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Review: Dimension Act |
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Album:
| | MANIFESTATION OF PROGRESS, 2012, Progrock |
Stil:
| | Melodic Progressive Metal |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 07.08.2012 |
Review:
| | Es ist allgemein bekannt, dass aus den skandinavischen Ländern sehr viele Metal Bands kommen. Wenn man dann noch die relativ geringen Einwohnerzahlen berücksichtigt ist die Dichte der Hartwurst Kapellen aus dem hohen Norden noch beeindruckender. Aber nicht nur Masse sondern zum Glück auch Klasse wird uns von den nördlichen Nachbarländern auf den Musikteller serviert. Nur im Bereich des Progressive Metal waren die Skandinavier bisher nicht ganz so üppig vertreten. Doch genau diesem Musikstil haben sich die Norweger von Dimension Act verschrieben. Gegründet wurde die Band bereits 2008 von Marius Nilsen Gitarre und Keyboards sowie Tom Vidar Salangli Vocals. Mit Kristian Berg Keyboards, Tommy Granli Bass und Frank Nordeng Roe an den Drums ist das Lineup vollständig. Treibende Kraft hinter Dimension Act ist klar Marius Nilsen und Tom Vidar Salangli, erster zuständig für das Songwriting, zweiter für die Gesangslinien. Die Lyrics verfassen beide gemeinsam. Vier Jahre sind bis zum Debüt MANIFESTATION OF PROGRESS vergangen, eine lange Zeit. Doch schon ein Blick ins Booklet gibt einen ersten Hinweis darauf warum es so lange gedauert hat. So wurden die einzelnen Instrumente in vielen verschiedenen Studios aufgenommen und spätestens nach dem ersten Durchlauf ist dann vollstens klar wie viel Arbeit und Mühe in dem Album stecken. Gut Ding will Weile haben, wie der Volksmund treffend sagt.
Gleich das erste Stück, "Cosmic Chaos", ist ein typischer Prog Song, Midtempo mit vielen Facetten und überraschenden Wendungen. Auffällig ist wie stark die Rhythmus Fraktion aus Bass und Drums im Vordergrund steht. Das trifft übrigens auf alle Tracks zu. Die Vocals von Tom Vidar Salangli bewegen sich vornehmlich in mittleren Höhen, die Stimme ist kraftvoll und markant. In der zweiten Hälfte wird das Tempo leicht angezogen und der Gesang gewinnt an Intensität und Leidenschaft. Gitarren und Keyboards ergänzen sich gekonnt, das Zusammenspiel ist harmonisch und die Instrumente begleiten sich eher, Duelle gibt es da keine. Auch Leute die bisher dem Progressive Metal nicht so viel abgewinnen konnten dürfte dieses Stück gefallen wegen einer guten Eingängigkeit und dem hohen Anteil melodischer Elemente.
"Industrial Evolution" ist recht düster mit einigen heftigen Riffs. Auch die Drums knüppeln ordentlich nach vorn mit ganz kurzen Double Bass Attacken. Ein fragiler, fast balladenartig anmutender Einschub nur mit Gesang und sanften Keyboards setzt einen markanten Kontrapunkt.
"Uncharted Waters" wird langsam aus dem vorangegangenen Stück eingefadet. So wird ein sanfter Übergang geschaffen. Die Vocals sind variabel und passen gut zu den in vielen unterschiedlichen Intensitäten aufspielenden Instrumenten. Auch hier hat Dimension Act eine melancholische Piano Passage in der Mitte eingebaut. Dann folgt eine Phase mit sehr starkem Instrumenteneinsatz bevor der Song leise mit Keyboard Piano ausklingt.
Mit "Perspectives Chapter 1 (Drawing the Lines of mortal Existence)" wartet ein wahrer Monstersong von mehr als 30 Minuten. Das Stück ist in sechs Abschnitte gegliedert die aber alle elegant, manche fast unmerklich, ineinander übergehen. Ein anfangs treibender Rhythmus bestimmt das Stück was sehr melodisch ist, bei aller Komplexität. Da brechen die Gitarren mit kurzen Soli aus oder der Sechssaiter spielt richtig jazzig auf. Der Refrain mit der Textzeile "we draw the line of mortal existance" wird den ganzen Song über variiert und vor allem von den Keyboards immer wieder aufgegriffen. Die Vocals setzen erst später ein und werden von Gastsängerin Live Fayn Friis unterstützt. Die Dame singt mal Solo oder auch im Duett mit Tom Vidar Salangli. Keyboards werden reichlich eingesetzt, das klingt dann auch mal nach wabernden Moog Synthies. Das Stück ist aufwändig, beinahe symphonisch arrangiert und trotz seiner Länge sehr kurzweilig da ständig neue Eindrücke auf den Hörer warten. Es bedarf schon einer Portion Mut direkt auf dem Debüt ein solch fulminantes und langes Stück unterzubringen zeigt aber wie ambitioniert Dimension Act ist
Fazit: Gut ist es geworden das Debüt, sogar sehr gut. Anspruchsvolle Arrangements voller Dramatik und pompöse Songs teils mit ausufernder Epic sind vertreten. Dimension Act lassen sich am ehesten als eine Mischung aus Dream Theater und Ayreon beschreiben. Dabei sind die Anleihen bei Dream Theater zwar deutlich aber nicht zu stark ausgeprägt. Vergleiche mit dem Aushängeschild des Prog beziehen sich auch eher auf die früheren Werke der Amerikaner als man noch mehr Wert auf die Melodien legte und nicht versuchte in jeden Track noch mehr Gefrickel, Breaks, Noten und Rhythmen unterzubringen.Wenn man das letzte Album des Traumtheaters zu Grunde legt hat aber auch bei den Amerikanern inzwischen ein Umdenken eingesetzt. Komplexe, abwechslungsreiche Songs mit einer schlüssigen Melodie, das ist die besondere Stärke von Dimension Act. Speziell der mit über 30 Minuten Länge selbst für Prog Verhältnisse ungewöhnlich lange Song „Perspective Chapter 1“ wirkt wie aus einem Guss. Die Nummer ist ständig im Fluss und wirkt nicht wie aus einzelnen Teilen zusammengesetzt, ein Manko das ich sonst häufig bei langen Prog Stücken empfinde. Um nochmals den Vergleich zu bemühen, die Norweger verwenden mehr Keyboards als die Amis deshalb klingt es meist auch stärker nach Ayreon. Die bei aller Verspieltheit fast permanent vorhandenen melodischen Elemente sind bei Dimension Act ähnlich stark im Vordergrund wie bei INTO THE ELECTRIC CASTLE von Ayreon. Aber alle Vergleiche hinken, haben Dimension Act doch zum Glück einen eigenen Stil, ein ausgewogenes Maß Power Metal ist nämlich auch dabei. Um ein Konzept Album handelt es sich bei MANIFESTATION OF PROGRESS nicht, die Themen drehen sich jedoch alle um die nicht endende Suche der Menschen nach der Realisierung einer perfekten Lebensart im Einklang mit der Umwelt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf die grafisch sehr schön gestaltete und übersichtliche Website von Dimension Act hinweisen auf der man sich auch von den Songs selber ein Bild machen kann, denn eins ist klar, eine Hörprobe ist bei Prog Metal immer besser als jedes Review. |
Anspieltipps:
| | "Industrial Evolution", "Perspectives Chapter 1" |
Tipp:
| | Das vorliegende Album spricht viele Prog Hörer an, besonders die, die auf das Wort "Melodic" Wert legen. Ayreon Fans dürfte die Scheibe ohnehin gefallen. |
Titel-Liste:
| | - Cosmic Chaos
- Industrial Evolution
- Uncharted Waters
- Perspectives Chapter 1 (Drawing the Lines of mortal Existence)
- Pre- Spective
- Transparent Reality
- Illusion
- Counterparts
- The Battle within
- A different Perspective
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.dimensionact.com  |
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Bandinfos |
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