der gute alte Onkel Tom früher am Mikro stand und für die raue Stimmung sorgte.
Wenn jetzt noch ein paar wirkliche Ohrwürmer gelingen, dann wäre die Sache wirklich perfekt.

Tipp:
 Auch dieser Neuling sollte auf keiner Party fehlen, denn mitgröhlen geht hier immer.

Titel-Liste:
 
  1. Deadwood
  2. Under the Gun
  3. Yippie Ya Yeah (More than...)
  4. Badlands
  5. Bullet with my Name
  6. Just like Cowboyzz do
  7. Last Man standing
  8. My Ol' Rebel Heart
  9. Saloon No. 10
  10. Dead Man's Hand
  11. Showdown
  12. Train of Souls
  13. Wild Horses
  14. My Gun and me (Southern Pride Vers.)

Laufzeit:
 58:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.dezperadoz.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Dezperadoz: DEAD MAN'S HAND


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